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Lokalsport
FC Zons überrumpelt den Favoriten

Zons. Türkische Jugend zieht in Endrunde der Fußball-Kreishallenmeisterschaft ein. Von Christos Pasvantis

In Zons jagte gestern eine Überraschung die nächste. Erst setzte sich der Gastgeber gegen den Bezirksligisten SG Rommerskirchen/Gilbach durch, dann schaffte B-Ligist Türkische Jugend Dormagen hauchdünn den Erfolg gegen den TuS Hackenbroich, während Bezirksliga-Tabellenführer TSV Bayer Dormagen nur mit seiner Reserve angereist war.

Für Rommerskirchen sah dabei lange alles nach einem ganz souveränen Einzug in die Endrunde aus. Nach Vorrundensiegen gegen Rheinwacht Stürzelberg (Kreisliga B, 2:1) und Rasensport Horrem (Kreisliga C, 2:0) folgte ein lockeres 4:0 gegen den B-Ligisten SuS Gohr im Halbfinale. Im Endspiel führte die SG durch Tore von Simon Petri und Martin Steltzner dann sogar mit 2:0, nur um sich in der Schlussphase durch drei Gegentreffer noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. A-Ligist Zons, der sich zuvor bereits gegen Dormagen Trabzonspor (Kreisliga C, 6:0), Gohr (3:1) und Horrem (5:1) treffsicher zeigte, ist damit bereits zum zweiten Mal in Folge in der Endrunde vertreten, nachdem im Vorjahr Bezirksligist FC Delhoven ausgeschaltet wurde.

Ein weiteres Indiz dafür, wie weit der Stellenwert der Hallenmeisterschaften bei Zuschauern und Vereinen in den vergangenen Jahren gesunken ist, war hingegen die Entscheidung des TSV Bayer Dormagen, zur Vorrunde B gar nicht erst anzutreten. "Die Halle passt einfach nicht rein, wenn man in der Tabelle entweder oben oder unten steht. Die Jungs hätten gerne gespielt, es ist uns aber zu gefährlich", erklärte Co-Trainer Frank Lambertz, dessen Team um die Rückkehr in die Landesliga kämpft. Die stattdessen ins Rennen geschickte Zweitvertretung - immerhin Tabellenführer der Kreisliga B, Gruppe 2 - schlug sich zwar ordentlich, musste in der als Ligasystem ausgetragenen Runde aber überraschenderweise dem Ligarivalen Türkische Jugend Dormagen den Vortritt lassen. Die setzte sich in einem Herzschlagfinale nur dank der um sechs Tore besseren Tordifferenz vor dem TuS Hackenbroich (Kreisliga A) durch.

Dazu brauchte es allerdings ein 10:2 im alles entscheidenden letzten Turnierspiel gegen den VfR Neuss (Kreisliga C). Co-Trainer Yunus Demir war hochzufrieden: "Damit haben wir, ehrlich gesagt, selber nicht gerechnet. Im Spiel gegen den VfR haben wir noch mal alles rausgehauen. Wichtig war, dass wir diszipliniert gespielt haben. In den vergangenen Jahren sind wir aber schon so oft knapp gescheitert, dass es irgendwann mal klappen musste." Überragend sei dabei vor allem Torhüter Burak Önder gewesen, der nur vier Gegentore kassierte.

Gar völlig ohne Gegentor blieb Hackenbroich - zum Weiterkommen reichte es dennoch nicht. "Wir haben kein Tor kassiert, da kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen. Im Endeffekt haben wir einfach zu wenig Tore geschossen, es hat nicht gereicht", fand Trainer Andreas Pallasch, dessen Mannen trotz zwischenzeitlicher Überzahl im direkten Duell gegen die Türkische Jugend nicht über ein 0:0 hinauskamen. Wichtiger sei dem ehemaligen polnischen WM-Teilnehmer aber ohnehin die Rückrunde: "Wir haben uns vorgenommen, weniger Gegentore zu kassieren und im Defensivverhalten einen Schritt nach vorne zu machen. Dieses Ziel haben wir zumindest heute erreicht, es war sozusagen eine gute Trainingseinheit. Jetzt haben wir Zeit, uns in Ruhe auf die Rückrunde vorzubereiten."

Nicht mit in der Verlosung waren hingegen der FC Straberg (Kreisliga A) sowie der VfR Neuss, der satte 23 Gegentreffer schlucken musste. Dennoch gab es ein Lob des TSV-Trainers Andreas Gödderz: "Der VfR hat viel Pech gehabt, hat mich aber trotzdem positiv überrascht."

Quelle: NGZ
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