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Lokalsport
Einfach eine bärenstarke Mannschaft

Lokalsport: Einfach eine bärenstarke Mannschaft
Ein Team: Bei den Deutsche Meisterschaften der Gehörlosen in Ludwigshafen sicherte sich die 4x200-Meter-Staffel der DJK Rheinkraft in der Besetzung Anna Matthaei, Felicitas Merker, Svenja Kramer und Alessia Melchiorre (v.l.) den Sieg. FOTO: privat
Neuss. Bei den in Ludwigshafen ausgetragenen Deutschen Hallenmeisterschaften der Gehörlosen brachten die Leichtathleten der DJK Rheinkraft acht Titel ein. Besonders erfolgreich war der erst neunjährige Leo Fauser in der Altersklasse U12. Von Dirk Sitterle

Nicht jammern - klotzen! Trotz Verletzungspech und großer gesundheitlicher Probleme gab die Leichtathletik-Mannschaft der DJK Rheinkraft bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Gehörlosen in Ludwigshafen Vollgas: Acht Titel und vier Silbermedaillen zeugen von einer beeindruckenden Energieleistung.

Die Richtung gab Felicitas Merker vor: Obwohl es die Vize-Europameisterin in dieser Saison studienbedingt sportlich etwas ruhiger angehen lässt, überzeugte sie bei ihrem Sieg im Kugelstoßen mit neuer persönlicher Bestleistung von 10,77 Meter. Über die 60 Meter verfehlte sie dieses Kunststück als Zweite in 8,60 Sekunden nur um fünf Hundertstelsekunden. Obwohl die Form stimmt, lässt die Sportstudentin die Halleneuropameisterschaft im polnischen Torun vom 17. bis 19. März aus. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele der Gehörlosen (Deaflympics) vom 18. bis 30. Juli 2017 in Samsun/Türkei.

Auch auf der Mittelstrecke dominierten die Leichtathletinnen der DJK: Anna Matthaei triumphierte über 800 Meter mit neuer persönlicher Hallenbestmarke von 2:29,85 Minuten vor ihrer Vereinskollegin Svenja Kramer, die ihre Bestzeit nur ganz knapp verfehlte. Über 3000 Meter verbesserte Kramer ihre Hallenbestleistung aus dem Vorjahr gleich um eine satte Minute. Sie gewann vor Anna Matthaei und machte sich damit selber ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Während bei den Männern der gerade erst zur DJK gestoßene Martin Aulbach mit dem Sieg über die 3000 Meter und Platz zwei über 800 Meter überraschte, erhielt Leo Fauser den Pokal für den erfolgreichsten Teilnehmer der Titelkämpfe. Obwohl er in der Altersklasse U12 mit neun Jahren einer der jüngsten Athleten war, stand er wie im Vorjahr stets ganz oben auf dem Siegertreppchen. Trotz starker Konkurrenz aus Bayern gewann der Neusser in 8,51 Sekunden über 50 Meter, mit 3,76 Meter im Weitsprung und in 2:59,77 Minuten mit neuem Deutschen Hallenrekord über 800 Meter.

Kolossales Pech hatte die 4x200-Meter-Staffel der DJK. Unmittelbar vor den Meisterschaften riss bei Marta Schöller im Training das Kreuzband, was darum besonders bitter ist, da sie gute Chancen hatte, das Ticket für die Junioren-Europameisterschaften der Gehörlosen im Sommer in Karlsruhe zu lösen. Das wird jetzt schwer. Weil die Nachwuchshoffnung Alessia Melchiorre vor Weihnachten ihr zweites Hörimplantat bekommen hatte und damit eigentlich eine Sportpause eilegen sollte, schien die Staffel geplatzt. Aber die DJK-Mädels wollten unbedingt laufen. Darum machte sich die 16-Jährige doch noch auf den Weg nach Ludwigshafen, um als (untrainierte) Schlussläuferin den Sieg über den GSV München abzusichern. Alessia Melchiorre war dabei mehr als ein Notnagel, kämpfte bis zum letzten Meter und wurde damit zur Goldmarie.

Quelle: NGZ
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