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Lokalsport
Duell der offensivstärksten Mannschaften

Kapellen. Fußball-Oberligist SC Kapellen empfängt den Tabellennachbarn VfR Krefeld-Fischeln im Erftstadion. Von Dirk Sitterle

Ohren angelegt und Augen auf - morgen Punkt 15 Uhr beginnt im Erftstadion die wilde Fahrt. Auf dem Rasenplatz an der Weimarstraße treffen zwei der torhungrigsten Teams der Fußball-Oberliga im direkten Duell aufeinander: Gastgeber SC Kapellen hat in zwölf Spielen 23 Treffer erzielt und ist damit genauso gut wie die Topklubs Wuppertaler SV, SpVg Schonnebeck und TuRU Düsseldorf, der VfR Krefeld-Fischeln war sogar noch ein bisschen erfolgreicher und führt die Liste mit 24 Toren an.

Der Preis der Aktion Sturm und Drang: Mehr Gegentreffer als Kapellen (19) und Fischeln (23) haben nur der VfB Hilden (29), Neuling TV Kalkum-Wittlaer (25), SV Hönnepel-Niedermörmter (22) und RW Oberhausen II (33) auf den Abstiegsplätzen kassiert.

Dass es hinter SCK-Keeper Christopher Möllering häufiger als gewünscht einschlägt, ist freilich recht leicht zu erklären. Gerade die letzte Viererkette vor dem eigenen Gehäuse erinnert an ein Durchgangslager: Tim Rubink (Leisten-OP) fällt seit Wochen aus, der aus Baumberg an die Erft gewechselte Bruno Ferreira hat noch gar nicht gespielt. David Dygacz kommt verletzungsbedingt erst auf vier Partien, der zuverlässige Dalibor Cvetkovic ist beruflich stark eingespannt. Nun hat es auch noch Marcel Koch (chronische Leistenprobleme) und den Ex-Fischelner Marcel Lüft, der sich am Sonntag beim 5:1 in Wittlaer einen Kapselriss im Sprunggelenk zugezogen hat und bis zu sechs Wochen ausfällt, erwischt.

Nicht viel besser stellt sich die Situation weiter vorne dar: Torjäger Benni Schütz (Knochenbruch zwischen Kreuz- und Steißbeinwirbel) darf mit Sitzkissen immerhin schon wieder arbeiten, sieht das runde Leder jedoch ebenso nur aus der Ferne wie Rekonvaleszent Simon Kohlen (Mittelfußbruch). Zu allem Übel hat sich die Blessur von Lennart Ingmann bei der Kernspintomographie als Muskelanriss herausgestellt. Alles Ausfälle, die SCK-Trainer Frank Mitschkowski, der auf den Einsatz von Shota Arai (Oberschenkelprobleme) hofft, hart treffen. "Wir sprechen da ja von etablierten Jungs." Aber er vertraut seinem tiefen Kader und stellt gelassen fest: "Mir war von Anfang an klar, dass wir jeden Spieler brauchen." Möglicherweise gehört gegen Fischeln nach längerer Pause auch wieder der Japaner Takuya "Tako" Morita der Startelf an.

Trotz dieser Probleme blickt der SC Kapellen auf erfolgreiche Wochen zurück. Von den vergangenen zehn Partien gingen nur zwei verloren: in Uerdingen (verdient mit 0:3) und in Wuppertal (unglücklich mit 0:1). Am Sonntag gelang dem SCK als Gast des TV Kalkum-Wittlaer endlich auch der erste Auswärtssieg. "Das Gesamtpaket stimmt", sagt der Coach deshalb. Ganz besonders freut ihn, dass in Wittlaer auch der als Leitwolf ebenso wie Frederik Leufgen unverzichtbare Robert Wilschrey mit zwei wunderbaren Freistoßtoren für seinen unermüdlichen Einsatz belohnt wurde. "Das hatte er einfach verdient."

Morgen dürfte ein Vortrag am Limit gefragt sein, zählt doch selbst Mitschkowski zu den Fans der Kicker aus Fischeln: "Ich sehe sie gerne spielen. Fischeln geht ein hohes Tempo, ist technisch versiert und verfügt in Kevin Breuer, Alexander Lipinski oder auch dem zuletzt leider verletzten Kevin Sonneveld über herausragende Spieler." Dass die mit vier Siegen in die Saison gestartete Truppe nach einer Durststrecke (vier Niederlagen in Serie) wieder zu alter Klasse zurückgefunden hat, schreibt er vor allem seinem Trainerkollegen Josef Cherfi zu: "Bewundernswert, was der aus seinen Jungs immer wieder herausholt."

Quelle: NGZ
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