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Lokalsport
Erleichterte Elephants feiern in der Skihalle

Grevenbroich. Es war nur ein Pflichtsieg, aber ein extrem wichtiger. Die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich bezwingen Giants Düsseldorf mit 76:57. Von Dirk Sitterle

Die nach dem 76:57-Heimerfolg (Halbzeit 41:28) körperlich spürbare Erleichterung erweckte die Feierbiester in den NEW' Elephants zum Leben. "Jetzt geht's in die Skihalle", kündigte das in Grevenbroich seit dieser Saison auch als Co-Trainer fungierende Kampfschwein Simon Bennett lachend an. Sein nicht minder partyerprobter Teamkollege Marvin Kruchen trieb prompt zur Eile: "Let's go! Wer ganz in Weiß kommt, hat freien Eintritt."

Nun lässt der Pflichtsieg über sehr schwache Giants die Enttäuschungen der vergangenen Wochen keineswegs vergessen, aber für den Moment gefällt sich die Mannschaft im Hier und Jetzt. Selbst einem erfahrenen Trainer wie Hartmut Oehmen war deutlich anzusehen, dass der Fall vom Auf- zum Abstiegskandidaten an den Nerven gezehrt hatte. Darum begnügte er sich in seiner Rückschau auf die Partie zunächst mit dem Grundsätzlichen: "Wir haben gewonnen - das ist das Wichtigste." Wie angespannt die Gemütslage bei den vollkommen aus der Spur geratenen Elephants war, zeigte der Start ins Derby. Angriff 1: Marko Boksic gleitet unbedrängt der Ball aus den Händen. Angriff 2: Dainius Zvinklys' Attacke geht ins Leere. Angriff 3: Terrence Williams hat ebenfalls kein Wurfglück. Angriff 4: Zvinklys scheitert abermals. Angriff 5: Williams wird im Wurf von Giants' Krake Dijon Smith geblockt. Erst im sechsten Versuch treffen die Hausherren nach fast genau zwei Minuten: Williams wird von Smith beim erfolgreichen Wurf gefoult und verwandelt auch den fälligen Freiwurf zum 3:4.

In der Folge zogen die Erftstädter zwar mit einer 13:0-Serie über 13:4 (6.) auf 19:9 (9.) davon, doch Sicherheit gab das den mit drei Niederlagen in Folge angetretenen Dickhäutern nicht. Angeführt von Center Dijon Smith, der zehn seiner am Ende 13 Punkte vor der Pause erzielte, kamen die Giants noch im ersten Viertel mit einem 9:0-Lauf auf 18:19 (10.) heran und glichen zu Beginn der zweiten Hälfte durch Smith sogar aus (22:22/12.). Gut für die Elephants, dass die Gäste, abgesehen von dem später gemeinschaftlich verteidigten Smith, in der Offensive außer dem Briten Stephen Danso (17 Punkte, 8/9 Freiwürfe) nicht allzu viel zu bieten hatten. Bennett wollte jedoch festgehalten wissen, "dass wir das in der zweiten Hälfte schon gut gemacht haben. Wichtig war, dass wir diesmal klug gewechselt haben und auf diese Weise bis zum Schluss frisch blieben." Als Williams, der mit satten 25 Punkten und zehn Rebounds schon wieder ein Double-Double auflegte, zum 37:27 (18.) traf und Spielmacher Farid Sadek, den Oehmen förmlich mit Gewalt zu Ruhepausen zwingen musste, per Sprungwurf auf 41:28 (20.) erhöhte, war das Match schon vor dem Seitenwechsel praktisch entschieden. Einerseits fehlten den sogar noch während der Saison personell durcheinandergewirbelten Schützlingen von Trainer Gerrit Terdenge die Mittel, um die keinesfalls gefestigten Elephants ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, andererseits ließ die Prominenz aus Grevenbroich erkennen, dass sie den Ernst der Lage durchaus erkannt hat.

Der in den zweiten 20 Minuten ungefährdete Heimsieg - näher als auf neun Zähler (32:41/23.; 42:51/27.) kamen die Giants nie mehr heran - traf Oehmen freilich nicht unvorbereitet. "Ich habe schon vor dem Spiel zu meiner Freundin gesagt, dass wir mit 20 Punkten gewinnen." Natürlich weiß auch er um die Flüchtigkeit des Erfolges, doch sieht er sein Team nun endgültig auf einem guten Weg. "Die Jungs haben einfach keine Lust mehr auf Niederlagen." Da selbst an der Spitze keine Konstanz zu erkennen ist, hält er einen Platz unter den ersten Fünf nach wie vor für machbar. Allerdings beträgt das Polster auf die Abstiegsplätze auch nur zwei Punkte.

Quelle: NGZ
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