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Defensive gewinnt die Meisterschaft

Lokalsport: Defensive gewinnt die Meisterschaft
So feiert nur der Meister: Dormagen sichert sich in beeindruckender Art und Weise den Titel in der Bezirksliga. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Der TSV Bayer Dormagen sichert sich mit größter Souveränität die Rückkehr in die Fußball-Landesliga. Die Elf vom Höhenberg kassiert während der kompletten Rückrunde nur vier Treffer. Bislang gibt es keine Neuverpflichtungen. Von Christos Pasvantis

Fragte man vor der gerade beendeten Bezirksliga-Saison die involvierten Trainer nach ihren Aufstiegsfavoriten, fielen einige Namen. Der des Landesliga-Absteigers TSV Bayer Dormagen war auffallend selten darunter. "Die Meisterschaft hätte ich vor der Saison niemals für möglich gehalten", sagt selbst TSV-Coach Carlos Perez. Mangelnde Erfahrung und wenig klangvolle Namen sprachen in der Tat nicht unbedingt für einen Wiederaufstieg. Das Ende vom Lied ist bekannt: Trotz eines Altersschnitts von nur knapp 23 Jahren und bis zum letzten Spieltag größtem Druck von Verfolger TSV Meerbusch II steht mit 26 Siegen und nur 18 Gegentoren aus 32 Spielen die verdiente Rückkehr in die Landesliga.

Was Bayer die gesamte Saison über auszeichnete, war eine Professionalität, die fast jedem Gegner einfach über war. Sowohl läuferisch als auch in der Umschaltbewegung und Fehlervermeidung kam keine andere Mannschaft an Dormagen heran. "Nach dem Abstieg haben wir uns als Mannschaft zusammengesetzt und uns geschworen, alles dafür zu tun, wieder anzugreifen", sagt Volker Helm, mit 22 Toren und 20 Vorlagen der überragende Spieler der Saison. Die Geschlossenheit sieht der 29 Jahre alte "Oldie" als großes Plus: "Ich habe noch nie so eine harmonische Mannschaft gesehen. Die Jungs sind nicht voneinander zu trennen." Auf dem Platz ging Helm gemeinsam mit Torwart Arthur Rothkegel und Abwehrchef Bodo Fieren als Führungsperson voran, auf ihn und seinen kongenialen Sturmpartner Marius Frassek fanden die gegnerischen Abwehrreihen die ganze Saison über keine Antwort. "Schade, dass wir beide nicht schon viel früher zusammen gespielt haben", sagt Helm. "Die beiden haben bei mir vorne alle Freiheiten", erklärt Perez.

Besonders beeindruckt war der Coach allerdings von seinen sechs Jungspunden zwischen 18 und 21 Jahren: "Die haben eine überragende Saison gespielt und mich wirklich überrascht." Zumal in Bodo Fieren in der Rückserie die größte Säule der Defensive wegbrach und in Andrej Costache auch der zweite Innenverteidiger fast die gesamte Saison verpasste. Dass Perez den 19-jährigen Henry Thimm und den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler Nico Eifler in die Abwehr beorderte, erwies sich als Glücksfall. "Für mich war das absolut kein Problem", sagt Eifler, "vor allem Henry muss ich ein Riesenlob aussprechen." Nur vier Tore ließ der TSV in der Rückrunde zu. Und hätte ein nicht zu verteidigender Kunstschuss aus 30 Metern im Topspiel gegen Meerbusch Ende Februar nicht zu einer 0:1-Niederlage geführt, wäre der Meisterschaftskampf wohl schon deutlich früher entschieden gewesen. "Davon haben wir uns nie beirren lassen und eine fast perfekte Rückserie gespielt", findet Eifler.

In der kommenden Saison wird er seinen Abwehrpartner allerdings verlieren; Thimm verbringt das Jahr studienbedingt im Ausland, auch Bodo Fieren verlässt den Verein. Neben Philipp Blank und Severin Cremers aus dem eigenen Nachwuchs bleiben Zugänge bislang aus, was Perez verwundert: "Warum keiner nach Dormagen kommen will, kann ich nicht sagen. Wir tun uns schwer, vielleicht scheitert es ja auch am Geld." Und obwohl er gerade in der Defensive noch Verstärkungspotenzial sieht, will er das herausragende Teamgefüge nicht auf Kosten eines "Söldners" aufs Spiel setzen: "Einerseits hätten wir gerne einen erfahrenen Landesligakicker. Andererseits sind das auch immer die ersten, die weg sind, wenn es nicht läuft."

Quelle: NGZ
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