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Ronny Rogawska
"Fehlstart mussten wir einkalkulieren"

Ronny Rogawska: "Fehlstart mussten wir einkalkulieren"
Nach drei sieglosen Spielen zum Saisonauftakt ist TVK-Trainer Ronny Rogawska nachdenklich geworden. Morgen kommt Meister Leichlinger TV. FOTO: L. Berns
Neuss. Nach drei Spieltagen ist Handball-Drittligist TV Korschenbroich immer noch sieglos - und morgen kommt Titelverteidiger Leichlinger TV in die Waldsporthalle. Trainer Rogawska sieht trotzdem keinen Grund zur Panik: "Wir müssen Geduld haben." Von Volker Koch

Korschenbroich Das Auftaktprogramm der 3. Handball-Liga West lässt sich aus Sicht des TV Korschenbroich nur mit einem Wort bezeichnen: hammerhart. Erst die Top-Favoriten Eintracht Hagen (35:36) und Neusser HV (26:36), dann der Longericher SC (22:28), gegen den der TVK noch kein Pflichtspiel gewonnen hat. Die Ausbeute: null Punkte, ein Torverhältnis von minus 17 und damit der vorletzte Tabellenplatz.

Nicht der günstigste Zeitpunkt für das Gastspiel von Titelverteidiger Leichlinger TV morgen ab 20 Uhr in der Waldsporthalle, zumal der TVK neben Markus Neukirchen (Schienbeinprellung) auch Mathias Deppisch ersetzen muss - der Routinier auf Rechtsaußen bat wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes um eine zweiwöchige "Auszeit".

Das alles stimmt Ronny Rogawska zwar nachdenklich. In Panikstimmung gerät der 47 Jahre alte Däne, der in seiner fünften Saison auf der Trainerbank des TVK sitzt, deshalb aber nicht. Die NGZ sprach mit ihm über die aktuelle Situation.

Herr Rogawska, drei Spiele ohne Sieg, jetzt das Spiel gegen den Titelverteidiger, gegen den es in der vergangenen Saison zwei Niederlagen gegeben hat - muss man sich Sorgen um den TV Korschenbroich machen?

Ronny Rogawska Ganz bestimmt nicht. Natürlich ist die Situation jetzt nicht schön. Aber mit Blick auf den Spielplan mussten wir so einen Fehlstart einkalkulieren, das habe ich vor Saisonbeginn auch ganz klar gesagt. Wir waren darauf eingestellt, das ärgerliche ist nur, dass wir nach diesen schweren Spielen durchaus schon Punkte hätten haben können.

Kein Grund zur Panik also?

Rogawska Panik wäre jetzt ganz verkehrt. In Panik zu verfallen ist genau das, was wir jetzt nicht machen dürfen. Wir müssen Geduld bewahren - im Spiel, aber auch zwischen den Spielen.

Trotzdem sind drei sieglose Spiele zum Auftakt nicht gerade die ideale Voraussetzung für die Partie gegen den Meister aus Leichlingen.

rogawska Klar, wenn du gepunktet hast, spielst du befreiter und lockerer auf, das ist gerade gegen eine Mannschaft wie Leichlingen wichtig. Klar ist Leichlingen der Favorit, jetzt noch mehr als vor der Saison. Die haben eine richtig gute Mannschaft, die sind sehr gut eingespielt, was ein großer Vorteil ist, die haben sich mit Mike Schulz noch einmal sehr gut verstärkt. Und die spielen mit Valdas Novickis als Dreh- und Angelpunkt vielleicht den besten Angriffshandball der Liga. Aber wenn wir von vorneherein nicht an unsere Chance glauben, dann haben wir auch keine.

Gegen die Top-Teams aus Hagen und Neuss haperte es in der Deckung, in Longerich funktionierte dann der Angriff nicht richtig. Wie kommt so etwas?

Rogawska Das eine hat mit dem anderen zu tun. Nach den 71 Gegentoren in den ersten beiden Spielen haben wir sehr viel über die Abwehr geredet, haben sehr viel Abwehr trainiert und sie auf ein 3-2-1-System umgestellt. Das hat in Longerich hervorragend funktioniert, mit der Deckungsleistung war ich sehr zufrieden. Leider haben darunter die spielerischen Elemente in der Offensive gelitten. Wir haben viel zu oft viel zu früh die Entscheidung gesucht und dann auch noch die falsche getroffen, diese Ballverluste hat Longerich immer wieder genutzt. Und unser Überzahlspiel war eine Katastrophe: Von sechs Angriffen, bei denen wir in Überzahl waren, haben fünf mit einem Ballverlust von uns geendet - und mit einem Gegentor. So kannst du kein Spiel gewinnen.

Was ziehen Sie daraus für Schlussfolgerungen für das Spiel gegen Leichlingen?

Rogawska Wir müssen sehr, sehr geduldig spielen, nicht so hektisch wie zuletzt. Leichlingen hat einen sehr starken Innenblock, den können wir nur knacken, wenn wir geduldig und zielstrebig zu Werke gehen.

Die personelle Situation hat sich immer noch nicht gebessert?

Rogawska Leider nein. Mit unserer medizinischen Abteilung haben wir vereinbart, dass Markus Neukirchen morgen noch einmal aussetzen wird. Danach haben wir ein Wochenende Pause, diese Zeit soll er nutzen, um sich vollständig auszukurieren. Es ständig zu probieren, hat doch keinen Zweck. Und Mathias Deppisch hat uns um eine zweiwöchige Auszeit gebeten, weil er in Kürze zum ersten Mal Vater wird - dem haben Kai (Manager Kai Faltin, Anm. d. Red.) und ich natürlich entsprochen, das gehört sich so. Für ihn wird Till Huckemann aus der zweiten Mannschaft aufrücken, der aber natürlich Mathias nicht ersetzen kann.

Ist Henrik Schiffmann eine Alternative? Dann könnte Gerrit Stassen auf die Außenposition rücken.

Rogawska Sicher. Aber nicht von Anfang an und nicht über das gesamte Spiel. So weit ist Schiffi noch nicht, aber er macht Fortschritte. Mit seinen Kurzeinsätzen in Longerich war ich sehr zufrieden.

Ist der Kader nicht doch zu klein?

Rogawska Wir haben keinen anderen.

Quelle: NGZ
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