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Handball
Fredenbeck fügt NHV erste Heimschlappe zu

Neuss. Nach dem 36:32-Erfolg beim Neusser HV stehen die Handballer aus dem Landkreis Stade wieder an der Tabellenspitze der 3. Liga West. Von Patrick Radtke

Die Favoritenrolle war klar verteilt vor der 32:36-Niederlage (Halbzeit 14:17) der Handballer des Neusser HV gegen den bisherigen Tabellenzweiten VfL Fredenbeck. Die Gäste aus Niedersachsen hatten erst eine Saisonniederlage eingesteckt, die vergangenen drei Partien wurden gewonnen. Während der NHV weiter auf dem neunten Rang der Tabelle steht, grüßen die Fredenbecker nun wieder von der Tabellenspitze.

Neuss kam zunächst gut ins Spiel und ging direkt mit zwei Treffern in Führung. Diesen Vorsprung hielt der NHV bis zur zehnten Minute. Doch was dann passierte, war schlicht nicht zu erklären. Nach einem 0:7-Lauf lagen die "Roten" plötzlich mit fünf Treffern hinten (4:9/17.), in der 20. Minute führten die Gäste gar mit 12:5.

Zu dieser Zeit schien die Situation schon aussichtslos - Fredenbeck, angeführt von Bennet Kretschmer, hielt den Vorsprung und der NHV machte nicht den Eindruck, den Mittelblock des VfL ins Schwimmen bringen zu können. Doch dann schwächten sich die Gäste selbst. Kretschmer, der zu diesem Zeitpunkt schon bei sechs Treffern stand, leistete sich ein viel zu hartes Foul und traf Felix Handschke im Gesicht - die Rote Karte war die Folge. Das gleiche Schicksal ereignete Fredenbecks Zdenek Polasek, der aufgrund der dritten Zwei-Minuten-Strafe ebenfalls das Feld verließ. Durch die damit verbundene Schwächung und einem starken Willen der Neusser wurde die Partie noch einmal eng und der Vorsprung der Niedersachsen schmolz bis zum Pausenpfiff auf drei Treffer (14:17).

Hervor taten sich vor allem drei Spieler: Kreisläufer Philip Schneider sowie Niklas Weis und Dennis Aust brachten ihrem Team in diesem sehr intensiven Spiel (insgesamt zwölf Zwei-Minuten-Strafen) neue Hoffnung. "Gegen Ende der ersten Halbzeit hatten wir eine gute Phase und gehen mit einem psychologischen Vorteil in die Pause. Da hab ich mir noch einiges ausgerechnet", sagte NHV-Coach Jens Sieberger nach der Partie. Doch statt die Aufholjagd zu starten, leistete sich Neuss eine weitere Schwächephase direkt zu Beginn des zweiten Spielabschnitts. Besonders Fredenbecks Jürgen Steinscherer spielte nun groß auf und besiegte den NHV fast im Alleingang. Am Ende stand der Rechtsaußen bei 14 Treffern (fünf Siebenmeter). "Wir hatten ihn auf der Karte, haben aber von der rechten Seite zu viel reingeschoben und es ihm so einfach gemacht. Dann macht er die Dinger abgezockt. Er steht nicht umsonst an der Spitze der Torjägerliste", so Sieberger zu dieser Leistung.

Immer höher wurde der Rückstand, bei Neuss lief nichts mehr zusammen, selbst einfachste Pässe wurden abgefangen, so dass Fredenbeck zwischendurch mit 29:19 führte. Derartig an der Ehre gepackt, legte der Neusser HV in den letzten fünfzehn Minuten dann doch noch einmal zwei Gänge zu und kämpfte sich auf vier Treffer heran. Mehr sollte aber nicht mehr gelingen. So blieben es am Ende die Niedersachsen, die dem NHV die erste Heimniederlage zufügten und die mit lauten "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen die Hammfeldhalle beschallten.

Sieberger: "Unser Problem ist einfach, dass wir keine Tore aus dem Rückraum machen - genau das musst du aber gegen eine solche 6:0-Abwehr. Nun müssen wir wieder aufstehen und werden gegen Leichlingen zwei Punkte holen".

Quelle: NGZ
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