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Lokalsport
Ein Trio fährt nach Rio - die Vorfreude auf die Spiele ist groß

Neuss. Viele Wege führen nach Rio. Das machten drei Gäste der Sportlerwahl deutlich, die ihren Startplatz bei den Olympischen Spielen im August bereits in der Tasche haben. Säbelfechter Max Hartung, Ringer-Kampfrichter Michael Faller und Journalist Christoph Leuchtenberg werden in der brasilianischen Metropole zwar auf völlig unterschiedliche Weise gefordert sein, sie eint aber die Vorfreude, ein Teil des größten Sportevents der Welt zu sein. Von Christos Pasvantis

Hartung, mit dem TSV Bayer Dormagen 2014 Mannschafts-Weltmeister, war bereits 2012 in London dabei und kämpft mit seinen 26 Jahren um die Krönung seiner Laufbahn: "Eine Olympiamedaille fehlt mir noch. Schwerer als eine Welt- oder Europameisterschaft ist so ein Wettbewerb nicht und ich habe aktuell einen Lauf. Wollen wir hoffen, dass er noch lange anhält." Als einer von zwei Säbelfechtern ist er bereits fest im Aufgebot, ihm folgen könnten seine Vereinskollegen Benedikt Wagner oder Matyas Szabo. Dass es auf Grund eines Rotationsprinzip in diesem Jahr keinen Mannschaftswettbewerb geben wird, bedauert der gebürtige Aachener sehr, hätten seine Dormagener doch ebenfalls gute Karten auf eine Medaille: "Das ist wirklich sehr schade." Schließlich sei es gut möglich, dass er 2020 in Tokio nicht mehr aktiv sein wird: "Ich könnte sicherlich noch zehn Jahre Fechten, glaube aber nicht, dass ich das auch mache. Irgendwann kommt der Punkt in meinem Leben, an dem ich etwas Sicherheit haben will. Dazu gehört halt auch das Einkommen."

Spitzensport und angemessene Bezahlung - in Deutschland abseits des Fußballs ein leidiges Thema. Davon kann auch Christoph Leuchtenberg, ehemaliger NGZ-Mitarbeiter und nun Redakteur beim Sportinformationsdienst (SID), berichten: "In vielen Ländern haben Olympiasieger finanziell ausgesorgt, sind teilweise Millionäre. Das kann man von Deutschland nicht behaupten." Er selber wird sich vor Ort um die Bereiche Judo und Leichtathletik kümmern und ist darauf durchaus Stolz: "Auch als Journalist muss man sich qualifizieren und gegen viele Mitbewerber durchsetzen."

Michael Faller vom KSK Konkordia, als Kampfrichter ohnehin ständig in der Welt unterwegs, nutzt die Gelegenheit gleich zu einem Familienurlaub: "Viel Jahresurlaub bleibt bei meinen ganzen Reisen ja nicht übrig, also kommt meine Frau mit nach Rio." Dass Vater Horst neidisch werden könnte, der als Kampfrichter selber auf eine illustre Karriere zurückblicken kann, es allerdings nie zu den Spielen schaffte, schließt er aus: "Ich kann versichern, dass sich niemand mehr freut als mein Vater."

Quelle: NGZ
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