| 00.00 Uhr

Lokalsport
Das Finale

Lokalsport: Das Finale
FOTO: 150111NE02092
Neuss. Mit sieben Rennen heute ab 16.55 Uhr auf der Neusser Galopprennbahn endet die Saison 2015 im deutschen Galoppsport. Im Mittelpunkt steht der Kampf um Titel des Jockey-Champions. Von Klaus Göntzsche

Es hätte spannender nicht werden können: Im Kampf um das Jockeychampionat führt Alexander Pietsch (43) mit einem Punkt vor Andrasch Starke (41). Es steht 85:84 für den gebürtigen Dresdner, der schon zu Beginn des Jahres seinen großen Wunsch nach dem Championat nicht verschwieg und mit Hinweis auf Alter und Gewichtsprobleme von "meiner letzten Chance" sprach. Starke kann und wird das nach sieben Meisterschaften (1998-2001, 2003, 2012 und 2013) gelassener betrachten. Es ist ohnehin erstaunlich, dass er nach vier erfolgreichen Wochen in Japan überhaupt noch um den Titel kämpft.

Es werden Erinnerungen wach an den 30. Dezember 1979. Lutz Mäder und Georg Bocskai bekämpften sich gnadenlos und im entscheidenden Rennen leistete sich Bocskai im Sattel von Galaxor im Schlussbogen ein übles Foul gegen Mäder auf Mount Cook. Mäder gewann trotzdem, wurde Champion und Bocskai für drei Wochen gesperrt.

Die NGZ analysiert die Chancen der beiden Kontrahenten in den sechs Rennen. 1. Rennen Alexander Pietsch reitet die Stute Seradora (Nr. 4). Das Gewinnen mit ihr wird schwer. Andrasch Starke hat die Stute Near Excellent (Nr. 3) aus dem Spitzengestüt Wittekindshof unter dem Sattel. Klarer Vorteil für Starke, aber es muss Royal Academy (Nr. 2) mit der Nachwuchsreiterin Jennifer Mölls geschlagen werden. 2. Rennen Pietsch sitzt im Sattel der Stute Charlize (Nr. 6). Sie war zuletzt zwei Mal Zweite in Neuss und müsste eine sehr gute Siegchance haben. Das Pferd gehört dem Krombacher Brauerei-Manager Stephan Maubach und seiner Ehefrau Katharina Werning-Maubach (39), einst erfolgreiche Reiterin mit 155 Siegen und auch als Model gefragt. Ein schwerer Sturz 2008 in Neuss trug zum Karriereende bei. Starke reitet Shinko Danon (Nr. 1). Er muss auf der Sprintstrecke von 1100 Metern aus der ungünstigen Startbox 10 antreten und trägt das Höchstgewicht aller Starter. Vorteil für Pietsch. 3. Rennen Mit der Viererwette und der damit verbundenen Garantieauszahlung von 10.000 Euro. Pietsch sitzt im Sattel von Newnton Lodge (Nr. 9). Starke reitet aus dem Stall der Neusser Trainerin Marion Weber die frische Siegerin Red Dynamite (Nr. 7) des 91 Jahre alten Besitzer Martin Strentz aus Lobberich. Beim letzten Aufeinandertreffen am 8. Dezember war Red Dynamite vor Newnton Lodge. Aber damals saß Nachwuchsreiter Robin Weber (derzeit verletzt) im Sattel der Stute aus dem Stall seiner Mutter. Für den Erfolg gab es das übliche Aufgewicht. Die Karten sind also neu gemischt, diesmal Vorteil für Pietsch. Allerdings befinden sich im Feld zwei oder drei Pferde, deren Siegchancen größer sind als die Pferde der beiden Championats-Kontrahenten. 4. Rennen Pietsch sitzt im Sattel des Veteranen World`s Danger (Nr. 5), der schon 20 Mal in Neuss gelaufen ist. Der letzte Sieg datiert vom 11. Februar 2014. Starkes Stute Ledena (Nr. 2) ist dagegen wenig gelaufen, hat sicher mehr Potenzial als der acht Jahre alte World`s Danger. Vorteil Starke. 5. Rennen: Der Ritt von Pietsch ist eine Art Wundertüte. Niemand weiß so ganz genau, was in dem vierjährigen Wallach Vabinsaru (Nr. 2) wirklich steckt: ein Tiger oder nur ein Bettvorleger. Beim vorletzten Start am 13. Oktober in Neuss über 2300 Meter gewann Pietsch mit ihm überlegen, am 22. November ebenfalls in Neuss (aber über 1900 Meter) trat Vabinsaru Mitte der Zielgeraden ruckartig auf die Bremse und stand. Heute geht es wieder über 2300 Meter und Pietsch wird sicher nicht ganz so offensiv reiten wie zuletzt. Starke steuert den bereits elfjährigen Wallach Shaw (Nr. 7) aus dem Weber-Stall. Auch er hat zuletzt mit Robin Weber gewonnen. Das "Zünglein an der Waage" heißt ohnehin Antonow (Nr.6) mit Jozef Bojko für die Neusser Trainerin Katja Gernreich. 6.Rennen Aus dem kleinen Stall des Dortmunder Trainers Ralph Schaaf kommt Seriensieger Elgin (Nr. 3), das Pferd von Pietsch. Lief zuletzt nach einer Pause schwach, das wird sich heute ändern. Aber Starke kann sich auf Beagle Boy (Nr. 1)verlassen. Fünf Starts in Neuss mit einem Durchschnitt von 1,4. Kein Vorteil für beide Reiter, es entscheidet die Taktik, der Rennverlauf und ohne Glück geht es auch nicht. Es scheint also durchaus möglich, dass die Entscheidung erst im letztmöglichen Rennen des Jahres fällt.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Das Finale


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.