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Hockey
Das Glück hat Schwarz-Weiß verlassen

Hockey: Das Glück hat Schwarz-Weiß verlassen
Im Neusser Schusskreis geht es mal wieder drunter und drüber: Während Mario Stümpel wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegt, wehrt Torhüter Martin Wagner in großartiger Manier einen Angriff der Hamburger ab. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Auch im letzten Spiel der Hinrunde gegen den Club an der Alster war der Hockey-Bundesligist aus Neuss wieder dran an einem Punktgewinn. Nach der 1:2-Heimniederlage trennen den Neuling nach wie vor sieben Punkte vom rettenden Ufer. Von Dirk Sitterle

Wenn für den HTC SW Neuss die Saison auf dem Feld am 19. März vor heimischem Publikum mit dem Abstiegsschlager gegen Blau-Weiss Berlin fortgesetzt wird, startet das Schlusslicht der Hockey-Bundesliga mit einem Rückstand von sieben Punkten auf den zum Klassenverbleib nötigen zehnten Rang in die Rückrunde. Eine Menge Holz, doch muss der Aufsteiger nach einer sieglosen ersten Serie sogar noch mächtig zufrieden sein, dass er überhaupt noch im Rennen um ein zweites Jahr im Oberhaus ist. Eine weitaus bessere Ausgangslage wäre möglich gewesen, denn die Truppe von Trainer Omar Schlingemann ist mittlerweile absolut wettbewerbsfähig. "Aber das Glück ist einfach nicht mit uns", stellte Teammanager Stephan Busse auch am Samstag nach der 1:2-Niederlage (Halbzeit 0:0) gegen den Club an der Alster fest.

Irgendwie hat sich in dieser Saison alles gegen die Schwarz-Weißen verschworen: Wichtige Akteure wie Philipp Weide und Matthias Gräber, der in der Hinrunde gar nicht gespielt hat, fehlen, dazu die - freilich selbstverschuldeten - Verluste der beiden ohne Spielberechtigung eingesetzten Malaien Faiz Jali und Muhammad Rashid Baharom - sowie als Folge davon, die Aberkennung des gegen BW Berlin erstrittenen Zählers. Die erstaunlich gut integrierten Asiaten sind längst zurück in ihrer Heimat, die als wichtige Verstärkungen fest eingeplanten Australier Kurt Mackey und Jeremy Edwards aus demselben Grund erst gar nicht gekommen. Das Quartett steht auch im neuen Jahr nicht zur Verfügung. Und ob der in Pakistan in Sachen Nationalmannschaft aktive Sibtain Raza nach Neuss zurückkehrt, sei ebenso noch offen, sagt Teamchef Carlos Navarette.

Auch die Partie gegen Alster begleitete ein Problem: Weil ein offensichtlich defekter Flutlichtmast zum kompletten Ausfall der Anlage führte, blieb er während der gesamten 70 Minuten aus, was an einem eh schon trüben Abend Anfang November ziemlich peinlich auffiel.

Martin Wagner verlor glücklicherweise nicht den Überblick. Mit einer Weltklasseleistung hielt er vor der Halbzeitpause die Null fest, entschärfte unter anderem einen Siebenmeter und eine Strafecke des bei Standards ansonsten tödlichen Jonathan Fröschle. Auf der anderen Seite scheiterte Sebastian Draguhn mit seiner Ecke an Club-Goalie Felix Reuß. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel überwand Alsters Nationalspieler Constantin Staib den famosen Wagner mit einer Salve hoch ins Eck dann doch (36.). Unbeeindruckt davon attackierte das Kellerkind nun energischer, doch weder der zweimal optimal in Position gebrachte Sibtain Raza noch Sebastian Draguhn, dem dafür insgesamt sechs Strafecken zur Verfügung standen, fanden in den Duellen mit Reuß ihr Abschlussglück. Erst nach dem erneut von Staib abgeschlossenen mustergültigen Konter zum 2:0 (48.), brach der von Roderick Musters angespielte Sebastian Draguhn mit einem verzweifelten Hammer aus der Drehung den Bann (56.). Als der kurz darauf mit der Gelben Karte bedachte Alexander Bunz seine Zeitstrafe absaß, hätten die Neusser nachlegen können, ja müssen. Doch der Treffer zum verdienten 2:2 wollte ihnen nicht mehr glücken.

Danach blieb mal wieder nur Enttäuschung und bei Stephan Busse die Erkenntnis: "Wenn du keine von sechs Ecken verwandelst, gehst du halt leer aus."

Quelle: NGZ
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