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Lokalsport
Der TV Korschenbroich findet nicht mehr zu seiner Linie

Korschenbroich. Ronny Rogawska wirkte ein wenig ratlos an diesem Freitagabend. Die erste Halbzeit ließ der Däne auf der Bank des TV Korschenbroich sogar verstreichen, ohne von seinem Recht auf eine Auszeit Gebrauch zu machen - und das, obwohl der Handball-Drittligist gegen die SG Ratingen ab der dritten Minute ständig einem Rückstand hinterher lief. Von Volker Koch

Am Ende, als die Anzeigetafel in der mit 529 Zuschauern gut gefüllten Waldsporthalle mit dem 25:27 (Halbzeit 11:15) die zweite Niederlage in Folge und die zweite dieser Saison auf heimischem Parkett auswies, war der TVK-Trainer auch nicht viel schlauer: "Keine Ahnung, warum die Jungs nicht mehr so spielen wie zu Beginn der Saison", sagte der 46-Jährige, "in Soest war das zuletzt genau so." War die dortige 27:34-Niederlage noch als Ausrutscher durchgegangen, hat sich der TVK am Freitagabend in eine veritable Krise gespielt. "Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren könnten", stellte Gästetrainer Richard Ratka unwidersprochen fest. Dessen Schützlingen reichte eine solide Leistung ohne Ausrutscher nach oben oder unten, um fast die gesamten sechzig Minuten über spielbestimmend zu sein.

Dass sich den Hausherren in der Schlussphase trotzdem die Chance "auf einen Punkt, den wir nicht verdient gehabt hätten" (Rogawska) eröffnete, führte Simon Breuer auf den schmalen Kader - die Gäste setzten nur acht Feldpsieler ein - zurück: "Ab der 40. Minute ist uns die Puste ausgegangen", meinte der Ex-Korschenbroicher, der sich seit vier Wochen mit Ratka die Aufgaben als Trainer teilt. Er selbst musste auf dem Parkett noch nicht einmal alle Register seines Könnens ziehen, diesen Part übernahmen Arthur Giela, den die TVK-Abwehr nie in den Griff bekam, und der Ex-Korschenbroicher Dominic Kasal, die gnadenlos die Lücken in der erstaunlich entblößten Deckung der Hausherren nutzten.

"Wir waren immer einen, oft auch zwei Schritte zu spät", bemängelte Rogawska die Tatsache, dass die meisten Gegentreffer aus "Eins-gegen-eins"-Situationen fielen. Seinem Innenblock wollte der Däne nicht einmal die Hauptschuld daran geben: "Die anderen helfen zu wenig. Wir verschieben nicht mehr richtig - dabei war das genau unsere Stärke." Auch seine Versuche mit einfacher oder doppelter Manndeckung fruchteten nicht, im Gegenteil, die Ratinger nutzten die sich bietenden Freiräume geschickt aus. Und vorne liefen sich die Gastgeber immer wieder im massiven Innenblock um den Ex-Korschenbroicher Sebastian Bartmann fest. Mit einem Michel Mantsch als Alleinunterhalter (11/5 Tore) war diesen Ratingern jedenfalls nicht beizukommen. Bezeichnend, dass vom "Ersatz-Halbrechten" Gerrit Stassen und dem sonst nur selten eingesetzten Simon Förster auf Linksaußen noch die größte Gefahr für das von Malte Jäger gut gehütete Gästetor ausging.

"Und immer, wenn wir die Chance hatten, 'ran zu kommen, haben wir die falschen Entscheidungen getroffen", kritisierte der Sportliche Leiter Kai Faltin die zu große Hektik und die daraus resultierenden technischen Fehler. Trost und Erklärung kamen von Simon Breuer: "Die Mannschaft ist halt noch sehr jung. Und junge Spieler schaffen es selten, über Wochen auf konstantem Niveau zu spielen." Am Freitag (20 Uhr) wartet Tabellenführer Krefeld.

Quelle: NGZ
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