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Lokalsport
Elephants verhauen Tabellenführer

Neuss. Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich fertigt die BG Hagen mit 92:64 ab. Von Dirk Sitterle

Chapeau, Herr Gesundheitsminister! Für seinen Besuch im Elephants-Dome hatte sich Hermann Gröhe genau das richtige Spiel ausgesucht. Der für die CDU im Bundestag sitzende Neusser sah am Samstag mit wachsender Begeisterung, wie sich die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich den Tabellenführer BG Hagen zur Brust nahmen und ihn am Ende mit einer saftigen 92:64-Packung (Halbzeit 43:35) zurück an die Volme schickten. "Er darf gerne wiederkommen", sagte Elephants-Boss Dr. Friedrich W. Korsten, dessen Chef Gröhe bis zu seinem pensionsbedingten Ausscheiden als Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Grevenbroich gewesen war.

Die Gäste, acht Tage zuvor noch strahlende Sieger im Topspiel gegen den FC Schalke 04, machten an der Erft aber auch alles falsch, was man nur falsch machen kann. Zunächst missachteten sie fahrlässig die Anweisung ihres Trainers Kosta Filippou, der seine Jungs ausdrücklich vor dem Versuch gewarnt hatte, "mit Grevenbroich um die Wette zu scoren." Prompt entwickelte sich ein Run&Gun-Match, in dem sich die tempoharten Hausherren schon bis zur ersten Viertelpause einen 29:20-Vorsprung erstürmten. Der Schlüssel zum Sieg waren indes gar nicht mal so sehr die Offensive und die Dominanz an den Brettern, sondern der konzentrierte Vortrag der Elephants in der Defensive - eine Profession, die bislang nicht unbedingt zu ihren Stärken gehörte. Dazu kam eine wirklich verheerende Bilanz des Spitzenreiters an der Freiwurflinie: 31,3 Prozent (5/16 Würfe) in der ersten Hälfte, 40,0 (8/20) insgesamt.

Trotz der stabilen Neun-Punkte-Führung zur Halbzeitpause - Grevenbroich hatte zuvor auch schon mit 36:24 (15.) und 37:25 (16.) vorne gelegen -, rechnete die Experten nach dem Seitenwechsel mit dem Comeback der Volmestädter.

Doch die Multi-Kulti-Truppe aus Hagen, in der vor allem Griechisch gesprochen wird, verkrampfte nun vollends und verstieß damit kolossal gegen die zweite Anweisung ihres Coaches. Der hatte gemahnt: "Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir zwei Tonnen mehr Druck auf den Schultern haben." Doch genau so wirkte der Primus, dessen Spiel vor den Augen rund 500 entweder fassungsloser oder begeisterter Zuschauer komplett zusammenbrach. Das dritte Viertel ging mit 29:13 (!) an fröhlich auftrumpfende Grevenbroicher. Die 13 Punkte zum 69:45 von Nico Zimmermann (6), Terrence Williams (4) und Marko Boksic (3) zwischen der 26. und 29. Minute ließ die BG unbeantwortet, als wiederum Boksic kurz darauf seinen zweiten Dreier zum 72:48 (30.) verwandelte, zuckte selbst Elephants-Trainer Hartmut Oehmen mit den Augenbrauen. Um seinen Gemütszustand zu beschreiben, benötigte er nur ein Wort: "Wahnsinn!" Schon vor dem letzten Viertel sah derweil sein konsternierter Kollege Kosta Filippou ein, dass für seine Schützlinge an diesem Abend nichts mehr ging und ließ seine Bankspieler ran. Selbst Oehmen hatte "selten erlebt, dass sich eine Mannschaft so vollkommen aufgibt. Wären das meine Jungs gewesen, hätten die eine Ansage bekommen, dass sie die Ohren angelegt hätten."

Die frühe Flucht des Widersachers in die Resignation versetzte den Coach in die Lage, jedes Kadermitglied gleichmäßig mit Spielzeit zu versorgen. Zum Vorstoß in zweistellige Punkteregionen nutzten die ihnen gewährten Freiheiten Nicolas Zimmermann (18), Farid Sadek (15), die im Schlussdurchgang gar nicht mehr eingesetzten Dainius Zvinklys (14) und Lennard Jördell (12) sowie Marko Boksic (12). Auch das erst 17 Jahre alte Eigengewächs Timo Hoster durfte noch 6:53 Minuten ran und brachte dabei zwei Punkte und einen Assist auf sein Konto. Für Hagen markierte Marcus Ligons 19 bedeutungslose Zähler.

Quelle: NGZ
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