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Essen zeigt Grevenbroich Grenzen auf

Lokalsport: Essen zeigt Grevenbroich Grenzen auf
FOTO: Berns Lothar
Grevenbroich. Der TuS hat im Fußball-Niederrheinpokal nicht den Hauch einer Chance gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Essen. 520 Zuschauer, davon gut 200 Gästefans, sehen eine 0:9-Niederlage bei der Wiedereröffnung des Schlossstadions. Von Christos Pasvantis

Für einen kurzen Moment konnte der TuS den großen Favoriten in Verlegenheit bringen. Denn als Umut Altunbas nach zehn Minuten seinen Bewachern entwischte, sah es kurz so aus, als könnten die Grevenbroicher im Niederrheinpokalspiel gegen Rot-Weiss Essen in Führung gehen. Es kam natürlich anders, am Ende steht ein deutlicher 9:0-Erfolg (4:0) des Deutschen Meisters von 1955.

"Essen hat das hier hochkonzentriert und eiskalt runtergespielt", fand TuS-Trainer Hermann-Josef Otten, der vor dem Spiel noch auf "diesen einen Umschaltmoment", gehofft hatte, der den Außenseiter aus der Bezirksliga gegen den Regionalligisten hätte in Führung bringen können. Genau diese Gelegenheit ergab sich nun früh in der Partie, als Essens Richard Weber den Ball am Mittelkreis verstolperte und Altunbas auf und davon war. Nach seinem Zuspiel auf Martin Hermel parierte Torhüter Robin Heller dessen Flachschuss allerdings sicher - und viel mehr sollte vom TuS in der Offensive nicht mehr zu sehen sein.

FOTO: Berns Lothar

Essen, dessen Trainer Sven Demandt seine Elf nach der 6:7-Niederlage im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld auf zehn Positionen verändert hatte und lediglich Innenverteidiger Gino Windmüller in der Startformation ließ sowie später Frank Löning und Patrick Huckle einwechselte, übernahm schnell die völlige Kontrolle. Nach einem von Windmüller zur Führung eingeköpften Eckball (20.) war das Schützenfest eröffnet. Obwohl TuS-Keeper Marvin Kiese mehrfach mit starken Paraden auf sich aufmerksam machen konnten, waren er gegen die körperliche und mentale Schnelligkeit der Gäste schlicht überfordert. Tolga Cokkosan (32.), Andreas Ivan (37.) und Vojno Jesic (45.) schraubten das Ergebnis schon vor dem Halbzeitpfiff in unerreichbare Höhe. "Wir sind es so seriös angegangen, wie wir wollten, was ja auch unsere Pflicht ist. Weil wir die Sache hier ernst genommen haben, war es dann eine klare Geschichte", fand Demandt, der diese Seriosität vorgelebt hatte und den TuS in der Vorwoche sogar extra beobachtet hatte.

Dass es nach der Pausenansprache, in dem sich die Gastgeber sicherlich vorgenommen hatten, die Räume noch enger zu machen, dann bis zur 54. Minute drei weitere Gegentreffer durch Emre Demircan, Kasim Rabihic und Nico Lukas gab, missfiel Coach Otten dann allerdings: "Das war dann ein bisschen ärgerlich. In diesen zehn Minuten ging es dann alles ein bisschen zu schnell für uns." Nachdem Rabihic und Jesic die beiden weiteren Treffer zum Endstand erzielten, wollte er das Ergebnis aber nicht überbewerten: "Grundsätzlich bin ich nicht zufrieden mit den neun Gegentoren, aber es war schon realistisch, die Jungs darauf vorzubereiten. Im Endeffekt war das heute eine gute Trainingseinheit gegen den Ball. Essen hat es uns zu keiner Phase des Spiels leicht gemacht." Die Freude über die Partie gegen den Traditionsverein konnte das ohnehin nicht trüben: "Wir haben uns extrem gefreut auf das Spiel, der ganze Verein war in den letzten Wochen euphorisiert. Wir sind alle sehr glücklich, daran teilgenommen zu haben."

Von links: Grevenbroichs Lars Faßbender versucht, verfolgt von Richard Weber, den Ball zu kontrollieren. Marco Bruno jagt vor einem gut gefüllten TuS-Heim Essens Tolga Cokkosan hinterher. Bürgermeister Klaus Krützen eröffnetet den Platz vor dem Anpfiff und ist im Anschluss ein interessierter Beobachter. FOTO: l. berns

Insgesamt 520 Besucher, davon ein bisschen weniger als die Hälfte mitgereiste Essener Gästefans, sahen die Eröffnung des neuen Hybridrasens im Schlossstadion, den Bürgermeister Klaus Krützen vor Spielbeginn höchstoffiziell für spielbereit erklärt hatte. TuS-Vorsitzender Friedel Geuenich sprach von einer rundum gelungenen Veranstaltung: "Wir können nur damit zufrieden sein, wie das heute alles abgelaufen ist. Ich denke, dass wir als Verein ein gutes Bild abgegeben haben."

Quelle: NGZ
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