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Diese Tigers sind einfach der Wahnsinn

Lokalsport: Diese Tigers sind einfach der Wahnsinn
Nicht zu stoppen: Anne Storck setzt sich unterm Korb gegen die für Osnabrück tätige Schwedin Mikaela Gustafsson durch. Da staunt selbst die US-Amerikanerin N'Dea Bryant. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Im begeisternden Topspiel der 2. Basketball-Bundesliga schlägt der Tabellenführer TG Neuss die GiroLive Panthers Osnabrück mit 93:75. Von Dirk Sitterle

Der Auftritt beim 93:52-Sieg vor zwei Wochen über Opladen war schon der Hammer, doch für das, was die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers im Topspiel gegen den ungeschlagen angereisten Erstliga-Absteiger GiroLive Panthers Osnabrück aufs Feld der Elmar-Frings-Sporthalle zauberten, gibt es nur ein Prädikat: Wahnsinn. Mit dem berauschenden 93:75-Erfolg (Halbzeit 42:40) gegen den Aufstiegsfavoriten Nummer eins baute der Tabellenführer seine beeindruckende Serie auf sieben Siege in Folge aus und machte damit den besten Saisonstart seit der Rückkehr auf die Bundesebene 2010 perfekt.

Was Janina Pils, umsichtige Trainerin und Architektin dieser mitreißenden Mannschaft, besonders beeindruckt, ist indes der außerordentliche Charakter dieser Truppe. "Diese Mannschaft trotzt einfach Allem!" Beispiele gefällig? Jugend-Nationalspielerin Karo Tzokov hat in dieser Saison noch kein Spiel gemacht, Miriam Boulkheir, wertvolle Zweitbesetzung im Aufbau, fehlt mit gebrochenem Finger schon seit Wochen. Am Morgen vor der Partie meldete sich in Franziska Worthmann (Blinddarmreizung) zu allem Überfluss auch noch die drittbeste Punktesammlerin im Team ab. Im dritten Viertel ging die von Janina Pils in die Startformation beorderte Ronja Spießbach (Oberschenkelzerrung) verletzt vom Feld, vier Minuten vor Schluss kassierte die in Angriff (16 Punkte, drei Assists) und Abwehr (drei Ballgewinne, zwei Blocks) überragende Anne Storck ihr fünftes persönliches Foul und stand damit in der entscheidenden Phase des Matches nicht mehr zur Verfügung.

All diese Rückschläge fielen deshalb kaum ins Gewicht, weil jedes Tiger-Girl das Optimale aus seiner Einsatzzeit herausholte: Die wieder mal unfassbar gute Kita Waller (29 Punkte, 4/6 Dreier, acht Rebounds, fünf Assist und sechs Ballgewinne) hob ihr Niveau genau wie die famose Dara Taylor (24 Punkte, sechs Rebounds, sechs Assists und fünf Ballgewinne) und Jana Heinrich (14 Punkte, 3/5 Dreier, sechs Rebounds) auf ein höheres Level. Anne Storck offenbarte nicht nur ungeahnte Qualitäten im Angriff (7/9 Würfe aus dem Feld), sondern bestach auch als Verteidigerin gegen Osnabrücks beste Scorerin N'Dea Bryant. Weil die Neusser Trainerin ihre Küken Lea Brückner und Ayla Faber (beide erst 17) im von beiden Seiten knüppelhart geführten Gipfelkampf nicht verheizen wollte, agierten die Tigers diesmal mit eher kleiner Rotation, zu der neben den fünf Starterinnen nur noch Sarah Stock, Julia Kleen und Lisa Spießbach gehörten.

Trotzdem lag der Spitzenreiter stets vorne, phasenweise mit mehr als zehn Punkten Differenz (18:6/7.). Wirklich in Verlegenheit zu bringen wussten die mit vier "Imports" und drei ehemaligen Erstliga-Spielerinnen angetretenen Gäste den Tabellenführer nur im zweiten Viertel (27:19). Nach einem 8:0-Lauf der Panthers von 26:35 (16.) auf 34:35 (18.) fragte Janina Pils ihre Mädels in einer Auszeit sogar: "Was ist los mit Euch? Seit ihr nur ein Team, wenn es gut läuft?" Beim 37:37 (19.) lag Osnabrück das erste und auch einzige Mal gleichauf, dann übernahmen wieder die Tigers. Von ihrer risikoreichen Verteidigung übers ganze Feld rückten sie selbst foulbelastet nie ab. "Hätten wir unser Spiel nicht weiter durchgedrückt, hätten wir verloren", begründete Pils. Mit einer angeschlagenen Bryant (lediglich drei Punkte in Hälfte zwei) fanden die Panthers im Schlussviertel keine Antworten mehr und gingen mit 14:27 (73:93/40.) unter.

Quelle: NGZ
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