Lokalsport

Elephants klopfen oben an

Feierbiester: Nach dem Sieg in Dorsten ist für Bastian Becker, Simon Bennett und Coach Hartmut Oehmen (v.l.) sogar Platz zwei drin. FOTO: Thomas Meyer-Boudnik

Grevenbroich. Nach Sieg in Dorsten ist der Basketball-Regionalligist punktgleich mit Münster auf Rang zwei.

Von

Bei seinem Amtsantritt in Grevenbroich vor viereinhalb Jahren hatte Hartmut Oehmen mit der flapsigen Feststellung provoziert: "Training wird überschätzt." Einmal mehr bestätigt sah sich der Trainer des Basketball-Regionalligisten NEW' Elephants mit dem 83:73-Erfolg (Halbzeit 50:45) seiner Jungs bei der heimstarken BG Dorsten. Denn zwischen dem 87:69-Sieg am 18. Februar über Herford und dem Match an der Juliusstraße lag genau eine Übungseinheit.

Die knapp zweiwöchige Auszeit rund um Karneval bewertete Oehmen darum als ungemein hilfreich: "Danach hatten alle wieder richtig Bock auf Basketball." Sehr gut für die Elephants, "übrigens die einzige Truppe in der Liga, die ohne Ami spielt" (Oehmen), war darüber hinaus, dass die Hausherren auf Matevz Magusar (Rückenbeschwerden) und Felipe Galvez-Braatz (noch nicht ganz verheilte OP-Narbe) zu verzichten hatten. Topscorer David Golembiowski spielte angeschlagen nur knapp 20 Minuten und erzielte dabei neun Punkte. Im Grunde agierten beide Mannschaften lediglich mit sieben Spielern - eine Reduktion, die die Gäste besser meisterten.

Es half natürlich kolossal, dass sie in Femi Oladipo den überragenden Akteur auf dem Feld in ihren Reihen hatten. Der Ex-Profi markierte 25 Punkte, holte dazu zehn Rebounds für ein Double-Double und hielt außerdem Dorstens Bulgarien-Import Lyuben Paskov in Hälfte zwei bei zwei Punkten. Fünf Ballgewinne und zwei Dreier (bei vier Versuchen) rundeten seine starke Bilanz ab. Dabei war der ehemalige Ulmer noch nicht mal bester Korbschütze der Elephants. Marko Boksic kam nämlich auf 27 Zähler, netzte von jenseits der Drei-Punkte-Linie hochprozentig ein (5/10). Trotzdem gab es Kritik vom Trainer an der Leistung des mit Rückenbeschwerden ins Spiel gegangenen Bosniers: "Er war nicht so gut drauf. Er war hinterher selber überrascht, dass er so viele Punkte gemacht hatte."

Auch der Auftritt seiner Mannschaft flashte den Coach nicht wirklich. "Für meinen Geschmack ging es auf dem Feld fast zu freundschaftlich zu. Überall hast du nur in grinsende Gesichter geguckt, alle klopften sich auf die Schulter und plauderten nett miteinander. Ich habe meinen Jungs darum noch während des Spiels geraten, sich mit den Dorstenern zu einem gemeinsamen Bierchen zu verabreden." Für ihn war jedenfalls klar: "Hätten wir die Intensität unserer Heimspiele erreicht, hätten wir mit 20 Punkten gewonnen. So aber haben wir uns das Leben, obwohl wir fast 80 Prozent der Spielzeit in Führung gelegen haben, selbst unnötig schwergemacht." Immerhin: Vier Runden vor Saisonschluss ist Grevenbroich punktgleich mit dem Tabellenzweiten WWU Baskets Münster.

Quelle: NGZ

Outbrain