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Die Nippon-Connection

Lokalsport: Die Nippon-Connection
Beifall für Kapellens neue Japan-Fraktion: Dalibor Cvetkovic (l.) und Benny Schütz (r.) feiern mit Keisuke Ota (18) und Shota Arai (8). FOTO: Hubert Wilschrey
Kapellen. Gut möglich, dass morgen Nachmittag im Match beim VfB Hilden gleich drei Fußballer aus Japan für den Oberligisten SC Kapellen auflaufen. Von Dirk Sitterle

Das ist mal ein Einstand nach Maß: Am so mitreißenden 4:4 des Fußball-Oberligisten SC Kapellen zum Saison-Auftakt gegen TuRU Düsseldorf war der Japaner Keisuke Ota mit zwei Toren und einer Vorlage entscheidend beteiligt. Wertvolle Unterstützung erhielt der 26-Jährige von seinem Landsmann Shota Arai. Gut möglich also, dass die Nippon-Connection morgen Nachmittag (15 Uhr, Sportanlage an der Hoffeldstraße) im Spiel beim VfB Hilden ausgebaut wird. Schließlich gehört dem Kader in Takuya Morita noch ein dritter Kicker aus Japan an.

Überhaupt: Sich Verstärkung aus dem Land der aufgehenden Sonne ins Team zu holen, ist in dieser Saison en vogue. "Da ist richtig ein kleiner Hype entstanden", hat auch SCK-Trainer Frank Mitschkowski erkannt. Neben Kapellen beschäftigen im SC Düsseldorf-West (1), TV Kalkum-Wittlaer (2), TuRU Düsseldorf (1), TSV Meerbusch (1) und KFC Uerdingen (2) noch fünf weitere Oberligisten Fußballer aus dem mehr als 9000 Kilometer vom idyllischen Niederrhein entfernten Kaiserreich. Mitschkowski weiß sehr genau warum: "Sie sind leichter handelbar, sehr selbstständig und super diszipliniert. Für sie ist das Spiel mit dem Schlusspfiff nicht beendet. Sie betreiben eine sehr intensive Form der Nachbearbeitung, die man selten sieht." Dass gerade Vereine aus Düsseldorf und Umgebung zugeschlagen haben, ist natürlich kein Zufall, leben und arbeiten in der Landeshauptstadt doch mehr als 7500 Japaner.

Gegen TuRU kam Takuya Morita am Sonntag wohl nur deshalb nicht für den SCK zum Einsatz, weil sein Zug aus Aachen (dort hatte er Kontakt zu dem nun in Kapellen tätigen Ex-Alemannen Kani Taher gefunden) in Geilenkirchen wegen eines Selbstmörders stillstand. Der 26-Jährige hatte in der vergangenen Saison mit dem TSV Hertha Walheim in der Mittelrheinliga gespielt. Den Weg nach Deutschland hatte er über die Fußballschule "Soccer life" von Gert Engels in Düren gefunden. Der ehemalige Gladbacher Borusse und Co-Trainer von Guido Buchwald bei den Urawa Red Diamond bietet unter anderem in seiner Heimatstadt Trainingslager für japanische Fußballer an und er vermittelt auch Spieler an Klubs aus der Region. Viele seiner Schützlinge gehen einem Studium nach.

Seine Aufstellung für Sonntag verrät Mitschkowski natürlich nicht. Ganz frei ist er in seiner Wahl wiederum nicht, schließlich sind Tim Rubink und Marcel Lüft nach ihren Blessuren erst gestern wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ihr Einsatz ist ebenso offen wie der von Frederik Leufgen, der von einer Art Überbein im Fußbereich geplagt wird. Weiter passen müssen die verletzten David Dygacz, Simon Kohlen und Bruno Ferreira sowie Urlauber Andrej Hildenberg. Mit seinem Team hat der Coach zudem das verrückte Match gegen TuRU aufgearbeitet. Natürlich schmerzt noch immer der Verlust des 3:0-Vorsprungs, doch ist Mitschkowski vor allem bestrebt, "die positiven Dinge aus diesem Spiel herauszuziehen, denn insgesamt war ich ja nicht unzufrieden. Was wir vorne gemacht haben, war schon richtig gut." Sein Hauptaugenmerk bleibt indes das "kollektive Defensiverhalten, da müssen wir unsere Hausaufgaben machen". Womit er die vier Gegentreffer keineswegs seinem vorwiegend fürs Verteidigen zuständigen Personal anlasten will. "Das waren fast ausschließlich Standards, da werden wir uns etwas anders aufstellen."

Quelle: NGZ
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