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Bohrmann: "Uns bleibt auch nichts erspart"

Tsvbayerdo: Bohrmann: "Uns bleibt auch nichts erspart"
Auf seine Paraden und seine Emotionen muss Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen heute in Hagen verzichten: Torhüter Sven Bartmann. FOTO: H. zaunbrecher
Dormagen. Heute Abend in Hagen muss Handball-Zweitligist Bayer Dormagen auf den an Blutvergiftung erkrankten Torhüter Sven Bartmann verzichten. Von Volker Koch

Glück sieht wahrlich anders aus als das, was dem TSV Bayer Dormagen in seiner zweiten Spielzeit nach dem Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga widerfährt: Vor der im Abstiegskampf nicht ganz unwichtigen Woche mit den Partien heute (20 Uhr, Enervie-Arena) bei Eintracht Hagen, am Mittwoch (19.30 Uhr) beim HC Empor Rostock und am darauffolgenden Sonntag (25., 17 Uhr, Bayer-Sportcenter) gegen den SV Henstedt-Ulzburg meldete sich Torhüter Sven Bartmann ab - der 28-Jährige leidet an den Folgen einer Blutvergiftung.

"Uns bleibt auch nichts erspart", kommentiert Jörg Bohrmann den erneuten Ausfall eines Leistungsträgers. Wie lange der leidgeprüfte Trainer auf Sven Bartmann verzichten muss, weiß er nicht. Bohrmann geht von "mindestens einer Woche aus", stellt aber auch klar: "Das wichtigste ist, dass die Sache schnell erkannt wurde und Sven gesund ist." Glück im Unglück, dass er in den jüngsten beiden Begegnungen dem sonst in Bartmanns Schatten stehenden Max Jäger ohnehin mehr Spielanteile gegeben hatte. Er bescheinigt dem 25-Jährigen in Coburg "eine sehr gute" und gegen Emsdetten "eine ordentliche Leistung: Er besitzt unser volles Vertrauen." Als "backup" reist der 17-Jährige Frederik Genz heute mit nach Hagen, "der sich diesen Einsatz mit guten Leistungen im Training und in der zweiten Mannschaft auch verdient hat", sagt Bohrmann.

Angesichts der erneuten Hiobsbotschaft verblasst die Tatsache, dass Maximilian Bettin heute möglicherweise sein erstes Saisonspiel bestreiten kann. "Möglicherweise", schränkt der Trainer mit Blick auf seinen Haupttorschützen der vergangenen Saison ein, "entscheiden wird sich das erst nach dem Aufwärmen." Fehlen wird weiterhin Pascal Noll, was sich inzwischen in der Leistung von Sebastian Damm niederschlägt, der mittlerweile von der Spitze auf Rang vier der Torjägerliste der Zweiten Liga zurückgefallen ist.

"Basti wird langsam müde, was kein Wunder ist, wenn du ständig sechzig Minuten durchspielen musst", sagt sein Trainer. Außerdem wäre der 20-Jährige eine Alternative auf der seit der Schulterverletzung von Dennis Marquardt nicht zufriedenstellend besetzten Regieposition - wenn es denn einen Vertreter auf der linken Außenbahn für ihn gäbe. Trotz all dieser Probleme, beteuert Jörg Bohrmann, sei die Stimmung innerhalb der Mannschaft sehr gut, "ich glaube, das wäre nicht bei allen Mannschaften der Fall." Deshalb reist er "durchaus zuversichtlich" nach Hagen: "Wenn wir anders spielen als gegen Emsdetten, nämlich disziplinierter und mit mehr Geduld im Angriff, sind wir bestimmt nicht chancenlos."

Wer heute Abend mehr unter Druck steht, ist eine ebenso berechtigte wie spannende Frage. Die als Aufsteiger glänzend in die Saison gestarteten Gastgeber (Siege über Bietigheim, in Emsdetten und über Rimpar) sind seit vier Wochen sieglos, aus den jüngsten vier Partien holten sie nur einen Punkt (27:27 in Springe). "Beide Mannschaften sehnen sich nach einem Erfolgserlebnis", weiß Eintracht-Trainer Lars Hepp, der sein ohnehin schon erfahrenes Ensemble nach dem über die Relegation erreichten Aufstieg noch einmal mit viel Erfahrung (unter anderem Pavel Prokopec, Milan Weißbach, Fannar Fridgeirsson aus Großwallstadt, Dragan Tubic aus Balingen und Torhüter Jürgen Müller von Erstliga-Aufsteiger Bittenfeld) verstärkte. Weil sich Weißbach die Achillessehne riss - außer ihm fehlt heute noch der Ex-Korschenbroicher Simon Ciupinski (Mittelhandbruch) - verpflichteten die Hagener kurzerhand im Schweden Patrik Kvalvik (Emsdetten, Bittenfeld) einen weiteren erfahrenen Kreisläufer. Hepps Ziel ist: "Wir wollen mit allen Mitteln punkten und damit eine Heimserie starten."

Quelle: NGZ
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