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Lokalsport
Erste schwere Prüfung

Lokalsport: Erste schwere Prüfung
Rechtzeitig zum ersten Gipfeltreffen heute ab 20 Uhr gegen Vorjahresmeister Leichlinger TV ist Felix Handschke wieder fit. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Handball-Drittligist Neusser HV ist immer noch unbesiegt, doch heute wartet in Vorjahresmeister Leichlinger TV der bisher härteste Brocken. Von Volker Koch

Elf Punktspiele ohne Niederlage sind zweifellos eine Hausnummer. Ceven Klatt ist mit dieser Ausbeute denn auch mehr als zufrieden, doch der Trainer des Neusser HV weiß ebenso, dass die erste Saison unter seiner Alleinregie jetzt erst so richtig los geht für den Handball-Drittligisten.

Denn in den letzten vier Begegnungen vor Ende der Hinrunde und der kurzen Weihnachtspause bekommen es die Neusser ausnahmslos mit Top-Teams zu tun: Heute (20 Uhr, Hammfeldhalle) mit Vorjahresmeister Leichlinger TV, der mit der Empfehlung von fünf Siegen in Folge anreist. Am kommenden Samstag (3. Dezember, 19.30 Uhr, Königshof) geht es zum Vorjahresdritten HSG Krefeld, eine Woche später kommt Zweitliga-Absteiger TSV Bayer Dormagen (10. Dezember, 19.30 Uhr) ins Hammfeld. Und zum "Finale" wartet am 17. Dezember (19.30 Uhr, Enervie-Arena) das Gipfeltreffen beim gleichfalls noch unbesiegten VfL Eintracht Hagen.

Leichlingen sei "der bisher härteste Brocken", sagt Klatt mit Blick auf den "sehr, sehr interessanten Vergleich" zwischen der besten Abwehr (NHV 265 Gegentreffer) und dem besten Angriff (LTV 370 Tore) der Dritten Liga West am heutigen Abend. Nach intensivem Videostudium des Gegners wundert sich der 33-Jährige, "wie die bisher überhaupt Punkte abgeben konnten" - und das gegen Schalksmühle (29:29), Korschenbroich (30:31 nach 30:27-Führung) und Baunatal (31:33) nicht unbedingt gegen die furchterregendsten Namen der Liga. Ante Vukas, im zweiten Jahr zwischen den Torpfosten der "Pirates", kann ihm darauf eine Antwort geben: "Gegen Topteams vor meist voller Halle schaffst du es immer, noch eine Schippe drauf zu legen. Bei uns kommt hinzu, dass wir gegen die Spitzenteams stärker spielen und uns bei den vermeintlich einfacheren Gegnern etwas schwerer tun."

Stimmt das, kommt auf die Neusser heute Abend einiges zu. "Die sind mit Routine und Erfahrung geradezu gespickt", sagt Klatt über die Blütenstädter und hebt einen Spieler besonders hervor: "Im Eins-gegen-eins-Verhalten ist in dieser Liga keiner so stark wie Valdas Novickis." Was den 30 Jahre alten Litauer, der beim SC Magdeburg und der HSG Düsseldorf Erstliga-Erfahrung sammelte und jetzt beim LTV vorzeitig um zwei Jahre verlängerte, oft zum beliebten Objekt einer Manndeckung macht. Sicher eine Variante, die Klatt für den Fall der Fälle auch im Köcher hat. Doch Vorrang hat in seinen Augen eine andere taktische Ausrichtung: "Wir müssen sie mit unserer 6:0-Deckung und unserem Umschaltspiel knacken."

Da kommt es gelegen, dass die angeschlagenen Heider Thomas und Felix Handschke wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind. "Heider ist für die Abwehr, Felix für den Angriff enorm wichtig für uns", sagt Klatt. Und gibt zu: "Ich habe sie in den letzten Spielen bewusst geschont, damit sie für die entscheidende Phase fit sind. Das war zwar ein gewisses Risiko, aber es ist ja gut gegangen." Sorgen bereitet noch Torhüter Vladimir Bozic, der beim 26:23-Sieg in Ahlen wegen Wadenproblemen pausierte. Da ließen die Neusser vor allem in der Vorwärtsbewegung ein wenig an Konzentration und Konsequenz vermissen. Für Klatt letztlich kein Wunder: "Wir waren mit den Köpfen schon ein bisschen bei den folgenden Top-Spielen." Inzwischen sei die Mannschaft aber voll fokussiert: "Die Spannung steigt."

Das dürfte bei den Gästen nicht anders sein: "Neuss und auch Hagen sind definitiv die beiden stärksten Teams der Liga. Aber wir haben in dieser und vor allem in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir jeden schlagen können," sagt Ante Vukas: "Alles ist möglich."

Quelle: NGZ
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