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Ein Hauch von Play-off-Luft

Lokalsport: Ein Hauch von Play-off-Luft
Eines von vielen hochinteressanten Duellen: Die für Neuss tätige Kanadierin Karly Roser (r.) trifft in Wolfenbüttel auf die Amerikanerin Lakevia Boykin. FOTO: Woi
Neuss. Am vorletzten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga treten die Neuss Tigers in Wolfenbüttel an. Von Dirk Sitterle

Das wird ein Fest. Mit dem richtigen Gespür für die Situation hat Basketball-Zweitligist Wolfpack Wolfenbüttel das Heimspiel gegen die TG Neuss Tigers unter das Motto "Make some noise against Neuss" gestellt. Denn auch wenn es am vorletzten Spieltag vordergründig um nicht mehr allzu viel geht, weht heute ab 16.30 Uhr ein Hauch von Play-off-Luft durch die Lindenhalle. "Das ist so etwas wie eine Generalprobe", sagt TG-Trainer Janina Pils.

Dass die beiden Mannschaften in der Halbfinalserie aufeinandertreffen werden, steht bereits fest, noch offen ist lediglich die Frage, wer sich den Heimvorteil im möglicherweise entscheidenden dritten Spiel sichert. Vieles spricht für die TG Tigers, die im Gegensatz zum am letzten Spieltag spielfreien Deutschen Meister von 2012 (noch als BV Wolfenbüttel Wildcats) noch zweimal punkten können und zwei Zähler mehr auf ihrem Konto haben. Daraus schließt die Neusser Trainerin messerscharf: "Den Heimvorteil im Halbfinale werden wir nicht in diesem Spiel verlieren."

Genau wie ihre in Wolfenbüttel tätige Kollegin Hanna Ballhaus hat sie damit ein Problem: "Natürlich will ich das Spiel gewinnen, aber eben nicht um jeden Preis. Wir haben in den beiden vergangenen Wochen viel im taktischen Bereich gearbeitet, vor allem in der Defensive. Das alles willst du nicht schon jetzt zeigen." Wie genau sie mit ihrem Team das Top-Spiel bestreiten wird, lässt sie darum offen: "Das wird sich ergeben ..."

Unabhängig davon freuen sich die Tigers auf ihren Auftritt in der Basketball-Stadt Wolfenbüttel. Einerseits ist Janina Pils sehr wohl bewusst, "dass das eines der schwierigsten Auswärtsspiele überhaupt ist. Wir haben in Wolfenbüttel noch nie gewonnen." Andererseits sind die Tigers mächtig heiß auf die tolle Atmosphäre in der gastfreundlichen Lindenhalle. "Da spielst du immer gerne, da ist immer ordentlich Stimmung." Dass die Neusserinnen das Hinspiel überraschend deutlich mit 64:50 gewinnen konnten, hat für sie keine Bedeutung. Zum einen fehlte der damals neuverpflichteten US-Amerikanerin Lakevia Boykin, die inzwischen durchschnittlich 15,4 Punkte auflegt, in Neuss noch die Bindung zu ihren Mitspielerinnen, zum anderen musste das Wolfpack auf die verletzte Klaudia Grudzien verzichten. Janina Pils muss nicht extra auf die Stats (12,3 Punkte, 8,4 Rebounds) der Powerfrau gucken, um ihren Wert für die Mannschaft zu erkennen: "Sie macht ein Team schon extrem besser." Jeden Gegner vor ernsthafte Probleme stellt auch Raelyn Prince. Die 1,91 Meter große Centerin aus Kanada serviert im Schnitt mit 13,4 Punkten und 10,8 Rebounds ein Double-Double.

Und weil das noch nicht reicht, bietet der Kader weiteres Fachpersonal der Güteklasse A: Carolin Christen kann an einem beliebigen Tag aus der Distanz jede Defensive auseinandernehmen, die erst 17-jährige Theresa Simon reißt mit ihrer Leidenschaft das gesamte Team mit und Jenny van Doorn hält den Laden von der Position des Spielmacherin aus unspektakulär, aber effektiv zusammen. Wie die Tigers verfügt das Wolfpack darüber hinaus über eine ganze Reihe erstklassiger Nachwuchstalente, allen voran Leonie (16) und Nina Rosemeyer (14).

Quelle: NGZ
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