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Lokalsport
Deutsche Fechter verpassen den Anschluss

Lokalsport: Deutsche Fechter verpassen den Anschluss
Säbelfechten in Vollendung demonstrieren hier Anatoliy Kostenko und Maxime Pianfetti (v.l.). Während der Russe das Halbfinale mit 15:8 für sich entschied und auch im Finale mit triumphierte, musste sich der französische Vorjahreszweite mit Rang drei und den besten Haltungsnoten begnügen. FOTO: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen. Zum dritten Mal in Folge wird der "Preis der Chemiestadt Dormagen" ohne deutsche Beteiligung an den Finalgefechten vergeben. Von Volker Koch

Alexander Schiffers (31) und Tom Möller (23) haben ihre Karriere als Säbelfechter früh beendet und die Laufbahn als Kampfrichter eingeschlagen. Zum Glück für den Deutschen Fechterbund und den TSV Bayer Dormagen, dem beide weiterhin angehören. Denn ohne sie wären die Finalgefechte des 43. Junioren-Weltcupturniers um den "Preis der Chemiestadt Dormagen" gänzlich ohne deutsche Beteiligung abgelaufen.

Zum dritten Mal in Folge stand kein deutscher Säbelfechter, zum fünften Mal hintereinander keine deutsche Säbelfechterin auf der Planche, als es am Samstagabend spannend wurde im gut gefüllten TSV-Bayer-Sportcenter. "Die führenden Nationen haben sich durchgesetzt. Wir gehören momentan leider nicht dazu", bilanzierte Bundestrainer Vilmos Szabo nüchtern und präzise den Verlauf des mit 306 Startern aus 30 Nationen so stark wie nie besetzten Traditionsturniers, das seit 1975 ununterbrochen in Dormagen ausgetragen wird.

Das war früher anders. Franz Boghicev läutete mit seinem dritten Platz 2001 ein Jahrzehnt deutscher (und Dormagener) Präsenz, teilweise Dominanz auf der Finalplanche ein. Bis einschließlich 2014 gab es nur drei Jahre, in denen kein Junior aus der Kaderschmiede des Deutschen Fechterbundes unter den ersten Drei landete.

Nicolas Limbach (2003, außerdem Dritter in 2002 und 2004), Benedikt Wagner (2009) und Richard Hübers (2010) durften sogar ganz oben aufs Siegertreppchen klettern. Max Hartung (2. 2007), Eduard Gert (2. 2014) und Benedikt Beisheim (3. 2006) gelang gleichfalls der Sprung aufs Podest. Und 2009, als Benedikt Wagner Erster und Matyas Szabo Dritter wurden - das Duo kommentierte diesmal gleichermaßen unterhaltsam wie fachkundig die Finalgefechte - und drei Jahre später, als Richard Hübers und Robin Schrödter die Plätze zwei und drei belegten, fanden sich sogar jeweils zwei Lokalmatadore bei der Siegerehrung ein.

Vergangen und vergessen. Rang 19 von Raoul Bonah war die beste Platzierung eines Dormageners. Der 19-Jährige hatte beim Weltcup-Auftakt im polnischen Sosnowiecz Platz drei belegt, diesmal verlor er in der Runde der besten 32 gegen den späteren Dritten, den Russen Mark Stepanov, mit 7:15. "Da hatten wir uns deutlich mehr erhofft", gab Olaf Kawald zu. Der Fechtkoordinator des TSV Bayer Dormagen zog deshalb ein eher zwiespältiges Fazit unter die 43. Auflage des Traditionsturniers: "Veranstaltungstechnisch top, sportlich leider nicht so."

Denn auch bei den Säbelfechterinnen zog kein lokales Trumpfas: Larissa Eifler kam nicht über Platz 26 hinaus, nachdem sie in der Runde der besten 32 mit 14:15 an Julia Funke (FC Künzelsau) gescheitert war. "Das ist natürlich Pech, wenn zwei unserer Fechterinnen so früh im direkten Duell aufeinander treffen", kommentierte Szabo. Funke kämpfte sich immerhin bis auf Platz fünf vor, scheiterte im entscheidenden Gefecht um den Finaleinzug mit 11:15 an Junioren-Mannschaftsweltmeisterin Evgenia Podpaskova (Russland), die am Ende das Turnier gewann. In Madeleine Becker (FC Künzelsau, 16.) platzierte sich noch ein dritter Schützling des neuen Damen-Bundestrainers Pierre Guichot unter den besten 32. Der Franzose (54) selbst war da mal erfolgreicher: 1981 belegte er in Dormagen Rang zwei, ein Jahr später gewann er.

Quelle: NGZ
 
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