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Die Rückkehr des Alexander Koke

Lokalsport: Die Rückkehr des Alexander Koke
Dormagen. Als Spieler gelang ihm 2008 der Aufstieg in die Handball-Bundesliga, jetzt kehrt Alexander Koke zum 1. Juli als Trainer zum TSV Bayer Dormagen zurück. "Ich möchte ein Stück an der Erfolgsgeschichte mitschreiben", sagt der 37-Jährige. Von Volker Koch

Viel Aufhebens um seine Person hat Alexander Koke nie gemacht. Als Spieler stand (und steht) der gerade 37 Jahre alt gewordene gebürtige Detmolder zwar meist auf der zentralen Regieposition, doch Starallüren waren ihm stets fremd.

Wenn er zum 1. Juli endgültig den Weg zur Trainerlaufbahn einschlägt, dürfte sich daran nicht viel ändern. Denn "eine große Geschichte" über seinen in dieser Woche vollzogenen Wechsel auf die Bank des TSV Bayer Dormagen, die möchte er nicht lesen. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. "Das bringt nur Unruhe", sagt Alexander Koke.

Die Dormagener Spieler sollten sich nicht mit der Zukunft beschäftigen, sondern mit den noch ausstehenden acht Saisonspielen. "Genau wie wir auch", sagt Alexander Koke. Schließlich steht er noch als "spielender Co-Trainer" beim TuS Ferndorf unter Vertrag, und die Siegerländer kämpfen, wenn auch aus der um fünf Punkte besseren Ausgangsposition, genauso um den Verbleib in der Zweiten Handball-Bundesliga wie die Dormagener.

Alexander Koke ist kompromisslos, das war er schon immer. Nicht mal die goldene Brücke - "ich hoffe, in der nächsten Saison mit Dormagen in der Zweiten Liga gegen Ferndorf zu spielen" - möchte er beschreiten: "Darum geht es nicht. Ich habe mich bewusst für Dormagen entschieden, egal, in welcher Liga wir dann spielen." Er hatte auch das Angebot, ein weiteres Jahr als Spieler in Ferndorf zu bleiben, und weil er sich da "sehr wohl" fühlt, sei ihm die Entscheidung "alles andere als leicht" gefallen.

Doch er hat sie getroffen. Weil er beim TSV Bayer, für den er seit 2004 spielte und den er in der Stunde des Triumphes, dem Wiederaufstieg in die Erste Liga, im Frühsommer 2008 verließ, gerne "ein Stück an der Erfolgsgeschichte des Dormagener Handballs mitschreiben" möchte. Ihn reizt das, was andere Trainer eher schreckt: Dass der TSV "aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation" ein "Ausbildungsverein" ist und es wohl auch (immer) bleiben wird: "Die Jugendarbeit ist hervorragend, und nur dank dieser Jugendarbeit kann Dormagen überhaupt Zweite Liga spielen", sagt Koke.

Deshalb möchte er in Zusammenarbeit mit dem neuen Sportlichen Leiter (und Jugendkoordinator) Erik Wudtke, mit dem er seit gemeinsamen Melsunger Spielertagen privat gut befreundet ist, für eine noch engere Verzahnung des Unterbaus mit der ersten Mannschaft sorgen: "Nur das ist unsere Chance." Da sind die Gedanken dann doch ein wenig abgeschweift in Richtung Zukunft.

Wen wundert's bei einem Mann, der sich mit Haut und Haaren dem Handball verschrieben hat. "Weil mich diese Sportart fasziniert, schon immer und noch immer", sagt Alexander Koke. Der Weg zur Trainerlaufbahn hätte sich da schon früh abgezeichnet, sagt der 37-Jährige, der schon mit Anfang 20 beim TBV Lemgo die A2-Jugend trainierte. In Dormagen saß er interimsweise bei diversen Jugendmannschaften auf der Bank, wenn der etatmäßige Coach verhindert war und trainierte gleichzeitig die Kölner Kreisauswahl. In seiner Zeit beim SVH Kassel betreute er die A-Jugend des Regionalligisten HSG Zwehren, nach seinem Wechsel zum ThSV Eisenach die C-Jugend des Bundesligisten. Beim Drittligist TG Münden arbeitete er als Spielertrainer, in Ferndorf wurde er "spielender Co-Trainer."

Dass der nächste Schritt ein großer ist, ist ihm bewusst: "Jetzt setze ich Anweisungen um, da muss ich sie geben und stehe in der Verantwortung." Das theoretische Rüstzeug besitzt der promovierte Sportwissenschaftler, der auf seinen Doktortitel "keinen großen Wert" legt. Und er gibt es auch weiter, als externer Lehrbeauftragter für Handball an der Deutschen Sporthochschule in Köln, wo er im vergangenen Semester vier Kurse betreute. Dass sein Chef Frowin Fasold ebenfalls zum Trainerstab des TSV Bayer Dormagen gehört, ist sicher kein Nachteil.

Ein "Vorbild" in der Zunft der Handball-Lehrer hat Alexander Koke nicht. "Ich habe in meiner Laufbahn viele gute Trainer kennen gelernt und ich habe von jedem etwas mitgenommen", sagt der 37-Jährige. Klingt so, wie Alexander Koke schon immer geklungen hat - selbstbewusst, klar strukturiert, mit eigenem Kopf, aber ohne großes Aufheben um seine Person.

Quelle: NGZ
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