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Lokalsport
Elephants trotz Niederlage stark

Grevenbroich. Großer Kampf der Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich gegen Münster bleibt unbelohnt. Von Dirk Sitterle

Nach 40 aufreibenden und hochklassigen Basketball-Minuten suchte Hartmut Oehmen erstmal Trost bei seiner Freundin Christina Eri. Die 79:84-Niederlage (Halbzeit 43:45) gegen die WWU Baskets Münster hatte den Trainer der NEW' Elephants mental ausgeknockt. Während der Tabellenführer fast wie im Titelrausch feierte und damit auch seinen riesigen Respekt vor dem Team der Gastgeber zum Ausdruck brachte, fand Oehmen erst ganz allmählich zurück zu gewohnter Eloquenz. "Eigentlich", setzte er an, "müsste ich stolz auf die Mannschaft sein." Und fuhr dann schon wieder wesentlich gefasster fort: "Ich kenne keine zehn Leute in Grevenbroich, außer den Fünf, die auf dem Feld standen, die das für möglich gehalten hätten. Das war eines der besten fünf Basketball-Spiele, die ich in dieser Halle je gesehen habe."

Dass unterm Strich trotzdem die vierte Niederlage im sechsten Spiel stand, lag zum einen natürlich am Gegner, der in den entscheidenden Phasen die richtigen Antworten parat hatte und damit eindrucksvoll seine Leistung vom 99:86-Erfolg in der Vorwoche über Schalke 04 bestätigte. Zum anderen aber wohl auch daran, "dass wir irgendwie Angst hatten, zu gewinnen", vermutete der enttäuschte Oehmen.

Die Hausherren, die Münsters Trainer Philipp Kappenstein trotz ihrer Schwierigkeiten nach wie vor zu den drei Topteams der Liga zählt, machten lange vieles richtig. Gegen die von Münster bevorzugt praktizierte Ganzfeldpresse stellte Oehmen ("Der Gegner war auf uns optimal eingestellt.") in Farid Sadek und Nick Larsen zwei gelernte Aufbauspieler in die Startformation. Terrence Williams hielt Münsters Topscorer Dallis Johnson, der gegen Schalke noch 30 Punkte erzielt hatte, bei sechs Zählern. Dazu legte er selber 16 Punkte und zwölf Rebounds auf. Nicht zu verteidigen waren für die Elephants dagegen Münsters Distanzschützen: Vor der Pause kamen die "Studenten" von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf eine Quote von 57,1 Prozent (4/7 Würfe), am Ende standen immer noch erstklassige 45 Prozent (9/20) zu Buche. Und sie trafen genau dann, wenn es zählte: So brachten Dreier von Andrej König (2) und Jan König den Spitzenreiter von 45:51 (23.) auf 54:51 (28.) nach vorne. Und als die Elephants, die den dritten Abschnitt mit 23:12 gewannen, im Schlussviertel auf 68:57 (31.) und 73:65 (35.) davonstürmten, krönten Dreier von Marley Jean-Louis (mit Ring!) und Andrej König, mit 23 Punkten (4/5 Dreier) neben Jan König (20 Punkte, 3/5 Dreier) bester Schütze der Gäste, Münsters Aufholjagd (73:73/37.). In diesen zwei Minuten stellten sich die Erftstädter freilich auch nicht sonderlich geschickt an. So schaffte es Nick Larsen, der vor allem in der Defensive zuvor ungewohnte Defizite aufwies, bei einem Einwurf unter dem gegnerischen Korb nicht, denn Ball innerhalb der zur Verfügung stehenden fünf Sekunden zurück ins Spiel zu befördern.

Die Elephants blieben sogar bis in die letzte Spielsekunde hinein ohne Punkte - dabei klatschte ein Dreiversuch des trotz Schulterverletzung starken Dainius Zvinklys (21 Punkte) nur an den Ring, versemmelte Lennard Jördell zwei Freiwürfe. 42,1 Sekunden vor der Schlusssirene beendete der nervenstarke Sebastian Anselm (15 Punkte, 9/12 Freiwürfe) an der Freiwurflinie mit dem 80:73 einen 15:0-Lauf des UBC. Die Entscheidung.

Quelle: NGZ
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