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Lokalsport
Derby versinkt im Karteninferno

Lokalsport: Derby versinkt im Karteninferno
Verbissener Zweikampf um den Ball: Der Neusser Cedric Heimbach (l.) und Düsseldorfs Luis Knisel schenken sich im Lokalduell nichts. FOTO: A. Woitschützke
Düsseldorf. Zeitstrafen en masse begleiten HTC-Niederlage im Topspiel der 2. Hockeyliga in Düsseldorf. Von Dirk Sitterle

Manche Dinge lassen sich mit Humor einfach besser ertragen. Nach der von einem Kartenfestival begleiteten 2:3-Niederlage (Halbzeit 1:1) im Topspiel der Zweiten Hockey-Bundesliga Nord beim neuen Tabellenführer Düsseldorfer HC wollte der seit gut anderthalb Jahrzehnten für den HTC SW Neuss tätige Heißsporn Philipp Weide lachend festgehalten wissen: "So viele Hinausstellungen - und ich war nicht dabei. Bemerkenswert, oder?"

Insgesamt zehnmal mussten Akteure beider Mannschaften im Lokalderby mit Grünen und Gelben Karten zwischen zwei und zehn Minuten auf die "Strafbank", dabei war die Partie alles andere als hitzig oder gar unfair. Das Problem der beiden immerhin kommunikativen Unparteiischen Tim Bond und Arevinth VignarajaSarma: Sie setzten sich bereits in der vor allem von Taktik bestimmten ersten Hälfte durch den überhasteten Einsatz ihres Karten-Arsenals unter Druck. Glück für das durchaus nicht unsympathische Gespann, dass ihm Konfrontationen mit nicht mehr aktiven Haudegen wie Patric Lunau-Mierke, Marc Brüse oder dem mittlerweile als Teammanager für den HTC tätigen Stephan Busse, die Schiedsrichter mit Haut und Haaren zu verspeisen pflegten, erspart blieben.

So verliefen die ersten 35 Minuten noch relativ entspannt: Der spielerische bessere DHC übte sich im intensiven Sparring mit offensiv, aber extrem konzentriert verteidigenden Neussern in Geduld. Auch ohne den mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss früh ausgeschiedenen Ivo Otto hielten die Gäste die flinken Gegner erfolgreich aus ihrem Schusskreis heraus. Trotzdem erspielte sich der Aufstiegskandidat vor der Halbzeitpause vier Strafecken. Zwei davon parierte HTC-Torhüter Jonas Radeke großartig, nur beim wuchtigen Versuch von Clemens Oldhafer war er ohne Abwehrchance (30.). Doch die Schwarz-Weißen schlugen sofort zurück, mit der zweiten Ecke überwand Sebastian Draguhn Goalie Konstantin Hayner (33.) - der junge Neusser hatte am Samstag den Job des ebenfalls schon an der Jahnstraße wirkenden Stammkeepers Lennard Leist übernommen.

Mit Beginn der zweiten Hälfte entfachten die Hausherren größeren Druck - und wurden belohnt: Der eiskalte Dominic Gieskes verwandelte einen berechtigten Siebenmeter zum 2:1 (42.), nur vier Minuten später staubte Raphael Hartkopf nach der von Radeke zuvor prächtig parierten fünften Düsseldorfer Strafecke zum 3:1 ab. Obwohl die Partie fortan in Zeitstrafen und Unterbrechungen förmlich ertrank, blieben die Neusser fokussiert und kamen mit der dritten Ecke durch Draguhn auf 2:3 (55.) heran. Bitter nur, dass kurz darauf Florian von Schreitter für ein höchst überflüssiges Foul im Mittelfeld unverhältnismäßig hart mit einem zehnminütigem Ausschluss bedacht wurde. Kurz zuvor war Oldhafer für ein vergleichbares Vergehen mit fünf Minuten davongekommen.

Radeke hielt Neuss mit einer starken Rettungstat gegen Max Silanoglu (56.) im Match. Auf der anderen Seite kratzte der Schotte Wei Adams den Ball nach Draguhns famoser Einzelleistung noch von der Torlinie (62.), der polnische U21-Nationalspieler Sebastian Sellner verpasste die Kugel kurz vor dem Kasten nur knapp (64.). Den größten Teil der Schlussphase spielten die Gäste in Überzahl, doch der nicht unverdiente Ausgleich blieb ihnen trotz aller Mühen verwehrt. Das fand Draguhn indes gar nicht schlimm. "Auf das Spiel können wir megamäßig stolz sein", sagte der ehemalige Weltmeister, "denn Düsseldorf ist eine echt gute Truppe." Sein Trainer Matthias Gräber sah das genauso: "Das war gut. Einen Punkt hätten wir sicher verdient gehabt."

Quelle: NGZ
 
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