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Lokalsport
Elephants kommen spät, aber gewaltig

Grevenbroich. Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich drehen ein schon verloren geglaubtes Spiel und schlagen die Telekom Baskets Bonn II mit 85:81. Von Dirk Sitterle

Den dritten Sieg in Folge hatte sich Hartmut Oehmen von seiner Mannschaft zum Geburtstag gewünscht. Der Trainer und Manager des Basketball-Regionalligisten NEW' Elephants bekam ihn, musste um den 85:81-Heimerfolg (Halbzeit 33:44) über die starken Telekom Baskets Bonn II jedoch bis zum Schluss zittern.

Dass es zum "50." des Krefelders eine Siegesfeier geben würde, danach hatte es über weite Strecken der Partie freilich keineswegs ausgesehen. Nach dem mit 11:22 verlorenen ersten Viertel hätte wohl niemand unter den knapp 400 Zuschauern noch auf ein positives Ergebnis für die Gastgeber gewettet. Im Angriff fahrig, in der Abwehr mit kaum messbarer Intensität erlaubtes es die Erftstädter ihrem jungen, aber gut organisierten Kontrahenten, der in der kompletten ersten Hälfte lediglich vier Punkte durch Fastbreaks kassierte - dabei sind die Schnellangriffe ein Markenzeichen der Elephants -, bis auf 21:9 (10.) davonzuziehen. "Unser erstes Viertel war unterirdisch und erinnerte mich an unsere schwachen Leistungen zu Beginn der Saison", stellte Oehmen ungehalten fest.

Im zweiten Abschnitt (22:22) stabilisierten sich seine Jungs, konnten aber nicht verhindern, dass sie zwischenzeitlich sogar mit 15:30 (14.) ins Hintertreffen gerieten. Weh taten ihnen dabei vor allem die erfolgreichen Dreier-Versuche (3/5) von Joel Zeymer (erzielte 13 seiner am Ende 16 Punkte vor der Pause), neben Thomas Michel, Valentin Blass und US-Boy Gerald Beverly einer von vier Spielern aus dem Kader der Bundesliga-Truppe.

In der Kabine stauchte Oehmen seinen Mannen gehörig zusammen und ruinierte sich damit seine Stimme. Wichtiger fürs Spiel war indes ohnehin seine taktische Umstellung. Er schickte gleich zwei gelernte und erfahrene Aufbauspieler aufs Parkett: Farid Sadek (16 Punkte, 6 Assists, 6/7 Freiwürfe) war dabei der Mann für den Wirbel, Nick Larsen (7 Punkte, 8 Assists, 4/4 Freiwürfe) der ruhende Pol. Beide ergänzten sich hervorragend und machten in 20 gemeinsamen Minuten keinen entscheidenden Fehler. Trotzdem hielt der Vorsprung der Telekom-Bubis bis zur 27. Minute, als Beverly per Dreier zum 60:49 traf. Dann aber sorgte Co-Trainer Simon Bennett mit einem erfolgreichen Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie zum 56:63 (30.) für die Initialzündung.

Zwar konterte Patrick Reusch mit einem weiteren Dreier zum 66:56 (als Team kam Bonn aus der Ferndistanz auf eine Quote von 39,1 Prozent, 9/23 Würfe), doch nun waren die Elephants (und damit auch das Publikum) endlich richtig im Spiel. Bennetts Dreier besorgte die erste Führung (67:66/33.), kurz darauf vollendete Terrence Williams, der in Hälfte zwei 14 seiner 19 Zähler markierte und dabei mit zwölf Rebounds sein obligatorisches Double-Double vervollständigte, einen 13:0-Lauf der Hausherren mit den Punkten zum 69:66 (33.). Der Krimi konnte beginnen. Die Hauptrolle übernahm darin Nico Zimmermann. Der "fliegende Postbote" aus der Eifel war in der Schlussphase an fast allen wichtigen Aktionen beteiligt: Nach Sadeks Freiwurfserie (3/2) zum 75:73 (38.) traf er zunächst zum 77:74 (39.), dann zum 79:74 und 81:76 (39.). Nach Zeymers missglücktem Dreier-Versuch 66 Sekunden vor dem Ende schickte ihn sein restlos ausgepowerter und zunehmend frustrierter Gegenspieler Gerald Beverly (mit 22 Punkten Topscorer der Partie) an die Freiwurflinie. Von dort erhöhte Zimmermann auf 83:76 (2/2). Bonn kam noch mal auf 79:83 (4/3 Freiwürfe) und sogar auf 81:83 (Reusch) heran, doch als Zimmermann mit seinem Einwurf 6,6 Sekunden vor Schluss gedankenschnell Williams fand und der Amerikaner es per Dunk krachen ließ, war das Duell entschieden.

Quelle: NGZ
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