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Korschenbroich
Bolten braut ein neues Helles

Korschenbroich: Bolten braut ein neues Helles
Brauerei-Inhaber Michael Hollmann geht neue Wege: Er will sein Altbier-Sortiment ab Ende April um ein weiteres Helles ergänzen. NGZ-Archiv: L. Berns FOTO: NGZ
Korschenbroich. Michael Hollmann, als Inhaber der Bolten-Brauerei für seine vielen Ideen bekannt, tanzt jetzt offiziell auf zwei Hochzeiten. Er braut ab Ende April in Neersbroich auch Pils. Zudem arbeitet er in Duisburg als Sinalco-Chef. Von Ruth Wiedner

Neersbroich Für Michael Hollmann (52) hatte die Woche schon immer 70-Stunden. Das wird sich auch künftig nicht ändern – im Gegenteil. Ab jetzt kommen mehr Verantwortung und noch mehr Termine für den quirligen Geschäftsmann dazu. Hollmann, seit 2005 Inhaber der Privatbrauerei Bolten, hat seit vergangener Woche als Sinalco-Chef noch einen zweiten Schreibtisch – und der steht in Duisburg. Der 52 Jahre alte Jurist verstärkt dort die Geschäftsführung der Getränkegruppe Hövelmann. Der ausgewiesene Branchenkenner übernimmt die Verantwortung für Vertrieb und Marketing. Damit ist er neben dem Geschäftsgründer Hermann Hövelmann (75), Geschäftsführer Wilhelm Josten (65) und Finanzgeschäftsführer Edmund Skopyrla (46) einer von vier maßgeblichen Chefs.

Hollmann sieht den Mehraufgaben gelassen entgegen. An zwei Tagen in der Woche will er in Neersbroich sein, den Rest der Woche pendelt er zwischen Wickrath und Duisburg. Für ihn ein Kinderspiel: "Als ich noch bei Hannen Geschäftsführer war, musste ich täglich die doppelte Kilometerzahl zurücklegen." Dabei ist eines für ihn wesentlich: "Arbeit muss Spaß machen." Dass ihn die Aufgabe bei Hövelmann mit 800 Mitarbeitern und einem erwirtschafteten Jahresumsatz von über 750 Millionen Euro gereizt hat, gibt er offen zu. Für Korschenbroich ist das aber kein Ausverkauf. Seine 31 Mitarbeiter brauchen sich keine Sorgen zu machen. "Ich bleibe weiter geschäftsführender Gesellschafter", versicherte er.

Das verlockende Angebot von Hövelmann wollte Hollmann, Vater von vier Kindern, aber auch aus finanziellen Gründen nicht ausschlagen. Bolten hat zwar im Gegensatz zum Trend ein Plus von 17 Prozent erwirtschaftet – Hollmann spricht von einem Anstieg auf einen Jahresumsatz von 4,5 Millionen Euro. Allerdings drücken noch die in der Vergangenheit getätigten Investitionen: "Die Entwicklung ist gut, aber das finanzielle Ergebnis ist noch unbefriedigend."

Dies schreckt den Geschäftsmann nicht, bei Bolten eine neue Marke zu platzieren. Er will in fünf Wochen mit Bolten Helles auf den Markt. Auf die Brauart hat er sich noch nicht festgelegt. Er denkt an Pilsener Brauart. Der Auftritt steht aber schon fest: "Wir werden moderner, peppiger, bunter." Das Helle, das Hollmann als Sortimentsabrundung versteht, wird wie das Alt in der Bügelverschlussflasche abgefüllt – allerdings in 0,33 Liter.

Quelle: NGZ
 
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