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Lokalsport
Bühne frei für Special Olympics

Lokalsport: Bühne frei für Special Olympics
GWN-Tischtennisspieler Oliver Burbach zählt bei den Special Olympics in Hannover zu den heißen Medaillenkandidaten. FOTO: Andreas Woitschützke
Rhein-Kreis. An den Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung nehmen 46 Sportler aus dem Rhein-Kreis teil. Von Stephan Glasmacher

Wäre Per Mertesacker noch Fußball-Nationalspieler, hätte ihm diese Ehre vermutlich nicht zuteil werden können: Denn als prominentes "Gesicht der Spiele", der nationalen Meisterschaften von Special Olympics in Hannover, hat der Weltmeister von 2014 in dieser Woche andere Aufgaben, als sich mit der Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft in Frankreich vorzubereiten.

Knapp 5000 Athleten und Unified-Partner gehen bei den nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung von Montag bis Freitag in 18 Sportarten an den Start. Darunter sind auch 46 Sportler aus dem Rhein-Kreis: 15 Tennisspieler von Grün-Weiß Neuss, fünf Schwimmer und zehn Tischtennisspieler von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN), elf Tennisspieler vom NTC Stadtwald, weitere vier Tennisspieler von der Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss und ein Schwimmer von den Varius-Werkstätten Grevenbroich.

Doch bevor die Neusser Athleten von Dienstag an in ihren jeweiligen Disziplinen um die Medaillen kämpfen, steht am Montag ein erster Höhepunkt der Special Olympics Deutschland an: die Eröffnungsfeier in der TUI-Arena mit dem Entzünden der olympischen Fackel. 10.500 Besucher werden zu diesem Ereignis erwartet, darunter Prominente aus Politik und Sport - und natürlich das prominente "Gesicht der Spiele", Per Mertesacker.

"Die Eröffnungsfeier ist immer ein Knaller", sagt Grün-Weiß-Trainer Günter Ziegenbein voller Vorfreude. Er, seine Tennisathleten und die Betreuer von Grün-Weiß Neuss fahren bereits zwei Tage vor der Eröffnung nach Hannover, um die Stadt kennenzulernen. "So handhaben wir es vor jedem großen Turnier", erklärt Ziegenbein.

Wie bei Olympischen Spielen üblich, liegen die Wettkampfstätten der verschiedenen Sportarten eng beisammen. Das Herzstück der nationalen Meisterschaften bildet dabei der Sportpark Hannover. In neun Sportarten wird dort um Medaillen gekämpft, unter anderem im Tischtennis, Schwimmen und in der Leichtathletik. Im Sportpark befinden sich außerdem "Olympic Town" mit einem täglichen Bühnenprogramm - dort finden die Siegerehrungen statt - und das wettbewerbsfreie Angebot, auch gedacht für Sportler mit geistiger Behinderung, die an keinem Wettkampf teilnehmen können. GWN-Delegationsleiter Thomas Gindra zeigt sich erfreut über diese Kompaktheit. "So können sich die Athleten, wenn sie spielfrei haben, auch einmal andere Sportarten ansehen, zum Beispiel ins Leichtathletik-Stadion gehen oder am wettbewerbsfreien Angebot teilnehmen."

Als Koordinator der Tischtenniswettbewerbe freut es ihn besonders, dass beim Tischtennis diesmal zum ersten Mal der so genannte "Unified-Wettbewerb", bei dem je ein Sportler mit geistiger Behinderung und ein Athlet ohne Handicap ein Doppel bilden, fest im Programm ist. Für diesen Wettbewerb haben sich knapp 30 Doppel gemeldet. "Das zeigt, dass das Angebot angenommen wird", sagt Gindra. Die GWN selbst schickt zwei Unified-Paarungen an den Start. Für diese hofft Gindra, dass die Sportler die ersten Früchte des gemeinsamen Trainings der vergangenen Wochen - auch in Zusammenarbeit mit der DJK Holzbüttgen - ernten und gute Ergebnisse präsentieren können. Auch im Tennis werden in diesem Jahr erstmalig bei nationalen Spielen Unified-Wettbewerbe ausgetragen. So schickt der NTC Stadtwald in Hannover vier Unified-Doppel auf den Platz.

Aufgrund der guten Vorbereitung sind Neusser Sportler positiv gestimmt. "Vor zwei Wochen haben unsere Athleten ein letztes kleines Turnier in Köln gespielt", sagt Grün-Weiß-Trainer Günter Ziegenbein im Rückblick auf die finale Vorbereitung. Hermann Müller, Trainer des NTC Stadtwald, fügt hinzu: "Die Athleten sind heiß. Alle warten darauf, dass es endlich losgeht."

Quelle: NGZ
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