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Lokalsport
Elephants überraschen die Giants im Lokalduell

Grevenbroich. Im Derby der Basketball-Regionalliga West setzt Grevenbroich in Femi Oladipo einen ehemaligen Bundesliga-Star ein - und gewinnt mit 94:78. Von Dirk Sitterle

Das Ticket für den Bus von Berlin nach Grevenbroich kostet rund 30 Euro. Ein Betrag, den Elephants-Geschäftsführer Hubert Fußangel indes nicht unter Kosten zu verbuchen hat, denn Femi Oladipo bezahlte die Fahrkarte aus eigener Tasche. Und weil der 26-Jährige in Bonn bei seinem Spezi Raed Mostafa wohnt und buchungstechnisch die Stelle des zurzeit in den USA weilenden Simon Bennett besetzt, ist der ehemalige Bundesliga-Profi von ratiopharm Ulm ein echtes Schnäppchen. Nach fast dreijähriger Pause wegen chronischer Knieprobleme gab der 2,01 Meter große Basketballer am Freitagabend sein Überraschungs-Comeback im Trikot des personell etwas klammen Regionalligisten NEW' Elephants.

Und der Coup von Trainer und Manager Hartmut Oehmen gelang: Oladipo, der als Ersatz für (den dann plötzlich doch einsatzfähigen) Mostafa eigentlich schon ab dem ersten Spieltag vorgesehen war, stellte beim berauschenden 94:78-Sieg (Halbzeit 55:39) über den Lokalrivalen ART Giants Düsseldorf einen ganz wichtigen Faktor dar. Sein Beitrag war größer als es die im Spielbericht nach 18:47 Minuten aufgeführten Daten - sechs Punkte (2/6 Würfe), vier Rebounds - belegen. Er war Teil einer Mannschaft, der Oehmen fast schon entrückt einen "sensationellen Job" bescheinigte. "Das war eines der besten Spiele, seit ich hier vor vier Jahren meine Arbeit aufgenommen habe." Natürlich konnten die finanziell so prächtig bestückten Gäste das Fehlen ihres verletzten Topscorers Paulius Kleiza sowie der kranken Sebastian Kehr und Anton Zraychenko anführen. Zudem zog sich der Ex-Grevenbroicher Dainius Zvinklys schon nach knapp acht Minuten eine Blessur am Sprunggelenk zu. Doch in den gerade erst wieder an Bord gegangenen Milan Kolovrat und John Wilkins sowie Jeremy Lewis, Marko Lovric und Tarik Krvavac standen auch so Basketballer aus vier Nationen im Kader von Coach Robert Shepherd.

Ein Team ist daraus allerdings noch nicht geworden. Oehmen hatte seine Jungs auf einen Kontrahenten vorbereitet, der wie eine Handball-Mannschaft spielt: "Düsseldorf versucht erst gar nicht, unter dem Korb dagegen zu halten - stattdessen löten die drauf, was das Zeug hält." Zu wenig, trotz zur Halbzeitpause noch ziemlich ordentlicher Quote (43,8 Prozent, 7/16 Würfe, aus der Distanz). An den Brettern herrschten freilich die Elephants, die bei den Rebounds am Ende mit 55:35 (!) vorne lagen.

Auch weil der von Oehmen im Vorfeld mächtig unter Druck gesetzte US-Profi Sharif Watson endlich ablieferte - er erzielte 14 seiner insgesamt 22 Punkte im ersten Viertel und legte mit zusätzlichen zehn Rebounds ein Double-Double auf -, lagen die Hausherren schon im zweiten Abschnitt mit 54:32 (18.) in Führung. Oehmen gefiel allerdings fast noch mehr Watsons Leistung in der Defensive: "Er hat als Forward stark gegen die Guards der Giants verteidigt." Da es für die ratlosen Landeshauptstädter im Reich von Elephants-Center Lennard Jördell (13 Punkte, neun Rebounds) rein gar nichts zu bestellen gab, versuchten sie es vor allem über den kaum 1,80 Meter großen Lewis (26 Punkte). Die Gastgeber setzten dagegen in Watson (22), Farid Sadek (16), Marko Boksic (15), Jördell (13) und Mostafa (12) gleich fünf Akteure in zweistelligen Punkteregionen. Und hätten die Jungs von der Erft, die zwei Minuten vor dem Ende noch mit 90:70 führten, an der Freiwurflinie (25/43 Versuche für magere 58,1 Prozent) nicht so viele Punkte liegen gelassen, wäre leicht ein noch deutlicherer Erfolg möglich gewesen. Es war indes auch so ein Fest.

Quelle: NGZ
 
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