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Lokalsport
Frauenringen in geprüfter XXL-Qualität

Lokalsport: Frauenringen in geprüfter XXL-Qualität
Ein Fuchs als Maskottchen und Glücksbringer für den Grand Prix in Dormagen: (v.l.) Stützpunkt-Trainer Heinz Schmitz, Topathletin Nina Hemmer (AC Ückerath) und Schirmherr Klemens Diekmann (evd Dormagen). FOTO: Detlev Zenk
Dormagen. Olympia-Teilnehmerinnen sowie Welt- und Europameisterinnen aus 17 Nationen steigen an Pfingsten (22. bis 24 Mai) beim 12. Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland und dem 18. Hans-von-Zons-Turnier in Dormagen auf die Matte. Von Dirk Sitterle

Nina Hemmer ist ein bisschen erkältet. Kein Grund zur Besorgnis, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste - in diesen Tagen mehr als sonst. Denn für die Ringerin des AC Ückerath beginnen genau jetzt die bislang wichtigsten Monate ihrer Karriere. Ihr ganzes Bestreben gilt den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro vom 5. bis 21. August 2016. "Das ist mein großes Ziel."

Die Schwierigkeit dieses Unterfangens mag sich dem (Ringer-)Laien aus dem Rhein-Kreis vielleicht am deutlichsten als Besucher des zwölften Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland vom 22. bis 24. Mai im Dormagener TSV-Sportcenter zu erschließen. Auch in seiner 18. Auflage bringt das Hans-von-Zons-Turnier des AC Ückerath nämlich so ziemlich das Beste auf die Matte, was das Frauenringen abseits von Olympia und Weltmeisterschaften zu bieten hat. Nicht von ungefähr nutzen Nationaltrainer diese stets hochkarätig besetzte Veranstaltung, um ihre Kandidatinnen für die anstehenden Großereignisse zu prüfen. Wer in Dormagen besteht, ist reif für eine Medaille.

Für die deutschen Top-Ringerinnen gilt das in dieser Saison allerdings nur bedingt. Schon mit den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Nendingen, an denen neben Nina Hemmer auch die am Bundesstützpunkt in Nievenheim unter Heinz Schmitz trainierenden Athletinnen Kimberley Grieß, Laura Mertens, Ioanna Kyriakou (alle AC Ückerath), Aline Focken (KSV Germania Krefeld) und Lisa Hug (KSK Konkordia Neuss) teilnehmen, beginnt der Qualifikations-Marathon.

Für Nina Hemmer heißt das: Auf nationaler Ebene muss sie sich zunächst im Duell mit ihrer Dauerrivalin Eileen Friedrich (RSV Frankfurt/Oder) behaupten, denn nur der Deutsche Meister fährt zu den "European Games" vom 12. bis 28. Juni im aserbaidschanischen Baku. So hat es Frauen-Bundestrainer Patrick Loës, im April 2011 als damaliger Ringer des KSK Konkordia Neuss übrigens mal NGZ-Sportler des Monats, verfügt. Von Baku führt der Weg direkt weiter zu den Weltmeisterschaften in Las Vegas (7. bis 12. September), gleichzeitig das erste von insgesamt vier Qualifikationsturnieren. In der Klasse bis 53 Kilogramm steht Deutschland nur ein Ticket zur Verfügung - und auch das muss im internationalen Vergleich hart erstritten werden. 2012 hatte es in Alexandra Engelhardt nur eine deutsche Ringerin nach London geschafft. Ihr Traum von einer Olympia-Medaille endete gleich im ersten Kampf. Bitterer geht es kaum.

Der Grand Prix in Dormagen ist für Nina Hemmer trotzdem wichtig. "Hier kannst du ein Zeichen setzen, kannst dem Bundestrainer zeigen, dass du die Richtige für Rio bist." Die Gegnerinnen kommen aus 17 Nationen, bis gestern hatten insgesamt 248 Frauen, Juniorinnen und Kadettinnen für das einzige Weltcup-Turnier auf deutschem Boden gemeldet. Die starken Schwedinnen sind da, Polinnen, Französinnen, die Russinnen sowieso, aber auch erstklassige Kämpferinnen aus Kanada, den USA, Argentinien und zum ersten Mal sogar aus der Mongolei. Ob der AC Ückerath auf das Angebot eingeht, Kampfrichter aus dem Kongo einzusetzen, lässt Vorsitzender Detlev Zenk noch offen ...

Quelle: NGZ
 
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