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Lokalsport
Die Favoriten werden ihrer Rolle gerecht

Lokalsport: Die Favoriten werden ihrer Rolle gerecht
Ihre Trikotnummer entsprach am Ende auch ihrer Platzierung: Martin Reinert und Lokalmatador Lars Witte (v.r.) belegten im Gesamtklassement Rang sechs. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Büttgen. Weltmeister Lukas Liß und Ex-Europameister Andreas Müller holen sich den Sieg beim stimmungsvollen "Spurt in den Mai". Von Volker Koch

Am Ende wurde es noch einmal eng: Weil es im letzten Rennen, der "Großen Jagd" über 60 Runden, die doppelte Anzahl an Punkten zu verdienen gab, mussten sich die Favoriten mächtig strecken. Doch letztlich sorgten Lukas Liß und Andreas Müller für einen zwar knappen, aber souveränen Sieg beim 37. "Spurt in den Mai" auf dem Holzoval des Sportforums.

Während Müller zum dritten Mal nach 2011 (mit Christoph Schweizer) und 2012 (mit Robert Bartko) triumphierte, feierte Scratch-Weltmeister Lukas Liß eine Premiere. Und das machte den Bergkamener, der wie Lokalmatador Nils Schomber für das Team rad-net Rose in die Pedale tritt, schon ein wenig stolz: "Das ist ein Rennen mit Tradition, da ist ein Sieg immer etwas Besonderes", sagte der 24-Jährige und erinnerte sich: "Schon als 13-Jähriger hat man dem entgegen gefiebert, wenn es hieß, wir fahren zum Spurt in den Mai. Deshalb ist es schön, dass wir hier gewonnen haben."

Die strahlenden Sieger: Lukas Liß und Andreas Müller (v.l.) siegten beim Spurt in den Mai. Für Müller war es der dritte Erfolg in Büttgen. FOTO: A. woitschützke

Dem wollte sein Partner nicht widersprechen: "Wir Bahnradsportler haben ja nicht so viele Gelegenheiten, uns zu zeigen", sagt Andreas Müller. Deshalb nimmt der Österreicher, der in Berlin lebt und schon Europameister und zweifacher Weltcup-Sieger im Zweier-Mannschaftsfahren war, auch gerne die weite Anreise für vergleichsweise kleine Gage auf sich: "In Büttgen ist es immer stimmungsvoll, vor allem ist hier das Publikum sehr fachkundig. Und es waren ja auch reichlich Zuschauer da." Das sah Franz-Josef Kallen ähnlich: "Zumindest waren es nicht weniger als in den Vorjahren," meine der Präsident des ausrichten VfR Büttgen mit Blick auf die leidlich besetzten Tribünen.

Friedhelm Kirchhartz war das hingegen zu wenig: "Über den Publikumszuspruch bin ich schon enttäuscht. Aber ich bin auch ratlos, was wir noch machen sollen." Klingt nicht nach einer rosigen Zukunft für die Traditionsveranstaltung, zumal Kirchhartz Ende des Jahres aus seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der NEW ausscheidet - und die ist gerade für das Bahnrennen als Sponsor und Einladungsgeber für den "Vip-Bereich" im Innenraum nicht ganz unwichtig. Dort war die Promi-Dichte gewohnt hoch, von Landrat und Kreisdirektor bis zur Kaarster Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus, die bei ihrem Premierenbesuch in dieser Funktion schmunzelnd feststellte: "Ich glaube, die Jungs fahren deshalb heute ein bisschen schneller als sonst." Selbst Berti Vogts ließ sich zu einem seiner seltenen Auftritte in der Heimat blicken, verbrachte den Abend in gewohnter Reserviertheit an der Seite seines Freundes Dieter Kirchhartz. Zur Begegnung zwischen Fußball- und Radsport-Weltmeister kam es deshalb nicht, was Lukas Liß sicher verschmerzen kann: Er saß gestern schon wieder bei Eschborn-Frankfurt im Rennsattel.

Unter den Zuschauern: Berti Vogts und Dieter Kirchhartz (v.l.). FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Quelle: NGZ
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