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Lokalsport
Die Rettung kommt aus dem Jerichower Land

Lokalsport: Die Rettung kommt aus dem Jerichower Land
Nicht zum ersten Mal in Neuss: Trainer Frank Fuhrmann und Novacovic (v.l.). Der gewann mit Erhan Yavuz im Sattel (3.v.r.) schon einmal am Hessentor. FOTO: Tuchel
Neuss. Trainer Frank Fuhrmann reist mit sieben Pferden im Hänger 450 Kilometer zum Neujahrs-Renntag auf der Neusser Galopprennbahn. Von Klaus Göntzsche

Neuss Er ist der eigentliche Retter des Neujahrs-Renntages am Montag ab 16.30 Uhr (erster Start um 17 Uhr) auf der Neusser Galopprennbahn: Frank Fuhrmann aus dem 8200 Einwohner kleinen Ort Möser im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt kommt mit sieben Pferden nach Neuss, insgesamt 68 Pferde sollen in den acht Rennen bis 20.30 Uhr antreten.

Fuhrmann wird am Neujahrsmorgen gegen 8 Uhr am heimatlichen Stall losfahren: "Ich rechne mit einer Fahrtzeit von knapp sechs Stunden für die rund 450 Kilometer." Einem Transporter mit sechs Pferden hängt ein Zweier-Gefährt dran, Fuhrmann fährt selbst. Auch zurück, wenn drei seiner Pferde im sechsten Rennen gelaufen sind. Warum er nicht übernachtet? "Dann müsste ich schon vier Rennen gewinnen, sonst rechnet sich das nicht," begründet er die sofortige Heimreise. Bei Frank Fuhrmann stehen offiziell 16 Pferde auf der Trainingsliste, sämtlich in der unteren Leistungsklasse. Fuhrmann ist darauf angewiesen, möglichst passende und nicht zu schwere Rennen für seine Pferde zu finden. "Deshalb habe ich diesen Tag auch abgewartet. Die Renntage im November und Dezember in Dortmund und Neuss waren stark besetzt, viele Pferde wurden ausgeschieden, weil sie nicht gut genug waren."

14 Pferde dürfen in Neuss maximal antreten. Im sechsten Rennen am Eröffnungsrenntag der Saison 2018 in Neuss ist Fuhrmann mit den drei Pferden Tangolo, Danse Rouge und Sarita vertreten. Die sechsjährige Stute Danse Rouge ist sein bestes Pferd, hat 2017 immerhin sechs Rennen gewonnen. Rebecca Danz reitet sie in Neuss.

Zweifach ist der seit Jahren zum festen Bestandteil der deutschen Turfszene zählende Trainer auch im ersten Rennen durch Novacovic und Brown Beauty vertreten. Im Sattel von Novacovic sitzt die 20 Jahre alte Amateur-Reiterin Selina Torres-Wengemuth aus Langenhagen bei Hannover. Zwei Rennen hat sie bislang gewonnen. Frank Fuhrmann zu den Chancen auf den dritten Sieg: "Sie muss vor allem oben bleiben. Novacovic ist ein sehr eigenwilliger Geselle. Wen er nicht mag, den schmeißt er runter. Nach Form müsste er das Rennen eigentlich gewinnen." Gegen den Kurs in Neuss hat er nichts einzuwenden, denn hier gewann er am 22. November 2016 mit dem in seiner türkischen Heimat in über 1000 Rennen siegreichen Jockey Erhan Yavuz, der mittlerweile am Stall von Toni Potters in Großenkneten im Oldenburger Land reitet, den erhofften Durchbruch in Deutschland vor allem wegen seiner Sprachprobleme aber noch nicht geschafft hat.

Im Rennsport geht wenig ohne besondere Geschichten: Die Mutter der Novacovic-Reiterin hat in der Wendephase in einer populären Fernsehsendung für Aufsehen gesorgt. Hillit Torres-Wengemuth (52) musste bei ihrer Flucht aus der ehemaligen DDR ihr Lieblingspferd zurücklassen. Freunde und Bekannte hatten das Rudi Carrell erzählt und das Fernsehteam erfüllte Hillit Torres-Wengemuth ihren Wunsch - vor einem Millionenpublikum bekam sie unter Tränen das Pferd zurück.

Zu den 68 Startern zählen neben vier Pferden aus dem Stall von Axel Kleinkorres (die NGZ berichtete) auch drei Pferde der gleichfalls auf der Neusser Bahn beheimateten Katja Gernreich: Salimera im dritten sowie Arando und Alaris im siebten Rennen. Das Gewinnen wird schwer. Von den Kleinkorres-Pferden könnte Rich Roofer mit Jozef Bojko gleich das erste Rennen des Jahres 2018 für sich endscheiden. Bereits am 21. November 2017 hat er auf der Heimatbahn gewonnen. Es sei denn, Selina Torres-Wengemuth kann den launischen Novacovic bei Laune halten.

Doch nicht nur aus dem fernen Sachsen-Anhalt kommen am Neujahrstag Pferde nach Neuss, sondern auch aus Belgien, dem Saarland, Dresden, Mannheim, Iffezheim und Zweibrücken.

Quelle: NGZ
 
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