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Fecht-Weltcup platzt aus allen Nähten

Lokalsport: Fecht-Weltcup platzt aus allen Nähten
Im Vorjahr musste sich Eduard Gert (vorne) im Finalkampf um den "Preis der Chemiestadt" nur um einen Treffer dem Russen Dmytri Danilenko geschlagen geben. Am Samstag peilt der 19-Jährige erneut das Finale an. FOTO: H. J. Zaunbrecher
Dormagen. "Preis der Chemiestadt" wieder mit Teilnehmerrekord. Eduard Gert und Lea Krüger haben das Podium im Visier. Von Volker Koch

Die exakte Zahl der Fechterinnen und Fechter, die am Samstag ab 9.30 Uhr beim "Preis der Chemiestadt" in drei Hallen am Dormagener Höhenberg auf insgesamt 24 Fechtbahnen steigen, kennt Olaf Kawald noch nicht - schließlich gestattet der Welt-Fechtverband (fie) erstmals Nachmeldungen bis einen Tag vor Wettkampfbeginn.

Zur Zeit stärkste Juniorin beim TSV Bayer Dormagen: Lea Krüger.

Doch eines weiß der Fechtkoordinator des TSV Bayer Dormagen mit Blick auf die 41. Auflage des Junioren-Weltcupturniers der Säbelfechter genau: "Mehr geht nicht." Was 1975 mit einem nationalen Ranglistenturnier begann, bei dem Lokalmatador Joachim Dehmer Platz zwei belegte, ist inzwischen zum größten Turnier seiner Art weltweit geworden.

Spätere Olympiasieger wie der Ungar Aaron Szilagiy (London 2012), der 2006 in Dormagen gewann, oder der Italiener Aldo Montano (Athen 2004), der 1997 Platz drei belegte, Weltmeister wie Nikolay Kovalev (Russland, 2014), der 2003 Dritter war, und Nicolas Limbach (Dormagen, 2009), der das Turnier im gleichen Jahr gewann, zieren die Liste der auf dem Podium Platzierten. Auch Daryl Homer (USA), der sich im August überraschend den Titel des Vize-Weltmeisters sicherte, und der aktuelle WM-Dritte und Vize-Europameister Max Hartung (Dormagen), der 2007 Zweiter wurde, standen hier schon auf dem Treppchen.

Ob unter den 168 Startern - hinzu kommen 140 Säbelfechterinnen, die am Sonntag auch noch einen Teamwettbewerb austragen - ähnliche Hochkaräter sind, vermag Olaf Kawald (noch) nicht zu sagen. Das hat zwei Gründe: "Die Leistungsdichte bei den Junioren ist enorm groß, da sind bestimmt dreißig, die ins Finale der besten Acht kommen können", sagt der Fecht-Koordinator, der auch Disziplintrainer in der aktuell erfolgreichsten Waffengattung des Deutschen Fechterbundes ist. Und einige aus dieser dichten Spitze (auch bei den Damen) kämpfen bereits um eine Fahrkarte zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im kommenden Jahr - und ziehen deshalb verständlicherweise die Olympia-Qualifikationsturniere den Weltcups in ihrer Altersgruppe vor.

So weit ist Eduard Gert (noch) nicht. Doch der 19-Jährige ist die nächste große Fechthoffnung, die am Höhenberg heranwächst. Mit Platz fünf im polnischen Sosnowiec gelang dem aktuellen Deutschen Juniorenmeister in der laufenden Weltcup-Saison bereits ein Mal das Vordringen bis ins Finale der besten Acht. Das, sagt Olaf Kawald, ist auf der heimischen Planche am Samstag das Minimalziel. Die Messlatte liegt hoch, schließlich fehlte Eduard Gert im vergangenen Jahr nur ein Treffer zum Turniersieg, als er im Gefecht um Platz eins dem damaligen Weltranglistenersten Dmytri Danilenko (Russland) mit 14:15 unterlag. Auch Nick Herbon und Lorenz Kempf ebenso wie bei den Juniorinnen Lea Krüger traut Kawald ein Vordringen bis unter die besten 16 oder sogar 8 durchaus zu.

Heimische Beteiligung im Halbfinale oder Finale wäre natürlich gut für die Stimmung im Bayer-Sportcenter, das am Samstag ab 18.30 Uhr die entscheidenden Gefechte sieht. In den vergangenen Jahren war es dort immer voll (gut 800 Zuschauer verfolgten die Finalkämpfe) und stimmungsvoll, was auch an der mit viel Liebe zum Detail gestalteten Präsentation durch den gastgebenden TSV liegt. So werden die Endkämpfe stets fachkundig, aber trotzdem auch für Fecht-Laien verständlich moderiert und kommentiert - am Samstag übernehmen die Europameister Max Hartung und Benedikt Wagner diesen Part.

Überhaupt arbeiten alle aus der Fechtabteilung, die nicht auf der Planche stehen oder als Trainer Verantwortung tragen, beim "Preis der Chemiestadt" mit: "70 bis 80 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz", zählt Olaf Kawald auf - das Spektrum reicht vom Dienst hinter der Theke bis zur Dopingkontrolle. "Auch hier stoßen wir an unsere Grenzen", sagt der Fechtkoordinator. Was noch stärker für den zur Verfügung stehenden Platz gilt: Mehr als 24 Fechtbahnen lassen sich in den drei Hallen einfach nicht ausrollen.

Quelle: NGZ
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