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Der "Star" startet heute im letzten Rennen

Lokalsport: Der "Star" startet heute im letzten Rennen
Drummer mit Andrasch Stark soll heute auf der Neusser Galopprennbahn im letzten Rennen zum Sieg schweben. FOTO: Klaus-Jörg Tuchel
Neuss. Drummer aus dem Stall Nizza soll in Neuss für Jockey Andrasch Starke und Trainer Peter Schiergen im Championatskampf punkten. Von Klaus Göntzsche

Das Beste kommt zum Schluss. Wenn heute ab 16.55 Uhr auf der Neusser Galopprennbahn das erste der acht Rennen mit den Live-Übertragungen nach Frankreich, in Teile der Schweiz und Spaniens gestartet wird, dann läuft das beste Pferd des gesamten Programms im achten und damit letzten Rennen. Gekoppelt sind die Neusser Rennen mit Marseille-Vivaux und ab 19.55 Uhr mit der legendären Traber-Piste auf dem Plateau de Gravelle in Paris-Vincennes, dem Austragungsort des Prix d`Amerique, dem wichtigsten Trabrennen der Welt, diesmal gelaufen am 31. Januar 2016.

Der Grund zum Verbleiben bis zum exakt geplanten Start um 20.38 Uhr trägt den Namen Drummer. Dieser dreijährige Hengst stammt aus der Zucht des Spitzengestüts Fährhof der Bremer Familie Jacobs. Bei der Jährlingsauktion 2013 in Baden-Baden/Iffezheim wurde der Hengst aus dem Gestüt in Sottrum bei Bremen mit der Katalog-Nummer .169 angeboten und für 85.000 Euro dem Stall Nizza von Ursula und Jürgen Imm aus Freiburg im Breisgau zugeschlagen. Jürgen Imm ist der Chef des kleinen, aber feinen Privatbankhauses E. Mayer AG.

Zum Zeitpunkt des Zuschlags war das Pferd noch namenlos. Das wird von den Gestüten oft so gehandhabt, um den Käufern die Namensgebung zu überlassen. Drummer ist ein passender Name, denn der von Peter Schiergen trainierte Hengst machte mächtig Musik und gewann in diesem Jahr vier Rennen, eines in Köln und drei auf der in Deutschland einmaligen geraden Bahn über 1400 und 1600 Meter in Berlin-Hoppegarten. Das ist eine besonders anspruchsvolle Strecke und Drummer steigerte sich mit diesen Siegen in den BBAG-Auktionsrennen auf eine Gesamtgewinnsumme von 92.300 Euro. Zwei Starts in schweren Rennen in Düsseldorf und Mailand zeigten zuletzt auch Grenzen, doch für das heutige Rennen auf der Sandbahn über 1500 Meter dürfte es leicht reichen.

Es geht dabei um einen Punkt im Kampf um das Jockey-Championat für Andrasch Starke (76 Siege) gegen Alexander Pietsch mit 78 Treffern. Nicht minder wichtig ist das Rennen für Trainer Peter Schiergen, denn er kämpft noch gegen Andreas Wöhler um das ebenso begehrte Trainer-Championat. Wöhler führt mit 68:65 Siegen. Er lässt im Rennen gegen Drummer mit Near Exzellent und Eduardo Pedroza einen Gegner laufen, der zumindest nicht einfach einzuschätzen ist. Auf dem Papier trennen ihn zwei Klassen von Drummer, doch auf dem Sandgeläuf herrschen nicht selten andere Gesetze. Peter Schiergen hat mit Mombasa und Manchurian noch zwei weitere Pferde laufen, die beide von Sohn Vinzenz (18) geritten werden. Für ihn geht es noch um das Amateur-Championat.

In dieser Wertung liegt noch Robin Weber (16) mit einem Punkt in Front, doch der Neusser Trainerinnen-Sohn ist am 1. November in das Profilager übergetreten und seine Siege (heute sieben Ritte) zählen deshalb in der Amateur-Wertung nicht mehr. Vinzenz Schiergen pausierte vom 4. Juni bis 3. Oktober wegen einer schweren Kopfverletzung nach einem Sturz in Frankfurt. Die Stute Mombasa aus der Zucht des Kölner Gestüts Bona soll sich die nötige Kondition für die Auftritte im Skijöring beim White Turf am 7., 14. und 21. Februar 2016 auf dem See von St. Moritz holen. Diese kuriose Disziplin mit Skifahrern an Seilen hinter den Pferden hat Mombasa mehrfach gewonnen und mittlerweile gehört sie auch ihrem "Piloten" Adrian von Gunten aus Burgdorf im Kanton Bern.

Der Stall Nizza von Ursula und Jürgen Imm wird in diesem Jahr die Meisterschaft der Besitzer gewinnen. 888.852 Euro haben die Pferde gewonnen, an der Spitze Derbysieger Nutan mit 416.500 Euro und die Europa-Preis-Siegerin Nightflower mit 300.000 Euro. Dazu kommt der Gewinn des Züchter-Championats.

Heute werden die Nizza-Pferde von Peter Schiergen und Waldemar Hickst in Köln trainiert. Angefangen hat alles aber in Neuss bei Horst Steinmetz, der für den Stall Nizza als Krönung den Derbysieger Nicaron im Jahre 2005 im mittlerweile für den Bau der Flüchtlingsunterkunft abgerissenen Stall an der Stresemannallee trainierte. Das Ehepaar Imm hielt Steinmetz auch nach seinem Wechsel nach Iffezheim nimmermüde die Treue - bis zum totalen Ausbleiben der Erfolge. Neusser Wurzeln hat auch die Stute Neele als Mutter des Derbysiegers Nutan. Sie stand 2006 bei Axel Kleinkorres im Stall und wechselte auf Steinmetz-Initiative über eine Auktion in den Besitz des Stalles Nizza.

Quelle: NGZ
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