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Lokalsport
Erstmals gibt's in Neuss Bundesliga-Handball zu sehen

Neuss. Weibliche A-Jugend des Neusser HV ist morgen Gastgeber des dritten Vorrunden-Turniers mit Buxtehude und Hannover Von Volker Koch

Christoph Schon gehört zu den ruhigen Vertretern seiner Zunft. Doch wenn er auf den morgigen Tag zu sprechen kommt, sprudelt es aus dem Lehrer und Handball-Trainer förmlich heraus. Eigentlich kein Wunder, denn unter seiner Regie erlebt die Hammfeldhalle am Samstag ab 14 Uhr eine Premiere: Zum ersten Mal gibt es in Neuss Bundesliga-Handball zu sehen.

Verantwortlich dafür zeichnet die von Christoph Schon trainierte weibliche A-Jugend des Neusser HV. Ihr gelang im Frühsommer die Qualifikation für die höchste deutsche Spielklasse - und in der schlägt sie sich so gut, dass selbst ihr eigener Trainer überrascht ist. "Damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet", sagt Schon angesichts der Tatsache, dass seinen Schützlingen schon vor dem dritten von drei Vorrundenturnieren der zweite Tabellenplatz in der Vorrundengruppe 1 und damit der Einzug in die Zwischenrunde der besten 16 nicht mehr zu nehmen ist. Das schafften die NHV-Mädels durch ihre zwei Siege (28:22, 24:19) über die HSG Hannover-Badenstedt.

Auf die treffen die Neusserinnen morgen zum Abschluss ab 19 Uhr. Das "Highlight" wird freilich bereits um 14 Uhr mit der Partie gegen den Buxtehuder HV angepfiffen. Da wird es wohl trotz Heimvorteils eine ähnliche Niederlage geben wie das 24:32 vom ersten Bundesliga-Spieltag in Hannover, aber ist für Christoph Schon eher nebensächlich: "Buxtehude ist eine Ausnahmemannschaft. Jeder, der sich für Frauen- und Mädchenhandball interessiert, dürfte sich dieses Spiel eigentlich nicht entgehen lassen."

Der Talentschuppen des momentanen Tabellensechsten der Frauen-Bundesliga betriebt Jugend-Handball auf höchstem professionellen Niveau. Dafür sorgt allein schon die Tatsache, dass Dirk Leun in Personalunion Trainer der Buxtehuder Damen ist. Das Gros der Mannschaft spielt gleichzeitig in der Dritten Liga Nord - bis auf zwei Spielerinnen: Paula Prior (18) und die ein Jahr jüngere Emily Bölk gehören schon fest zum Stamm des Damen-Bundesligateams. Bölk, sagt (nicht nur) Christoph Schon, "ist das größte Talent im deutschen Frauenhandball." Mit 16 wurde sie im Vorjahr U18-Vizeweltmeisterin und dabei zur wertvollsten Spielerin des Turniers gewählt, in diesem Jahr folgte Rang fünf bei der U19-EM und die Berufung ins All-Star-Team.

Von solchen Voraussetzungen können die Neusserinnen nur träumen. "Dass wir die Zwischenrunde erreicht haben, grenzt schon an ein Wunder", sagt Schon. Die meisten Spielerinnen kommen aus dem eigenen Stall, denn "in Sachen Mädchen-Handball gibt die Region nicht viel an Talenten her", weiß der Trainer. Der erhofft sich in dieser Richtung einiges von einer Kooperation mit den Leverkusener "Werks-Elfen", die sich bereits in einer gemeinsamen Nutzung des Sportinternats in Knechtsteden niederschlägt. Mittelfristig schwebt Schon "eine Rolle für die Region vor, wie sie der TSV Bayer Dormagen mit seiner vorbildlichen Jugendarbeit im männlichen Bereich innehat." Kurzfristig würde er morgen gerne "einen dritten Sieg über Hannover einfahren und uns gegen Buxtehude gut verkaufen." Und das vor möglichst vielen Zuschauern: "Wir wollen zeigen, dass Mädchen- und Frauen-Handball in Neuss eine Zukunft hat", sagt Schon. Denn mit der Premiere soll nicht gleich Schluss sein mit Bundesliga-Handball in der Hammfeldhalle.

Quelle: NGZ
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