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FC Straberg: A-Liga-Aufsteiger mit Recht

Lokalsport: FC Straberg: A-Liga-Aufsteiger mit Recht
Die Straberger waren sich ihrer Sache auch vor dem Urteil schon sicher: Am letzten Spieltag feierten sie nach dem 13:0-Sieg in Hemmerden den Aufstieg mit frisch bedruckten T-Shirts und dem Spruch: "Aufsteiger mit Recht!"
Solingen. Die Bezirksspruchkammer hat dem Einspruch des Vereins stattgegeben und das Urteil der Kreisspruchkammer damit revidiert. Der Fußball-B-Ligist bekommt somit die drei Punkte und kann endlich den Aufstieg in die Kreisliga A feiern. Von Sophie Rhine

Anders als die erste Instanz war die Bezirksspruchkammer der Meinung, es habe keine Möglichkeit zur Fortsetzung der unterbrochenen Partie zwischen SVG Grevenbroich und Straberg gegeben. Das Spiel wird 2:0 für Straberg gewertet, was den Meistertitel bedeutet. Das Urteil ist unanfechtbar.

Wie schon am 1. Juni stand auch für die Verantwortlichen der Bezirksspruchkammer die Frage im Vordergrund, ob Schiedsrichter Sebastian Patzel all seine Möglichkeiten zur Fortführung der Partie ausgeschöpft hatte und der Spielabbruch regelkonform war. Um sich selber ein genaueres Bild von den Vorkommnissen am 12. Mai zu machen, befragten die Kammermitglieder um den Vorsitzenden Günther Stratmann und Stellvertreter Jörg Lehnsdorf zunächst noch einmal einige der Zeugen. Sebastian Patzel schilderte erneut die Bedrohung seiner Person, sowohl durch einen Spieler als auch einen Zuschauer, und die Geschehenisse in der Kabine des SVG, die ihn und seinen Assistenten Timo Heiber dazu gebracht hatten, dass Spitzenduell beim Stand von 2:1 für Straberg abzubrechen. Neue Ergebnisse kamen dabei erwartungsgemäß nicht heraus, lediglich lag das Hauptaugenmerk dieses Mal von Beginn an stärker auf der Kommunikation zwischen dem Schiedsrichtergespann und den beiden Mannschaften. Neu war die Kritik von Patzel, er habe vom SVG bis heute kein Wort des Bedauerns gehört und die Aussage von SVG-Spieler Hidir Kizilay, der wegen seines Ausspruchs, "mach' den tot", schon für ein Jahr gesperrt worden war. Er versicherte freilich, die Worte seien ihm "nur so aus Wut" rausgerutscht und an niemanden speziell gerichtet gewesen. Auch die beiden Mannschaftskapitäne durften aussagen, dann wurde die Beweisaufnahme geschlossen.

Nach 20-minütiger Beratung verkündete die Bezirksspruchkammer: das bisherige Urteil ist gekippt, das Spiel wird nicht neu angesetzt, sondern mit 2:0 für Straberg gewertet. Sebastian Patzel hat nach Ermessen des Gremiums all seine Möglichkeiten ausgeschöpft. Im Gegensatz zur Kreisspruchkammer kreidete man ihm hier nicht den "verzögerten Abbruch" an, sondern sah darin einen Versuch, die Partie fortzusetzen. Aufgrund der Reaktionen der Grevenbroicher musste er davon ausgehen, keine Kontrolle und keinen Respekt auf dem Spielfeld zu bekommen. "Er hat regelkonform gehandelt, eine Fortsetzung war nicht zumutbar", verlas Adam Schneider das Urteil. "Es war eine schwierige, aber letztendlich eindeutige Entscheidung."

Sebastian Patzel ist zufrieden mit dem Urteil: "Die Sachlage war so klar, das war die einzige gerechte Möglichkeit." Die Verantwortlichen des SVG waren sichtlich unzufrieden mit dem Urteil, wegen dem sie nun nicht nur weiterhin in der Kreisliga B bleiben, sondern auch knapp 300 Euro für die Verschuldung des Abbruchs, das Verfahren und die Auslagen des Schiedsrichters zahlen müssen. Sie wollten sich jedoch nicht weiter äußern.

Die Straberger freuten sich umso mehr: "Es war für uns ein Schlag in die Fresse, dass in erster Instanz anders entschieden wurde. Das Urteil jetzt ist absolut gerechtfertigt", stellte Kapitän Meikel Kupper fest: "Wir waren von unserer Unschuld überzeugt und haben unverschämterweise schon gefeiert." Jetzt dürfte eine weitere Feier folgen, denn das Urteil und damit der Aufstieg sind unanfechtbar. "Das ist nur gerecht", sagte Coach Markus Esser erleichtert. "Wir sind der verdiente Meister. Aufsteiger mit Recht!"

Quelle: NGZ
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