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Ein Basketball-Fest im Elephants-Dome

Lokalsport: Ein Basketball-Fest im Elephants-Dome
Elegant und kraftvoll: Femi Oladipo erzielt zwei seiner am Ende 18 Punkte für die Elephants. Machtlos sind die Ibbenbürener Maikel Post, Chris Hortmann und Milen Kostov (v.l.). Lukas Kazlauskas (r.) freut sich still. FOTO: Michael Ritters
Grevenbroich. In einem Duell, das in keiner Highlight-Show der Regionalliga West fehlen darf, schafft Ibbenbüren in Grevenbroich mit dem 105:100-Erfolg den zehnten Saisonsieg in Folge. Die Gäste verwandeln dabei aus der Distanz 18 ihrer 34 Versuche. Von Dirk Sitterle

Mögen sich die Elephants Grevenbroich und die AOK Ballers Ibbenbüren auch nicht in heftiger Zuneigung begegnen, die Duelle der beiden Klubs fehlen in keiner Saison-Highlight-Show der Basketball-Regionalliga West. Den (vorläufigen) Höhepunkt setzten die Rivalen am Samstagabend beim 105:100-Erfolg (Halbzeit 47:51) der Gäste aus dem Teutoburger Wald an der Erft. Ein Match, das Marv Albert (71), von 1967 bis 2004 "die Stimme" der amerikanischen Profiliga NBA, ganz sicher mit seinem legendären Ausruf "a spectacular game", ein spektakuläres Spiel, geadelt hätte.

Obwohl es für beide Teams streng genommen um nichts mehr ging, boten sie dem begeisterten Publikum im "Elephants-Dome" eine mitreißenden Mix aus "All-Star-Game" und hoch intensiver "Play-off-Schlacht". Grevenbroichs Manager und Trainer Hartmut Oehmen brachte das bis zum Schluss fiebrige Geschehen auf den Punkt: "ein geiles Spiel!" Und dabei schlugen die Kontrahenten ein so unfassbar hohes Tempo an, dass bis zur Halbzeitpause gar keine Zeit für Fouls blieb (fünf für die Elephants, drei für Ibbenbüren). Trotzdem landeten die Bälle mit beeindruckender Präzision im Korb: Grevenbroich kam in der ersten Hälfte aus dem Feld auf eine Wurfquote von 62,2 Prozent (4/9 Dreier). In Lukas Kazlauskas (14), Farid Sadek und Lennard Jördell (je 10) hatten nach zwei Viertels schon drei Grevenbroicher zweistellige Punkteregionen erreicht. Die Gäste konterten von jenseits der Drei-Punkte-Linie, kamen aus der Distanz auf 47,1 Prozent (8/17). Überraschend: Nicht Rishi Kakad (7) und Chris Hortmann (9), die beiden Topscorer der Liga, setzten dabei die Akzente, sondern Jungs aus der zweiten Reihe: Milen Kostov (schloss die Partie mit 15 Punkten und 4/4 Dreiern ab), Florian Avermann (14 Punkte, 4/7 Dreier) und Andreas Placke (neun Punkte, 3/4 Dreier) warfen sich in einen Rausch, machten jeweils das "Spiel ihres Lebens".

Trotzdem vermochten sich die nur zu siebt angetretenen Elephants im dritten Viertel bis auf zwölf Zähler abzusetzen (80:68/30.), der ansonsten eher unauffällige Scharfschütze Marko Boksic (elf Punkte) hämmerte das Leder zu Beginn des letzten Durchgangs sogar zum 84:71 (32.) in den Korb. Dann genehmigte Oehmen dem bis dahin als Gegenspieler von Rishi Kakad überragenden Femi Oladipo eine kurze Verschnaufpause. Zwar machte auch sein Vertreter Bastian Becker einen guten Job, doch vermochte er nicht zu verhindern, dass der Brite endlich seinen Groove fand: Mit drei Dreiern binnen weniger als zwei Minuten brachte er die jetzt seit zehn Spielen ungeschlagenen Gäste auf 83:88 (34.) heran, Hortmann verkürzte kurz darauf auf 91:94 (37.). Und nach einem heftig diskutierten unsportlichen Foul gegen Farid Sadek ließ Hortmann, mit 30 Punkten (3/6 Dreier, 9/12 Freiwürfe) schließlich Topscorer des Abends, zwar die beiden Freiwürfe aus, nutzte das zusätzlich gewährte Angriffsrecht indes aus, um 1:21 Minute vor dem Ende per Dreier auszugleichen (94:94). Als noch 48 Sekunden zu spielen waren, verwandelte Kazlauskas an der Linie beide Versuche zum 98:97 für die Hausherren, doch im Gegenzug drückte Avermann aus der Distanz zum 100:98 für Ibbenbüren ab. Sadek glich 27 Sekunden vor Schluss abermals aus (100:100). Auf der anderen Seite traf Hortmann mit Freiwürfen zum 102:100. Als mit noch vier Sekunden auf der Spieluhr Oladipos Dreier-Versuch nur an den Rink knallte, war das fantastische Duell entschieden.

Quelle: NGZ
 
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