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Der Favorit heißt VfL Gummersbach

Lokalsport: Der Favorit heißt VfL Gummersbach
Zweifellos das bekannteste Gesicht beim Pierburg-Cup, und das nicht nur, weil Florian Kehrmann in Neuss geboren und in Büttgen aufgewachsen ist: Der Weltmeister von 2007 sitzt auf der Trainerbank des TBV Lemgo. FOTO: Anja Tinter
Neuss. Statt eines knappen Dutzend Handball-Bundesligisten gibt es in Nordrhein-Westfalen nur noch vier - drei von ihnen sind ab heute beim "Pierburg-Cup" des Neusser HV am Start. Prominentestes Gesicht ist Lemgos Trainer Florian Kehrmann. Von Volker Koch

Es gab (Spiel-) Zeiten, da kam die Hälfte aller Handball-Bundesligisten aus Nordrhein-Westfalen: VfL Gummersbach, TSV Bayer Dormagen, HSG Düsseldorf, TuSEM Essen, OSC Rheinhausen, LTV Wuppertal, TBV Lemgo, TuS Nettelstedt und GWD Minden, früher noch DSC Wanne-Eickel und OSC Thier Dortmund.

Inzwischen hat sich die Handballszene im sich immer noch "Sportland" nennenden NRW radikal verändert: Es gibt 15 Drittligisten, fünf Zweitligisten, von denen zwei (TuSEM Essen, TuS Ferndorf) in der am 3. September startenden Saison gegen den Abstieg kämpfen, und nur noch vier Erstligisten. Drei von ihnen - der VfL Gummersbach, TBV Lemgo und der Bergische HC - sind beim "Pierburg-Cup" des Neusser HV am Start, der heute Abend mit den Partien TSV Bayer Dormagen gegen Bergischer HC (18 Uhr) und Neusser HV gegen TuS Ferndorf (20 Uhr) in der Hammfeldhalle beginnt.

Dass das mit Abstand prominenteste Gesicht dieses Trios auf der Trainerbank des TBV Lemgo sitzt, sagt viel über die Größe der Brötchen aus, die in Handball-NRW noch gebacken werden: Florian Kehrmann, vor 39 Jahren in Neuss geboren, in Büttgen aufgewachsen, wo Muter Marlies und Vater Helmut weiterhin zuhause sind, 2007 im eigenen Land Weltmeister geworden.

Aktuelle Nationalspieler sind rar in Nordrhein-Westfalen: Als einziger schaffte es der beim TV Aldekerk groß gewordene Julius Kühn ins aktuelle Olympia-Aufgebot von Bundestrainer Dagur Sigurdsson, sein Vereinskollege Carsten Lichtlein ist als Torhüter-Ersatz dabei. Und der Ex-Dormagener Simon Ernst durfte beim Titelgewinn der Deutschen Anfang des Jahres zumindest ein paar Minuten EM-Luft schnuppern.

Dass alle drei das Trikot des VfL Gummersbach tragen, ist kein Zufall. Der einstige Rekordmeister (12 Deutsche Meistertitel zwischen 1966 und 1991, 11 Europapokalsiege) hat den Abgrund, an dem er jahrelang gefährlich wandelte, inzwischen hinter sich gelassen - dank einer neuen Halle (!) und dank des lange Zeit als Manager bei der HSG Düsseldorf tätigen Geschäftsführers Frank Flatten. "Wir wollen wieder international spielen, spätestens in der Saison 2018/19", kündigt Flatten höhere Ziele als den zuletzt belegten neunten Tabellenplatz an.

Davon sind der TBV Lemgo (im Vorjahr 13.) und der Bergische HC (12.) weit entfernt. Für beide wird es im Kampf mit den starken Aufsteigern HC Erlangen, GWD Minden und HSC Coburg vornehmlich um den Ligaverbleib gehen. Wie die NRW-internen Kräfteverhältnisse sind, darauf gab der f.a.n.-Cup am Wochenende in Kleinostheim einen Fingerzeig, den Gummersbach durch einen 36:27-Finalsieg über Lemgo gewann, nachdem sich der VfL im Halbfinale mit 44:20 (!) über Zweitligist TSG Friesenheim durchgesetzt hatte. Die Oberbergischen gelten deshalb auch ohne ihre Olympia-Teilnehmer und den angeschlagenen französischen Weltmeister Kevynn Nyokas als Favorit auf den Cup-Sieg.

Letzter Leistungsnachweis des Bergischen HC ist ein 36:21-Sieg am Ende seines Trainingslagers am Ijsselmeer über den niederländischen Erstligisten KRAS Volendam. "Beim Pierburg-Cup dürften wir deutlich mehr gefordert sein", sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze. Denn dass dabei drei Erstligisten aufeinandertreffen, katapultiert dessen zweite Auflage gleich in die Beletage der Vorbereitungsturniere.

Quelle: NGZ
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