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Barthel Winands
"Die Tour de Neuss ist echte Handarbeit"

Barthel Winands: "Die Tour de Neuss ist echte Handarbeit"
Das Persönliche gehört bei der Tour de Neuss dazu: Nach seinem schweren Sturz vor zwei Jahren besuchten Barthel Winands, NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers (v.r.) und Tour-Teufel Didi Senft Pechvogel Paul Martens im Lukaskrankenhaus, aus dem er glücklicherweise noch am gleichen Tag entlassen werden konnte. Der Fahrer des Teams Lotto-NL Jumbo steht am Mittwoch bei der 16. Auflage der Tour de Neuss erneut an der Startlinie. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Der 2. Vorsitzende des Neusser Radfahrervereins über die Auswirkungen der Tour de France und die Eigenarten des Neusser Rad-Events. Von Volker Koch

Neuss Am Mittwoch steht zum 16. Mal die Tour de Neuss auf dem Programm, wie immer veranstaltet und organisiert vom Neusser Radfahrerverein (NRV), dem dafür ein "Fundus" von gerade 40 Mitgliedern zur Verfügung steht. Trotzdem reicht der Etat, um elf Fahrer an die Startlinie auf der Kaiser-Friedrich-Straße zu holen, die derzeit noch bei der Tour der France unterwegs sind. Wie das geht, darüber sprach die NGZ mit Barthel Winands, dem für Marketing und Kommunikation zuständigen 2. Vorsitzenden des NRV.

Herr Winands, elf Fahrer, die derzeit noch in Frankreich unterwegs sind, sollen am Mittwoch an der Startlinie der Tour de Neuss stehen - so viele wie lange nicht mehr. Wie haben Sie das geschafft?

Barthel winands Was die elf Fahrer betrifft, da hat unser Sportlicher Leiter Andreas Kappes ganze Arbeit geleistet. Aber auch er ist dazu nur in der Lage, wenn die finanzielle Seite stimmt. Und den dazu nötigen Etat aufzutreiben war eine Menge Arbeit.

Hat Ihnen der Grand Départ in Düsseldorf und die Durchfahrt der Tour de France durch Neuss dabei eher geholfen oder geschadet?

Winands Darüber ist im Vorfeld viel diskutiert und spekuliert worden. Der Start der Tour de France in Deutschland hat sicherlich das Interesse am Radsport gesteigert, das ist natürlich generell schon mal gut für uns. Einen Effekt werden wir, wenn überhaupt, aber erst mittelfristig spüren, dann nämlich, wenn der eine oder andere Sponsor durch die Tour de France erkannt hat, wie man sich im und mit dem Radsport profilieren kann. Auf der anderen Seite ist der Sponsorenkuchen nicht beliebig teilbar, so dass jede neue Veranstaltung, auch die Tour de France, natürlich eine Konkurrenz zu den bestehenden darstellt. Aber wie gesagt, wir haben für dieses Jahr unseren Etat beisammen und können uns die Verpflichtung von elf Tour-Fahrern leisten, allen voran Sprintstar André Greipel und der Deutsche Straßenmeister Marcus Burghardt..

Der Etat ist die eine Sache, die Organisation der Tour de Neuss die andere. Wie schafft es ein so kleiner Verein wie der NRV Jahr für Jahr , eine solche Großveranstaltung auf die Beine zu stellen?

Winands (lacht) Das fragen wir uns auch jedes Jahr. Im Ernst: Die Tour de Neuss ist echte Handarbeit. Deshalb läuft vielleicht nicht immer alles so professionell rund, aber ich finde, genau das macht den Charme einer solchen Veranstaltung aus, das bekommen wir auch von anderen bestätigt. Wir machen ja größtenteils alles selbst, wir beauftragen keine Eventagentur - das Geld stecken wir lieber in den Etat für das Fahrerfeld. Und wir organisieren ja nicht bloß ein Spektakel für Profis, wir kümmern uns auch um den Nachwuchs, indem wir jedes Jahr vor dem Hauptrennen zwei Jugendrennen veranstalten. Und wenn dann wie im vergangenen Jahr ein junger Fahrer wie Dominik Bauer, der noch dazu aus Neuss kommt, das Eliterennen gewinnt, dann ist das eine Bestätigung unseres Konzepts.

Zu dem am Mittwoch erstmals ein Firmenrennen für Vierermannschaften gehört. Was versprechen Sie sich davon?

Winands Eine noch größere Identifikation unserer Sponsoren mit der Veranstaltung. Wir haben übrigens noch Plätze frei, wer Interesse hat, kann sich bis Mittwoch gerne noch anmelden.

Quelle: NGZ
 
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