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Lokalsport
Elite kommt zum City-Lauf-Jubiläum

Citylauf 2018 in Korschenbroich: Die Elite kommt
Sie sind die Asse beim 30. Internationalen Korschenbroicher City-Lauf am Sonntag: Der EM-Dritte Richard Ringer könnte im Elitelauf der Männer für den ersten deutschen Sieg seit 1991 sorgen, Katharina Heinig und Laura Hottenrott (r.) zählen bei den Frauen zum Kreis der Mit-Favoritinnen. FOTO: Ringer/Heinig/Hottenrott/woi/Archiv
Korschenbroich. Richard Ringer, Katharina Heinig und Laura Hottenrott sind drei von bisher 3888 gemeldeten Teilnehmern am Sonntag in Korschenbroich. Von Volker Koch

Da hat sich Hans-Peter Walther noch mal mächtig ins Zeug gelegt für die Jubiläumsauflage des Korschenbroicher City-Laufs am Sonntag ab 11.45 Uhr. Denn während sich Deutschlands Lauf-Elite in den vergangenen Jahren eher rar machte auf dem Rundkurs mit Start und Ziel auf der Hindenburgstraße, kann der Cheforganisator für Lauf Nummer 30 - für ihn persönlich ist es der 29. als Kopf des Veranstaltungsteams - mit drei überaus prominenten Namen in den Rekordfeldern der beiden Elite-Läufe aufwarten.

Eine der 45 Läuferinnen, die um 15.50 Uhr auf die fünf Kilometer lange Reise durch die Korschenbroicher Innenstadt geschickt werden, hat ihre gute Form gerade erst unter Beweis gestellt: Beim Halbmarathon in Berlin lief Katharina Heinig als Siebte in neuer persönlicher Bestzeit von 1:12:44 Stunden durchs Ziel.

Die Deutsche Marathonmeisterin des vergangenen Jahres ist per Familiengeschichte mit dem City-Lauf verbunden: Als ihre Mutter Katrin Dörre-Heinig 1992 in Korschenbroich hinter der Kenianerin Tegla Loroupe Zweite wurde, war Katharina gerade zweieinhalb Jahre alt und hat das Rennen vermutlich in der Obhut von Vater Wolfgang Heinig, dem damaligen Trainer von Katrin Dörre und heutigen Marathon-Bundestrainer, verfolgt. Damals betrug die Distanz nur vier Kilometer - für Katrin Dörre ebenso ein "Sprint" wie am Sonntag die fünf Kilometer für ihre Tochter sein werden. Doch die 28-Jährige, beim Land Hessen als Polizei-Kommissarin angestellt, hat auch schon über kürzere Distanzen ihre Klasse unter Beweis gestellt - im vergangenen Monat siegte sie beim über zehn Kilometer führenden Straßenlauf "Rund ums Bayerkreuz" in Leverkusen in 33:35 Minuten.

Die City-Lauf-Distanz dürfte da eher nach dem Geschmack von Laura Hottenrott sein. Die seit diesem Jahr für den TV Wattenscheid startende 25-Jährige aus Kassel war 2015 DM-Dritte über 5000 Meter und ein Jahr später Zweite über 10.000 Meter, hat aber auch über Marathon mit einer Bestzeit von 2:32:58 Stunden schon ihre Qualitäten unter Beweis gestellt. Mit ihrer Bestzeit von 15:47,28 Minuten über 5000 Meter hätte sie 14 der vergangenen 20 City-Läufe (1998 wurde die Strecke auf fünf Kilometer verlängert) gewonnen. Das tat im vergangenen Jahr stattdessen Isabella Trzaskalska in 15:48 Minuten - und die Polin ist in den Augen von Hans-Peter Walther am Sonntag gemeinsam mit der Vorjahresdritten Iulia Shmatenko (Ukraine) und der auf Rang vier eingekommenen Britin Kate Hulls erneut Favoritin. Laura Hottenrott übrigens wurde da in 17:09 Minuten nur Zehnte, weshalb Hans-Peter Walther mit einer erneuten Einladung zögerte: "Aber ihr Vater, der gleichzeitig ihr Trainer ist, hat versprochen, dass sie es diesmal besser macht" - Laura Hottenrott wird von dem Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und "Erfinder" des Intervallfastens Professor Kuno Hottenrott trainiert.

Richard Ringer ist sei eigener Trainer. Das hat den 29-Jährigen aus Überlingen am Bodensee, der für den VfB LC Friedrichshafen startet, zu einem der besten deutschen Langstreckler der vergangenen Jahre gemacht. Von 2013 bis zum März 2018 wurde er bei zehn Starts in der Halle, im Cross und auf der Bahn zehn Mal Deutscher Meister, sowohl über 5000 Meter (2014, 2015, 2017) als auch über 10.000 Meter (2014). Größte internationale Erfolge des studierten Betriebswirts, der seit 2013 halbtags als Controller bei Rolls-Royce Power Systems arbeitet, sind die Bronzemedaillen bei den Europameisterschaften 2016 über 5000 Meter und bei der Hallen-EM 2017 über 3000 Meter.

Hans-Peter Walther traut ihm am Sonntag über zehn Kilometer einiges zu, auch wenn die Konkurrenz der 68 Starter von Vorjahressieger Roman Prodius (Moldawien) angeführt wird: "Vielleicht gibt es ja endlich wieder einen Sieg eines deutschen Läufers." Der letzte liegt 27 Jahre zurück - 1991 gewann Marathon-Legende Jörg Peter.

Ringer, Hottenrott und Heinig sind drei von insgesamt 3888 Namen, die in der Meldeliste für die insgesamt 16 Läufe verzeichnet stehen. "Das entspricht in etwa dem Stand des Vorjahres zur gleichen Zeit", stellt Walther sichtlich zufrieden fest. Da erreichten schließlich 3943 von 4322 gemeldeten Läuferinnen und Läufern das Ziel - und da die Wetterprognosen für den Jubiläums-Sonntag vielversprechend klingen, sind ähnliche Zahlen sicher nicht unrealistisch.

Quelle: NGZ
 
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