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Basketball
Elephants humpeln ins Duell mit dem Topteam

Basketball: Elephants humpeln ins Duell mit dem Topteam
Soll das mit der Überraschung gegen die RheinStars Köln klappen, müsste Marko Boksic mit den Elephants einen Sahnetag erwischen. FOTO: Michael Ritters
Grevenbroich. Ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen die RheinStars Köln hat es die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich personell hart erwischt. Von Dirk Sitterle

Wer in der 2009 vom TV-Sender ProSieben ausgestrahlten Doku-Soap "Giulia in Love?!" der zickigen Schauspielerin Giulia Siegel die Stirn geboten hat, sollte eigentlich komplett schmerzfrei sein. Doch was bei seinen Regionalliga-Basketballern der NEW' Energie Elephants vor dem Gastspiel des Topfavoriten RheinStars Köln morgen Abend (19.30 Uhr, Sporthalle in Gustorf) personell abgeht, treibt selbst Trainer und Manager Hartmut Oehmen die Tränen in die Augen. Der weiß zwar, "klagen hilft nichts", doch "gut ist anders".

Der größte Schock: Im Training zog sich Center Jo Lange im Kampf um den Ball mit Dainius Zvinklys gleich einen vierfachen Nasenbeinbruch zu. "Er sieht aus wie in der siebten Runde bei einem Fight mit den Klitschkos", sagt Oehmen. Da die Fraktur eine Operation erfordert, fällt Lange mindestens zehn Tage aus. Auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung steht auch Martin Esters, der mit seinem vorbelasteten Knie ebenfalls unter Messers muss. Weil zudem Marvin Kruchen mit chronisch schmerzender Achillessehne für die knüppelharte Arbeit an den Brettern nur eingeschränkt zu gebrauchen ist, funkt Oehmen SOS. Sein Notruf verhallt jedoch ungehört: Ein schnelles Comeback des eigentlich schon von Bord gegangenen Tommy Warnecke kommt wegen seines dreifachen Bänderrisses nicht infrage. Der in ähnlichen Fällen bereits erprobte Kai Bonzelett aus der Zweitvertretung feiert den gelungenen Abschluss seines Studiums in Mexiko. Bleibt der gerade erst verpflichtete, bislang aber noch nicht eingesetzte und physisch eher zarte Marcel Sagemüller von der in der 2. Regionalliga spielenden BG Biggesee.

Der Exodus der großen Jungs ist deshalb so bitter, weil die RheinStars im Hagener Bundesliga-Urgestein Bernd Kruel (2,09 Meter), dem Ex-Grevenbroicher Lennard Jördell (2,07) und dem Litauer Gytis Pakalniskis (2,04) gleich drei Giganten beschäftigen. Wie gut die vom ebenfalls schon für die Elephants in der 2. Liga tätigen Marin Petric und dem US-Profi Omari Knox angeführte erste Fünf der Gäste ist, zeigt der Blick auf die Bank. Von der kommen in Nils Isermann und Stephan Carduck zwei Könner, die mit ziemlicher Sicherheit in jeder anderen Mannschaft der Liga starten würden. Alles in allem unterstreicht der Kader des potenten Neulings, dessen Geschicke vom 133-fachen Nationalspieler und Europameister von 1993, Stephan Baeck, gelenkt werden, die hohen Ambitionen: Ziel ist der schnellstmögliche Einzug in die 1. Bundesliga.

Allerdings ist das von Mario Kyriasoglou und dem ehemaligen Profi Johannes Strasser gecoachte Team nicht unschlagbar. Im Duell der Aufsteiger setzte es gegen die seither auf Platz eins stehenden SWAP Ballers Ibbenbüren eine unerwartete 64:67-Schlappe. Auch die Elephants wissen durchaus, wie die Domstädter zu bezwingen sind. In der vergangenen Spielzeit wussten sie sich im Finale des WBV-Pokals in zwei Partien gegen den damals ungeschlagenen Meister der 2. Regionalliga zu behaupten. Oehmen lebt indes in der Gegenwart, und in der sieht er seine personell arg geschwächten Elephants als 1:10-Außenseiter. "Wenn bei Köln der neunte Mann aufs Feld kommt, kommt da immer noch Qualität aufs Feld." Die Flinte vorzeitig ins Korn werfen möchte er freilich nicht. "Uns fällt schon noch was ein", verspricht er schmunzelnd.

Quelle: NGZ
 
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