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Handball
Das beeindruckende Comeback des David Breuer

Korschenbroich. Selten wohl ist ein gegnerischer Spieler in der Korschenbroicher Waldsporthalle nach dem Schlusspfiff so oft geherzt und umarmt worden wie David Breuer am Freitagabend. Vor allem dann nicht, wenn er in den voraufgegangenen sechzig Minuten drei durchaus entscheidende Tore zu einem Sieg der Gäste beisteuerte. Von Volker Koch

Doch das war allen herzlich egal nach der 27:30-Niederlage des TV Korschenbroich gegen Drittliga-Tabellenführer TuS Ferndorf. Den Linkshänder, der von 2007 bis 2011 das Trikot des TVK getragen hatte, überhaupt Handball spielen zu sehen, erfüllte die meisten mit Freude. Schließlich war bei David Breuer Anfang August Hodenkrebs diagnostiziert worden. Nach monatelanger, erfolgreicher Chemotherapie ist der 33-Jährige dabei, sich wieder in ein normales Leben zurück zu kämpfen - und zu dem soll der Handball noch einige Zeit dazu gehören.

"Es macht Spaß, wieder spielen zu können, auch wenn ich noch lange nicht da bin, wo ich mal war", sagt Breuer, der sich selbst als "vollständig geheilt" bezeichnet. Hinter ihm liegt eine harte Zeit, darum ist er froh, dass die Dritte Liga über Ostern eine Spielpause einlegt: "Ich fahre jetzt erst mal zwei Wochen in Urlaub, den habe ich wirklich nötig", sagt der Rechtsaußen. Schließlich musste er nach Krebserkrankung und Chemotherapie seinen Körper "erst mal wieder von ganz unten bis auf Null bringen." Um auf diesen "Normalzustand" jetzt all das draufzupacken, was ein Leistungssportler so braucht. Das dauert. Beim Ferndorfer 30:27-Sieg an seiner alten Wirkungsstätte durfte er 25 Minuten 'ran, zehn vor der Pause, fünfzehn in der Schlussphase. Konditionell ist da noch einiges aufzuholen. Dass der Linkshänder jedoch von seinen Tricks nichts verlernt hat, bekam Benedikt Köss, der ansonsten gut aufgelegte Torhüter des TV Korschenbroich, bei seinen drei Treffern von der Rechtsaußenposition deutlich zu spüren.

Wie es handballerisch weitergeht mit dem 33-Jährigen, nachdem ihm Ferndorf kein weiteres Vertragsangebot mehr unterbreitete, lässt er offen: "Ich weiß es selbst noch nicht", sagt David Breuer, um verschmitzt lächelnd anzufügen: "Du weißt doch, als Linkshänder brauchst du keine Eile zu haben, da findest du immer noch einen Verein."

Es sind zwei weitere Dinge, die ihn beim Blick in die Zukunft entspannt wirken lassen: Zum einen hat er jetzt - zunächst eine halbe - Stelle als Lehrer, "da bin ich demnächst nicht mehr auf den Handball als Lebensunterhalt angewiesen." Und zum anderen haben ihn die vergangenen Monate eines gelehrt: "Egal, was du tust, am allerwichtigsten ist die Gesundheit." Man ist, nicht nur nach diesem denkwürdigen Auftritt, geneigt, ihm zu glauben.

Quelle: NGZ
 
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