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Jüchen
Ein Vorhängeschloss als Liebespfand
Jüchen. Robert und Carmen Schwab sind frisch verheiratet. Sie wollen ihre Liebe mit einem Schloss zeigen: Die karge Metallbrücke am Jüchener Bach soll – wie die Hohenzollernbrücke – Treffpunkt für Romantiker werden. Von Daniela Buschkamp

Was haben die Hohenzollern-Brücke in Köln, die Brücke an der Düsseldorfer Rheinpromenade, die milvische Brücke in Rom und die Brücke am Jüchener Bach gemeinsam? Jede von ihnen trägt als Zeichen der Liebe Vorhängeschlösser. Während am Kölner Bauwerk bereits mehr als 40 000 Pärchen ihre Liebe zur Verschlusssache erklärt haben, ist es in Gierath erst ein Paar: Carmen (51) und Robert (57) Schwab. Die beiden, seit 1994 liiert, haben sich am 12. Dezember 2012 das Ja-Wort gegeben. Und als Zeichen ihrer Liebe ein Vorhängeschloss mit ihren Vornamen an der Metallbrücke montiert. "Vielen Bekannte gefällt die Idee, sie wollen unserem Beispiel folgen", erzählt der Gierather. Doch noch sind er und seine Carmen mit ihrem metallenen Liebesbeweis allein.

Nicht nur Jungverliebte zeigen ihre Verbundenheit mit Schlössern an Brückenpfeilern, Absperrgitter oder Laternen. Seit rund vier Jahren entwickelt sich dieser Brauch auch an deutschen Brücken – den rasant wachsenden Erfolg zeigt die Zahl der "Liebesschlösser" an der Hohenzollern-Brücke oder auch das Höhner-Lied "Schenk mit dein Herz". Auch das Bonner "Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte" hat sich bereits liebevoll mit diesem Thema beschäftigt, schätzt es als neuen Liebesbrauch ein. Als Ursprungsland gilt Italien.

Robert und Carmen Schwab haben sich allerdings nicht im Italienurlaub inspirieren lassen, sondern von Brücken in Düsseldorf und Köln. Und beide wollten ihre Verbundenheit auch auf besondere Weise ausdrücken. Denn auffällige "Liebes-Daten" teilen sie bereits, wie der Uhrmacher-Meister erläutert: "Wir haben uns am 10.10. kennengelernt, am 11.11. verlobt." Logische Konsequenz: die Eheschließung am 12.12. in Haus Katz, mit anschließender großer Feier. Dass die Schwabs in Liebe verbunden sind, das zeigt jetzt ihr Schloss am Brückenpfeiler – für beide nicht zu übersehen: "Von unserem Haus aus können wir den Jüchener Bach sehen", sagt Carmen Schwab mit einem Lächeln.

Beim ersten Treffen hätte wohl keiner der beiden ihr späteres Glück erwartet. Robert Schwab war geschieden, arbeitete im familieneigenen Juweliergeschäft in Oberkassel und lebte in Meerbusch. Carmen, als junge Mutter von zwei Kindern verwitwet, lebte als Hausfrau in Gierath. "Eine Bekannte meinte, dass wir gut zueinander passen würden", erinnert sich Robert Schwab.

Sie hatte recht, denn auf das erste Treffen folgten weitere – Robert Schwab zog nach Gierath und für beide stand bald fest: Wir bleiben zusammen. "Unsere Hochzeit war etwas Besonderes, ein Schlussstrich unter die Vergangenheit", meint Carmen Schwab. Jetzt teilt das Paar Arbeit und Hobby wie Ausflüge mit dem Motorrad, Engagement im Karneval und Schützenverein. Und vielleicht findet ihr einsames Liebesschloss an der Brücke über den Jüchener Bach noch Partner.

Quelle: NGZ
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