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Die Elephants sind mehr als Feierbiester

Lokalsport: Die Elephants sind mehr als Feierbiester
Lennard Jördell (r.) steht im Duell der Center mit Timothy Mitchell seinen Mann. Bastian Becker und Dainius Zvinklys (v.l.) passen trotzdem auf. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Drei Tage nach dem Pokal-Hit gegen Münster meistern die Basketballer aus Grevenbroich auch den Regionalliga-Alltag und gewinnen 98:84. Von Dirk Sitterle

Auch dem Zeremonienmeister Hartmut Oehmen gelingt nicht alles. Nach den vom berauschenden Sieg im Halbfinale des WBV-Pokals über Münster gekrönten Festspielwochen hatte der Trainer und Manager des Basketball-Regionalligisten NEW' Elephants vor der Partie gegen das neue Schlusslicht SG Sechtem einen 100:80-Erfolg seiner Jungs prophezeit. Am Ende gewann Grevenbroich nur mit 98:84 (Halbzeit 46:44), sicherte sich damit aber endgültig den Klassenverbleib.

Nur drei Tage nach der Basketball-Show gegen Münster hatten die Elephants vor allem vor der Pause Mühe, ins Spiel zu kommen. "In der Offensive habe ich mir keine Sorgen gemacht, aber schlechter als wir kannst du gar nicht verteidigen", bemängelte Oehmen darum zur Halbzeitpause. Mächtig ins Zeug warf sich bei den Gästen besonders Timothy Mitchell II. Der 122 Kilogramm schwere und 2,06 Meter große Center legte in den ersten 20 Minuten satte 20 Punkte auf. Eine beeindruckende Vorstellung, die Oehmen indes gar nicht gefiel. Er fragte seine Schützlinge aufgebracht: "Im Schnitt macht er 19 Punkte - und gegen uns 20 in einer Hälfte, ist das wirklich Euer Ernst?" Dabei stand sein Gegenspieler Lennard Jördell (2,07 Meter) im Duell der Giganten durchaus seinen Mann, markierte vor dem Seitenwechsel zwölf Zähler. Während Mitchell sein Pulver damit jedoch weitestgehend verschossen hatte - in Hälfte zwei wanderten nur fünf Punkte auf sein Konto -, blieb Jördell ein konstanter Faktor. Am Ende standen für ihn 25 Zähler (11/20 Würfe aus dem Feld, 3/4 Freiwürfe) und 14 Rebounds zu Buche. "Statistisch gesehen das beste Spiel meiner Karriere", sagte der 24-Jährige.

Als der Litauer Dainius Zvinklys mit dem Korb zum 54:46 (22.) seine persönliche Dunking-Show eröffnete, schienen die verständlicherweise müden Elephants-Krieger vitalisiert, doch die Gäste, die in Max Brauer (11) und Chris Scholtes (18) ihre besten Kräfte hatten, schlugen noch einmal zurück. In der 26. Minute verkürzte der von jenseits der Drei-Punkte-Linie tadellose Scharfschütze Paul Hörschler (4/4 Würfe) den Rückstand auf 57:60 - allerdings das letzte Aufbäumen der Bornheimer. Denn mit ihren Dreiern initiierten Marko Boksic (3/4 Dreier) und Dainius Zvinklys (19 Punkte) nun eine 13:1-Serie der Hausherren zur 73:58-Führung (30.). Für Oehmen die Bestätigung seiner Prognose: "Das lassen wir uns nicht nehmen, dafür hat die Mannschaft zu viel Charakter."

In der Tat. Der Widerstand der Toros war gebrochen. Als der leicht am Fuß verletzte Nico Zimmermann den Vorsprung der Elephants auf 20 Punkte ausbaute (86:66/34.), schien sich für den wackeren Regionalliga-Meister von 2011 sogar ein Debakel anzubahnen. Das indes blieb aus, so dass Head-Coach Robert Posa noch halbwegs entspannt resümieren konnte: "Trotz des Ergebnisses bin ich nicht komplett unzufrieden, weil mein Team lange Zeit gut mitgehalten und sich teuer verkauft hat. Letztlich hatten wir heute bei den Rebounds zu oft das Nachsehen, wobei insbesondere Lennard Jördell mit 25 Punkten und 14 gegriffenen Abprallern sehr stark gespielt hat." Neben dem deutlich mit 29:47 verlorenen Duell an den Brettern war Sechtems Trainer noch ein weiterer Knackpunkt aufgefallen: "Und das waren die Fastbreaks von Grevenbroich, die wir viel zu selten stoppen konnten."

Mit dem letztlich ungefährdeten Heimsieg kämpften die Grevenbroicher auch erfolgreich gegen ihr unverdientes Image als reine Feierbiester an - und verabschiedeten sich prompt zur großen Sause in den Rudas Studios im Düsseldorfer Medienhafen.

Quelle: NGZ
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