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Elephants sitzen auf (Tabellen-)Thron Probe

Lokalsport: Elephants sitzen auf (Tabellen-)Thron Probe
Ein Ausbund an Kraft und Athletik: Der für die Elephants in der Basketball-Regionalliga tätige US-Amerikaner Malcolm Delpeche stopft den Ball zu einem spektakulären Dunk in den Korb. FOTO: Thomas Meyer-Boudnik
Grevenbroich. Nach dem 74:69-Sieg am Freitag in Hagen sind die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich für knapp 21 Stunden Spitzenreiter. Von Dirk Sitterle

Daran könnten sich die NEW' Elephants gewöhnen: Für knapp 21 Stunden - bis zum 82:62-Sieg der WWU Baskets Münster beim Schlusslicht Telekom Baskets Bonn II - führten die Grevenbroicher die Tabelle der Basketball-Regionalliga West an. Das Probesitzen auf dem Thron hatten sich die Jungs von Trainer und Manager Hartmut Oehmen am Freitag mit dem beeindruckenden 74:69-Erfolg (Halbzeit 36:35) bei der BG Hagen verdient.

Der sportlich anspruchsvolle Trip in die Eilper Otto-Densch-Halle, in der die Hagener zuvor zweieinhalb Jahren ohne Niederlage geblieben waren, ließ sich für den späteren Kurzzeit-Spitzenreiter indes zäh an: Die A46 Richtung Wuppertal machte ihrem Ruf als Staufalle Nummer eins alle Ehre, nach fast zweieinhalbstündiger Odyssee durchs Bergische Land erreichte die letzte Reisegruppe mit Basti Becker, Marko Boksic, Gerrell Martin sowie den Zwillingen Malcolm und Marcus Delpeche erst 30 Minuten vor dem anvisierten Spielbeginn ihr Ziel. Als Glücksfall für die Elephants erwies sich allerdings, dass die Partie wegen einer defekten Anzeigetafel mit Verspätung begann. Mit dem Auftritt seiner Schützlinge, die in der achten Minute mal mit 20:12 vorne lagen, bis zum Seitenwechsel zeigte sich Oehmen trotzdem alles andere als zufrieden. Seine Kritik: "Das ist das Spiel des Jahres, und Ihr lauft hier rum wie der Traber des Jahres. Ihr schwitzt ja gar nicht!"

In die Karten spielte den Gästen, dass bei Hagen aus der Distanz so gut wie nichts klappte. Von jenseits der Drei-Punkte-Linie saßen nur vier von 27 Würfen für magere 14,8 Prozent. "Das hat uns heute das Genick gebrochen", stellte BG-Trainer Kosta Filippou betrübt fest: "Bei uns läuft halt viel über die Dreier." Die schwache Quote war freilich nicht allein das Ergebnis Hagener Unzulänglichkeiten, sondern in ganz erheblichem Maße die Folge konzentrierter Abwehrarbeit in Hälfte zwei. So sah das auch Filippou: "Grevenbroich hat das gut verteidigt." Dabei zählte der Erfolg der Mannschaft mehr als persönliche Eitelkeiten. So nahm der für die Bewachung von Hagens Topscorer Vytautas Nedzinskas abgestellte Marko Boksic in Kauf, dass seine eigene Offensive komplett kollabierte (nur drei Punkte, 1/11 Würfe). Dafür hielt er den Litauer bei zehn Zählern (1/7 Dreier, 2/11 Würfe insgesamt). Oehmen: "Als sich Marko an Nedzinskas abgearbeitet hatte, kam Basti Becker. Der hat oben und unten gebrannt."

An den Brettern herrschte derweil sein Teamkollege Lennard Jördell, für den schließlich 20 Punkte und 13 Rebounds zu Buche standen. Topscorer war zwar wiederum Gerrell Martin (22 Punkte), doch zum "besten Mann auf dem Feld" kürte Oehmen den 2,07 Meter großen Center. Gemeinsam mit Malcolm Delpeche (13 Rebounds), der zudem mit einigen spektakulären Blocks für Stimmung in der proppenvollen Halle sorgte, war der Leverkusener dafür verantwortlich, dass die Gäste auch das Duell im Post klar für sich entschieden (54:39-Rebounds). Struktur verlieh der Vorstellung der Elephants im Zweikampf mit Milen Zahariev Spielmacher Farid Sadek, der abermals - bis auf neun Sekunden - durchspielte. Zu Recht durfte sein mächtig stolzer Coach feststellen: "Wir haben mehr als 37 Minuten geführt, darum ist der Sieg verdient."

Für das letzte Match der Hinrunde am Samstag zu Hause gegen Herford hofft Oehmen nur auf eine volle Halle, "denn hochklassigeren Sport haben die Grevenbroicher in den letzten 15 Jahren nicht gesehen. Bei uns heißt es in jedem Spiel: Visier hoch! Und gib' ihm!"

Quelle: NGZ
 
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