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Hockey
"Dieses Wochenende ist der Hammer"

Hockey: "Dieses Wochenende ist der Hammer"
Grellig sein: In Hannover wartet auf die Neusser Philipp Weide, Ivo Otto und Christoph Martial (v.l.) morgen eine ebenso anspruchsvolle wie heikle Aufgabe. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Primus der 2. Hockey-Bundesliga tritt morgen beim um seine letzte Chance im Titelrennen kämpfenden Verfolger Hannover 78 an, am Sonntag geht es für Trainer Omar Schlingemann mit SW Neuss zum Schlusslicht Kahlenberger HTC. Von Dirk Sitterle

Omar Schlingemann hat es richtig erwischt. "So krank war ich seit 15 Jahren nicht mehr", sagt der Trainer des Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss mit matter Stimme. Und das ausgerechnet vor den Auswärtsspielen gegen Hannover 78 und den Kahlenberger HTC, die der Niederländer gewohnt knackig zusammenfasst: "Dieses Wochenende ist der Hammer!"

Im Fokus steht natürlich vor allem das morgige Gastspiel in Hannover. Die Niedersachsen liegen in der Tabelle zwar sieben Punkte hinter Neuss, haben aber eine Partie weniger ausgetragen und erwarten an diesem Wochenende in Neuss und Köln das Spitzenduo. Daraus schließt Schlingemann: "Hannover ist ein Jäger. Das wird nicht einfach für uns. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass wir aufpassen müssen: Uns erwartet ein fanatisches Publikum, ein schwieriger Platz und ein sehr gut organisierter Gegner. Wir müssen scharf sein. Wir müssen das beste Spiel der Saison machen." Ursprünglich wollte er mit seiner Truppe in Hannover übernachten, ließ sich von diesem Plan jedoch abbringen. "Drei Stunden zu fahren, ist schließlich auch nicht die Welt."

Dass sich die Hausherren bei einer Niederlage gegen Neuss am darauffolgenden Tag gegen Schwarz-Weiß Köln hängenlassen könnten, befürchtet Schlingemann im Übrigen nicht. "Gladbachs Trainer Andi Bauch sagte nach dem 2:5 am Samstag gegen uns zu mir, dass es das für seine Mannschaft im Aufstiegskampf nun gewesen sei - aber das stimmt nicht. Es gibt an der Spitze nicht nur Neuss und Köln." Das deckt sich mit den Plänen der Hannoveraner. "Sollten sich Möglichkeiten nach oben ergeben, werden wir da sein", verspricht Teammanager Jürgen Schnepel. Der nur im Ergebnis klare 4:1-Erfolg im Hinspiel kann den Neusser Coach ebenfalls nicht täuschen. Schließlich waren die Gäste sogar in Führung gegangen und bis zum Schluss ein gefährlicher Widersacher geblieben.

In Erinnerung geblieben ist zudem der bislang letzte Neusser Auftritt bei den 78ern: Vor fast genau zwei Jahren hatte Schwarz-Weiß auf dem Weg zur perfekten Aufstiegssaison bereits mit 0:3 zurückgelegen, ehe Sebastian Draguhn, Ivo Otto, Gregor Steins und Thomas Zilkens den Gästen mit ihren Treffern noch einen 4:3-Sieg bescherten. Die konsternierten Gastgeber hatten die Kontrahenten danach als "Glücksritter" bezeichnet, ein Titel, der am Saisonende die Meister-T-Shirts des HTC zierte. Da Schlingemann ans Bett gefesselt war, übernahmen unter der Woche seine Co-Trainer Daniel Strahn und Jonas Termijtelen die Arbeit mit der Mannschaft. Für den Chef kein Problem, weiß er doch, dass "die das auch gut machen". Zumal er seinen Schützlingen am Mittwoch ohnehin trainingsfrei gegeben hatte. "Nach sieben harten Wochen und dem Sieg zum Rückrundenauftakt in Gladbach hatten sie sich ein bisschen Entspannung einfach verdient. Du kannst ja auch nicht immer unter Hochdruck stehen."

Trotz schwerer Erkältung, Schlingemann will am Wochenende in beiden Begegnungen am Seitenrand stehen. "Um ein Spiel zu verpassen, muss ich echt drei Viertel tot sein ..." Niederländer sind halt knallharte Kerle.

Quelle: NGZ
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