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Diese Elephants haben das Herz eines Löwen

Lokalsport: Diese Elephants haben das Herz eines Löwen
Perfekter Sprungwurf im Elephants-Dome: Femi Oladipo (l.) ist vom Herforder Daniel Arcau nicht zu blocken. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Obwohl personell arg angeschlagen, liefern die Regionalliga-Basket-baller aus Grevenbroich gegen Herford eine ganz starke Vorstellung ab. Von Dirk Sitterle

Das Match am Torfstecherweg begann mit einem Déjà-vu-Erlebnis: Als sich das handwerklich begabte Vorstands-Mitglied Charly Fischer daran begab, das kaputte Netz am Korb des Basketball-Regionalligisten NEW' Elephants auszutauschen, fühlten sich die Zuschauer in der Halle ans Hinspiel in Herford erinnert. Das war nämlich abgesagt und kurz darauf neu angesetzt worden, weil Josh Micheaux in der Aufwärmphase mit einem krachenden Dunk das Spielbrett zerstört hatte.

Der für Herford tätige US-Profi fehlte im Rückspiel verletzt, und da der "gute Charly" seinen Job gewohnt fachmännisch erledigte, ging die Partie ohne Probleme über die Bühne. Und auch das war keine Selbstverständlichkeit, mussten die Gastgeber beim 87:69 (49:30) nach den Abgängen von Mitch Penner, Jasper Chiwuzie und Raed Mostafa, die alle zur Startformation gezählt hatten, doch mit kleiner Rotation antreten. Da der zu Saisonbeginn vom Oberligisten BG Aachen gekommene Max Boldt (2,8 Punkte im Schnitt) nach monatelanger Verletzungspause noch um den Anschluss kämpft und Eigengewächs Timo Hoster mit seine inzwischen 19 Jahren immer noch ein Langzeitprojekt ist, jonglierte Trainer Hartmut Oehmen streng genommen nur mit sieben Akteuren. Natürlich half es, dass auch die Gäste ohne Verstärkung aus Übersee antraten, doch das schmälerte die Leistung der Rumpftruppe aus der Schlossstadt keineswegs. "Das war einfach überragend", durfte der Coach unwidersprochen feststellen.

Mit einem 10:0-Lauf legten die Elephants schon im mit 28:18 gewonnenen ersten Viertel (8 Punkte Farid Sadek) den Grundstein zum lockeren Heimsieg. Dabei überzeugten die Dickhäuter trotz ihrer personellen Engpässe durch Vielfalt: So war Lukas Kazlauskas mit 15 Punkten (6/7 Würfe aus dem Feld, 3/3 Freiwürfe) maßgeblich daran beteiligt, dass Grevenbroich auch das zweite Viertel mit 21:12 gewann. Immer wichtiger für das Team wird Femi Oladipo: Der ehemalige Bundesliga-Profi, für den am Ende 17 Punkte zu notieren waren, kann im Grunde genommen jeden Spielertypen verteidigen. Diesmal degradierte er den Spanier Guillermo de la Puente quasi zum Statisten: Herfords Topscorer (20,5 Punkte) und bester Rebounder der Liga (13,5) war in den ersten drei Vierteln kein Faktor (6 Punkte/6 Rebounds). Belastet mit vier Fouls tat er erst im Schlussdurchgang etwas für seine persönliche Statistik, schloss die Partie noch mit 15 Punkten und elf Rebounds ab. Da war die Begegnung freilich längst entschieden. Obwohl der gute Center Lennard Jördell im dritten Abschnitt bereits nach sechs Sekunden (!) sein viertes Foul kassierte (bei fünf ist Schluss), machten die Elephants in diesem Durchgang alles klar. Rund um die Dreier von Marko Boksic (19 Punkte und gefühlte 20 Rebounds), Lukas Kazlauskas (18 Punkte) und Farid Sadek (15 Punkte/10 Assist) zimmerten sie ab der 21. Minute (49:32) eine Serie von 17:8-Punkten auf 66:40 (26.) zusammen. Zu viel für die Gäste, die im Engländer Jordan Whelan (29 Zähler) ihren erfolgreichsten Punktesammler hatten.

Natürlich ist auch Oehmen bewusst, dass die Rechnung nicht immer so prächtig aufgeht, dass seine erste Fünf, ergänzt durch die beiden Routiniers Simon Bennett und Bastian Becker so problemlos durch ein Match kommt. Fürs Erste jedoch zeigte sich der Coach, der schon jetzt mit großem Elan an der Mannschaft für die nächste Saison feilt, überaus zufrieden mit dem Auftritt seiner gut aufgelegten Jungs, die einmal mehr das Herz eines Löwen gezeigt hatten.

Quelle: NGZ
 
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