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Lokalsport
Dieter Wolf feiert heute mit sieben WM-Titeln Geburtstag

Norf. Heute feiert Dieter Wolf Geburtstag, seinen 78. Für die schönsten Geschenke hatte der für den TSV Bayer Dormagen startende Spezialsportler aus Norf im Vorfeld gleich selber gesorgt: Bei den Werfer-Weltmeisterschaften im ungarischen Tata räumte der Steinstoßer mit der Lizenz zur Rekordjagd in der Altersklasse M75 siebenmal Gold sowie je zweimal Silber und Bronze ab. Insgesamt hat er damit jetzt 54 Titel bei Welt- und Europameisterschaften gesammelt. Von Dirk Sitterle

In Kopf-an-Kopf-Duellen mit Ulrich Bönning (LG Porta-Westfalica) und Volker Höpel (TuS Eintracht Minden), längst Freunde, aber eben auch mit die größten Rivalen im Kampf um das begehrte Edelmetall, reihte er Einzelsiege in den Disziplinen Schleuderball (37,22 Meter), Ultra-Stein 12,5 (5,33) und 50 Kilogramm (1,99) sowie "Shotorama", bei dem mit fünf unterschiedlich schweren Kugeln oder Steinen gestoßen wird (44,76), aneinander. Dazu kamen drei weitere Titel in den Kombinationswettbewerben Athletik-Zwei- und -Dreikampf sowie dem traditionell aus drei Wurfdisziplinen bestehenden "Strongest Man". Insgesamt 13 Mal stellte sich Dieter Wolf in Tata der Konkurrenz - ein strammes Programm, das selbst ihn an seine Grenzen brachte. "Am Ende war ich halb tot", räumt er schmunzelnd ein. Die Quittung gab es bei seinem letzten Auftritt: Ausgerechnet im Stoßen mit dem fünf Kilogramm schweren Stein, "ein urdeutscher Wettbewerb", musste er sich mit seiner Weite von 9,49 Meter dem Polen Bernard Wojtkowiak geschlagen geben. Den Konkurrenten, der lediglich in fünf Disziplinen angetreten war, hatte der Abonnement-Weltmeister "mit seinen vielleicht 70 Kilogramm gar nicht für vollgenommen." Seine Lehre aus der unerwarteten Niederlage: "Das nächste Mal mache ich vielleicht ein paar Disziplinen weniger." Keineswegs zufrieden stellten ihn freilich auch die 1,99 Meter mit dem Ultra-Stein (50 kg): "Mein Rekord steht bei 2,99 Meter, aber ich hatte mir eine Zerrung zugezogen. Und außerdem ging gerade hier, bei der insgesamt wirklich guten Organisation, alles drunter und drüber. Da hat der Kampfrichter total versagt. Darum war ich am Ende nur froh, dass auch diese Weite zum Sieg gereicht hat."

Abgesehen davon erlebte der TSV-Leichtathlet in Ungarn "zweifellos den erfolgreichsten Start, den ich je hatte. Dabei hatte ich diesmal eine tolle Konkurrenz." Sehr bemerkenswert fand er vor allem, "dass sich meine Leistungen im Vergleich zur WM 2013 nicht verschlechtert, sondern teilweise sogar verbessert haben. Normalerweise wird man ja in unserem Alter pro Jahr um zwei Prozent schlechter."

Seinen Geburtstag feiert er im Übrigen wie viele Rentner: Heute Nachmittag steht ein Besuch beim Arzt auf dem "Party-Plan".

Quelle: NGZ
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