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Neusser Galopprennbahn
Damen geben den Ton an

Neusser Galopprennbahn: Damen geben den Ton an
Haben alle mal die Perlenkette gewonnen und sind beim morgigen Renntag engagiert: Olga Laznovska, Katja Gernreich, Eva-Maria Geisler, Marion Weber, Helga Dwald und Carmen Bocskai (von oben links im Uhrzeigersinn). FOTO: K. J. Tuchel/Archiv
Neuss. Sechs Siegerinnen im "Preis der Perlenkette" sind beim zweiten Winter-Renntag morgen auf der Neusser Galopprennbahn engagiert. Von Klaus Göntzsche

Wenn die Galopprennbahn in Neuss in den letzten Jahren noch ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen konnte, dann war und ist es der Damen-Wettbewerb um den Preis der Perlenkette, bereits 1961 vom damaligen Geschäftsführer Harald von Gustedt gegründet und von der Zeit der Baumaßnahmen abgesehen aufrechterhalten. Auch 2017 wird es ihn wieder geben. Jahrelang begleitet von dem 2015 verstorbenen Buchmacher Michael Sieberts und 2016 von der Albers&Siebert Buchmacher GmbH fortgeführt.

Wenn am Dienstag ab 17 Uhr insgesamt acht Rennen gestartet werden, dann sind sechs Gewinnerinnen mit zehn Exemplaren dieses begehrten Schmuckstücks auf unterschiedliche Weise beteiligt. Es sind Helga Dewald (Siegerin 1969, 1971 und 1976), Carmen Bocskai (1996 bis 1998), Katja Gernreich (1999), Marion Weber (2004), Olga Laznovska (2012) und Eva-Maria Geisler, die 2016 unter ihrem Geburtsnamen Zwingelstein gewann.

FOTO: Klaus-Joerg Tuchel

Sicher anwesend wird Eva-Maria Geisler (29) sein, die dreimal reitet: die krasse Außenseiterin Königin Callme im ersten Rennen, den nicht ganz chancenlosen Born To Be Alive im zweiten Rennen und eine halbe Stunde später Nightdance Prince, der allerdings ein "maßgeschneidertes" Rennen zum Erfolg braucht. Sein Trainer Rudi Storp war früher Deutschlehrer - er wird es also gut erklären können. Die dreifache Siegerin Helga Dewald ist mit 74 Jahren die älteste der sechs beteiligten Perlenketten-Siegerinnen - und sie ist bis heute gewaltig stolz auf diese Siege, zuletzt errungen immerhin vor 40 Jahren. Dewald: "Ich habe die Ketten bei Rennbahnbesuchen in Neuss immer getragen."

FOTO: Klaus-Joerg Tuchel

Sie trainiert drei Pferde auf dem Gelände des heutigen Event-Schlosses Arff an der Stadtgrenze Köln/Dormagen. Sie ist jeden Tag dort im Einsatz, Rennbahnbesuche traut sie sich aber gesundheitlich nicht mehr zu. Für Dewald läuft im ersten Rennen die Außenseiterin Wachau mit Andreas Helfenbein. Auch im Leben von Carmen Bocskai haben die drei Perlenketten einen hohen Stellenwert. Sie wurden in ihrer Zeit in Köln und der Heimatstadt Krefeld gewonnen. Carmen Bocskai: "Die Rennen wurden damals in der Telewette live im Fernsehen übertragen." Mit ihrem Ehemann Georg (einem der besten deutschen Jockeys der letzten 50 Jahre) trainiert sie nach Jahren in der Schweiz seit zwei Jahren in Iffezheim. Im letzten Rennen läuft für sie die Stute Piccadilly mit Maxim Pecheur. Katja Gernreich als Siegerin von 1999 arbeitet in Neuss, ist mit den nur wenigen Pferden immer wieder siegreich und auch Mon Petit Fleur im ersten Rennen mit Martin Seidl kann überraschen.

FOTO: Klaus Göntzsche

Als Marion Weber vor zwölf Jahren das Schmuckstück gewann, war ihr Stall noch prall gefüllt, die Zeiten gänzlich andere als heute. Auch sie ist morgen vor Ort und wird die vier Pferde Porcupine Creek (1.R.), Red Dynamite (2.R.), Denia (6.R.) und Anaximenes im letzten Rennen satteln. Prognose: ein Sieg und zwei Platzierungen. Ihr Sohn Robin (17) sitzt im ersten Rennen auf dem von seiner Mutter trainierten Wallach. 53 Rennen hat Robin bereits gewonnen, doch die Jockey-Karriere geriet (nicht unerwartet) einige Male ins Stolpern. Vor allem das Gewicht plagte ihn bei der Größe von 1,80 Meter. Morgen sind 60 Kilogramm gefragt, das schafft er ohne Probleme.

Auch bei der in Dormagen lebenden Olga Laznovska stehen etliche Eintragungen im Strafregister ihrer Reiterlaufbahn, allerdings waren es meist Peitschendelikte. Sie ist morgen als Trainerin für Nibelungenfürst (2.R.), Edelstein (3.R.:) Nandolo (4.R..) und Welkando (8.R.) zuständig, die auch von Schloß Arff kommen. Es ist schon eine ungewöhnliche Truppe, die dort mit großer Leidenschaft und viel Fachwissen tätig ist. Wer deren Begeisterung erleben will, der muss im Endkampf nur die Nähe dieser Mannschaft in Höhe des Ziels aufsuchen.

Quelle: NGZ
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