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Lokalsport
Ein großer Abend für den heimischen Sport

Lokalsport: Ein großer Abend für den heimischen Sport
Die "5 Musketiere" Matyas Szabo, Richard Hübers, Anna Limbach, Benedikt Wagner und Max Hartung (o.v.l.) standen im Mittelpunkt eines großen Abends für den Sport, den Moderator Wolfram Kons (u.) mit den "doppelten Lottchen" Anna-Maria Buchbender (l.) und Anna Schwarz eröffnete. Der Festsaal des Euromoda (oben) erwies sich als ideale location für viele Gespräche, so dass PSB-Präsident Christoph Buchbender (r. Bild mit Landrat Petrauschke und Ehefrau) feststellte: "Wir haben uns weiterentwickelt." FOTO: -woi
Neuss. Die Initiative "Gemeinsam für den Spitzensport" erbrachte 50.000 Euro, aber vor allem viel Anerkennung für den Sport im Rhein-Kreis. Von Volker Koch

Aktive Sportler waren keine mehr dabei, als die letzten Gäste gegen drei Uhr in der Früh den Festsaal des Euromoda verließen - die lagen längst in ihren Betten, um sich auf einen weiteren harten Trainingstag vorzubereiten. Der größte Teil von ihnen wird gut geschlafen und selig geträumt haben - in dem Bewusstsein, dass ihre sportliche Karriere anderswo wesentlich schlechter verlaufen könnte als im Rhein-Kreis Neuss. Denn die von den Partnern für Sport und Bildung (PSB), einem Zusammenschluss von 30 Unternehmen und Institutionen, auf den Weg gebrachte Wohltätigkeitsveranstaltung "Gemeinsam für den Spitzensport" erbrachte nicht nur eine Summe von 50.000 Euro - 15.000 mehr als bei der Premiere vor Jahresfrist - die der Förderung des heimischen Spitzensports zu Gute kommen.

Sie verschaffte den heimischen Sportlern vor allem viel Anerkennung. Und das bei denen, auf die es ankommt, damit sie ihre Karriere zumindest halbwegs sorgenfrei fortsetzen können: den bereits vorhandenen und den potenziellen Sponsoren. Jedes Mal, wenn RTL-Moderator Wolfram Kons, der leicht, locker und durchaus nicht ohne Sportverstand durch den Abend führte, einen seiner (insgesamt ein wenig zu) zahlreichen Talkgäste fragte: "Und was machst du sonst noch so?", ging bei der Antwort ein Raunen durch den Saal, das meist in Spontanapplaus endete: "Ich studiere Maschinenbau" (Voltigier-Weltmeisterin Pauline Riedl) - "Ich studiere Pharmazie" (Vera Spanke, Dritte der U23-EM im Rudern) - "Ich suche ein längerfristiges Praktikum" (Matyas Szabo, Olympia-Achter im Säbelfechten).

FOTO: Woitschützke Andreas

Und das bei bis zu elf Trainingseinheiten in der Woche. Für viele Leistungssportler normal, auch wenn Eric Johannessen, der mit dem Deutschland-Achter Olympiagold gewann, zugibt: "Es ist schon eine Form von Masochismus, was man sich da antut." Für viele Gäste jedoch offenbar eine neue Erkenntnis, dass es reichlich "Sportler gibt, die ihren Sport nicht wegen des Geldes betreiben, die aber Geld brauchen, um leben zu können", wie es Olympia-Kampfrichter Michael Faller auf den Punkt brachte.

Dabei wollen die Partner für Sport und Bildung helfen. Mit rund einer halben Million Euro, die sie jährlich ausschütten. Mit der Beschaffung von Arbeits- und Praktikumsplätzen - von letzteren stellte der Neusser Bauverein gleich zwei spontan am Freitagabend zur Verfügung. Und mit einer Initiative wie den "5 Musketieren", mit der die Dormagener Säbelfechter um Europameister Max Hartung bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio unterstützt werden - gemeinsam mit der Sportstiftung NRW, deren Geschäftsführer Jürgen Brüggemann lakonisch feststellte: "Dieses Team ist einmalig. Dieses Projekt auch."

FOTO: Woitschützke Andreas

Wobei die Unterstützung mit dem Erlöschen des olympischen Feuers nicht zu Ende sein soll: "Wir wollen und müssen ihnen eine Perspektive über den Sport hinaus geben", sagt PSB-Präsident Christoph Buchbender, im Hauptberuf Vorstandsmitglied der RheinLand Versicherungsgruppe. Und ist gleich mit gutem Beispiel vorangegangen: Benedikt Wagner, Hartungs Vorgänger als Europameister mit dem Säbel, tritt demnächst eine Stelle im Bereich Marketing und Kommunikation bei der RheinLand an.

Durchaus möglich, dass zu seinem Aufgabengebiet dann die Vorbereitung des nächstens Events aus der Reihe "Gemeinsam für den Spitzensport" gehört. Thomas Kempen, Leiter Unternehmenskommunikation bei dem Neusser Versicherungsunternehmen, hatte gemeinsam mit seinem Kollegen Simon Hopf den Abend glänzend organisiert. Und war mit Blick auf den sturzbachartigen Regen "heilfroh, dass wir nicht wie im Vorjahr in ein Zelt gegangen sind". Der Festsaal des Euromoda erwies sich als hervorragendes Ausweichquartier, das - sehr gute - Catering kam vom praktischerweise gleich gegenüber liegenden Holiday Inn.

FOTO: Woitschützke Andreas

Kein Wunder, dass Christoph Buchbender den ganzen Abend mit strahlendem Lächeln durch den Saal lief. Begonnen hatte es, als Ehefrau Anna Marie feststellte, dass sie das gleiche wunderschöne Ballkleid aus dem Schrank geholt hatte wie Anna, Frau seines Vorstandskollegen Andreas Schwarz. Es endete mit dem Zusammenzählen jener Summe, die durch Golfturnier, Tombola und Kartenverkauf zustande kam. "Ich finde, wir haben uns weiterentwickelt", sagte Buchbender. Dem ist nicht zu widersprechen.

Quelle: NGZ
 
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