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Bohrmann will kein gutes Spiel sondern die beiden Punkte

Dormagen. TSV Bayer Dormagen erwartet morgen Abend Zweitliga-"Wundertüte" TV Emsdetten. Von Volker Koch

Normalerweise blenden Trainer eine abgelaufene Spielzeit mit dem letzten Schlusspfiff des letzten Saisonspiels aus. Nicht so im Falle des TV Emsdetten, der morgen (19 Uhr, Bayer-Sportcenter) zum Zweitliga-Duell bei den Handballern des TSV Bayer Dormagen gastiert: "Da haben wir noch einiges gut zu machen", sagt Jörg Bohrmann mit Blick auf den 21. März diesen Jahres.

Da kassierten seine Schützlinge mit dem 25:31 gegen die Emsländer zwar nicht die höchste, aber eine der empfindlichsten (Heim-)Niederlagen der vergangenen Saison. "Das hat richtig weh getan", erinnert sich der Trainer an das Debakel im zweiten Durchgang, als die Hausherren im Anschluss an den 16:16-Zwischenstand (34.) mit einer ergreifenden Chancenlosigkeit auftraten, die - auch daran erinnert sich der Coach - zu heftigen Unmutsreaktionen der Fans führte.

So etwas soll sich morgen Abend nicht wiederholen. "Wir gehen deshalb extrem motiviert in dieses Spiel", verrät Bohrmann. Und das keineswegs nur mit Blick auf die Vergangenheit. Sondern auch mit Blick in die Zukunft, die dem TSV bis Monatsende noch die Partien in Hagen (16.), Rostock (21.), gegen Henstedt (25.) und in Essen (30.) beschert. Zusammen mit der 22:25-Niederlage in Rimpar und der morgigen Begegnung macht das sechs Spiele im Oktober, "von denen wir nach Möglichkeit drei gewinnen möchten", sagt Bohrmann, wohlwissend, dass durch die Niederlage in Rimpar "eine Chance schon mal weg" ist. Zwei Siege, weiß er, sind fast schon Pflicht, "um den Anschluss nicht zu verlieren." Und da von den sechsen nur zwei vor heimischem Publikum angepfiffen werden, sagt das eigentlich schon alles über die Bedeutung der morgigen Partie. Weshalb Bohrmann unmissverständlich feststellt: "Ich will kein schönes Spiel, bei dem uns hinterher wieder alle trotz Niederlage zu unserer Leistung gratulieren, ich will die beiden Punkte."

Ein Unterfangen freilich, das nicht so einfach werden wird wie es sich anhören mag. Bohrmanns Rezept: "Wir brauchen eine stabile Abwehr, wir müssen hinten kompakt stehen", klingt zwar logisch. Aber ob es gegen den TV Emsdetten umzusetzen sein wird, da hegt der Trainer wohl selbst leichte Zweifel, schließlich "haben wir gegen keinen anderen Gegner so viele Tore kassiert". 43 waren es im legendären Hinspiel, das es mit den 37 Dormagener Treffern auf satte 80 Tore in 60 Minuten brachte, 31 im Rückspiel. Macht in der Addition 74, "oder im Schnitt 37 pro Partie, also eindeutig zu viele", hat Bohrmann ausgerechnet.

Allerdings ist der TV Emsdetten, der sich morgen im Sportcenter vorstellt, nicht mehr identisch mit dem der vergangenen Spielzeit, verließen doch sechs Akteure, darunter in Johan Koch, Steffen Lokkebo, Olafur Ragnarsson und Stian Brevik ein Quintett mit internationaler Erfahrung, den Klub. Aufgefüllt wurde der Kader von Trainer Daniel Kubes mit fünf, zum Teil jungen, deutschen Spielern, immer ein Indiz, dass die finanziellen Mittel auch im Emsland nicht mehr so reichlich fließen, obwohl der TVE Holger Kaiser, den ehemaligen Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, als Manager verpflichtete. "dennoch haben die immer noch eine Profi-Mannschaft von hoher Qualität", sagt Bohrmann und denkt dabei an die Rückraumachse mit dem Schweden Tobias Rivesjö, dem Isländer Ernir Arnarson und dem aus Saarlouis ins Emsland gewechselten, wegen seiner verdeckten Schlagwürfe gefürchteten Merten Krings. Die Niederländer Jasper Adams und Iso Sluijters und die Isländer Anton Runarsson und Oddur Gretarsson, auf Linksaußen bisher bester Torschütze des TVE (44/14) bringen außerdem internationale Erfahrung mit.

Trotzdem erwiesen sich die Emsländer bislang als "Wundertüte" der ohnehin wunderlichen Liga: Dem Sieg über Nordhorn (27:23) folgte eine Niederlage in Saarlouis (31:33), dem Sieg in Rimpar (33:28) folgte Niederlagen gegen die Aufsteiger Hagen (26:30) und Springe (22:27), danach aber wieder ein Sieg in Rostock (23:20) und ein 32:32-Unentschieden gegen Erstliga-Absteiger Erlangen. "Die sind in der Tat schwer einzuschätzen", sagt Bohrmann und fordert deshalb: "Wir müssen Vollgas geben - ob das reicht, wird sich zeigen."

Quelle: NGZ
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