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Der Weg nach Rio führt über Dormagen

Lokalsport: Der Weg nach Rio führt über Dormagen
Bei der WM 2015 kämpften Aline Focken und die Schwedin Jenny Fransson (hinten) um Bronze, in Dormagen treffen sie erneut aufeinander. FOTO: AP
Dormagen. Mehr als 200 Ringerinnen aus 19 Nationen sind über Pfingsten beim Grand-Prix am Start, darunter auch etliche Olympia-Hoffnungen. Von Volker Koch

Die deutschen Ringerinnen haben ihren männlichen Kollegen den Rang abgelaufen - zumindest, was die Teilnahme an den in 85 Tagen beginnenden Olympischen Spiele angeht. Denn weil am vergangenen Wochenende beim letzten Qualifikationsturnier in Istanbul Maria Selmeier (Jena) in der Klasse bis 75 Kilogramm die Fahrkarte nach Rio de Janeiro löste, gehen dort gleich vier Vertreterinnen des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) an den Start - bei den Männern sind es nur drei.

Aus diesem Quartett geht beim Grand-Prix der Bundesrepublik Deutschland, den der AC Ückerath von Freitag bis Sonntag zum 13. Mal im Dormagener TSV-Bayer-Sportcenter ausrichtet, nur Aline Focken an den Start. Die Krefelderin, die in Neuss bei der medicoreha als Sportlehrerin arbeitet und am Bundesleistungsstützpunkt in Dormagen trainiert, dürfte zu den größten Siegeshoffnungen des Deutschen Ringer-Bundes zählen. Allerdings ist in der Klasse bis 69 Kilogramm auch die Schwedin Jenny Fransson gemeldet, gegen die sie sich bei der WM 2015 im Kampf um Platz drei die Bronzemedaille und damit die Olympiafahrkarte sicherte.

"Leider führt der Modus der erst am vergangenen Wochenende abgeschlossenen Olympia-Qualifikation dazu, dass einige der qualifizierten Athletinnen jetzt noch nicht wieder auf die Matte gehen können", bedauert ACÜ-Vorsitzender Detlev Zenk das Fehlen von Maria Selmeier, Luisa Niemesch (Weingarten) und Lokalmatadorin Nina Hemmer, die für die zweite Olympia-Teilnahme einer Ückeratherin nach Stephanie Groß 2004 in Athen sorgte. "Aber Regeneration und Trainingsplanung haben natürlich vor allem mit Blickrichtung Olympia Vorrang", zeigt Zenk Verständnis.

Das um so mehr, als für ausreichend "Ersatz" gesorgt ist. Kanada zum Beispiel schickt sein komplettes Olympia-Aufgebot nach Dormagen. Russland ist ebenso mit einer starken Mannschaft um Natalia Vorobieva, die vor vier Jahren in London olympisches Gold gewann, vertreten wie Frankreich, Polen, Schweden und Weißrussland, die zu den führenden europäischen Nationen im Frauenringen zählen. Die Argentinierin Patricia Bermudez, die beim Grand-Prix in der Klasse bis 48 Kilogramm schon ganz oben auf dem Siegertreppchen stand, bereitet sich schon seit anderthalb Wochen am Bundesleistungsstützpunkt in Dormagen auf das Turnier vor. "Das zeigt, welchen Stellenwert der Grand-Prix inzwischen besitzt", sagt Zenk über das einzige Weltcup-Turnier im Frauenringen auf deutschem Boden. Für die ebenfalls am Start befindlichen Juniorinnen (Jahrgänge 1996 bis 1998) und Kadettinnen (Jahrgänge 1999 bis 2001) bildet der Grand Prix eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Europameisterschaften in Bukarest und Stockholm im Juni und Juli diesen Jahres.

Insgesamt gehen mehr als 200 Ringerinnen aus 19 Nationen von morgen (Waage und Besprechung) bis Sonntag an den Start. Darunter auch zwei Athletinnen des AC Ückerath, die sich Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden machen. Während die ebenfalls für Rio qualifizierte Jessica Blaszka (48 kg) für ihr Heimatland Niederlande auf die Matte steigt, feiert Laura Mertens ihr Comeback nach langwieriger Verletzungspause. Die kostete die 22-Jährige die Teilnahme an den Olympia-Qualifikationsturnieren in der Klasse bis 58 Kilogramm, in der stattdessen Luisa Niemesch die Fahrkarte nach Rio holte. Doch im Ringen ist dies kein persönliches Ticket, sondern "gehört" dem Verband - sollte Niemesch sich bis zum Beginn der Spiele verletzen, könnte die Ückeratherin nachrücken.

Quelle: NGZ
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